CD-Kritiken: Eine Laune der Natur?

DSC01713CD-Kritiken. Ein Thema für sich. Man könnte sich ewig darüber streiten. Denn manche können nicht ohne sie- die anderen nicht mit ihnen. Es ist ein wahrer Teufelskreis, aus welchen man meistens nur schwer hinauskommt. Denn solche Kritiken begegnen einen wirklich überall- ob im Internet oder in verschiedenen Musikzeitschriften. Aber wenn man es genauer betrachtet, beinhalten die paar Zeilen über eine neue Platte nur die Meinung von einer einzelnen Person. Früher, als ich mir zumindest ab und zu eine Musikzeitschrift leistete, überflog ich größtenteils diverse Kritiken oder die Augen blieben kurz bei einem mehrzeiligen Absatz stehen, weil mir die Band, um die es ging, etwas sagte. Aber tatsächlich ging es mir nie wirklich in den Kopf rein, warum viele sich so derart an einer Kritik orientierten und noch immer orientieren.

Was ich ja hasse, sind immer diese Schubladen-Dinger. Ihr wisst schon: Ey, die Band hört sich so ähnlich an wie die, gepaart mit der Band. Ich ticke bei dem ganzen Musikjournalistischen Kram wahrscheinlich einfach anders. Mir sträuben sich die Haare, wenn jeder mit denselben Vergleichen um die Ecke kommt oder wenn man merkt: Okay, dem Schreibenden wurde die CD aufgezwungen, er musste es machen und plätschert es lieblos runter. Ergibt im besten Falle noch 5 von 10 möglichen Punkten und das Fazit: man ist nicht wirklich schlauer geworden. Hat es jetzt gefallen oder nicht?

Außerdem gibt es mir zu wenige Kritiken, die Ecken und Kanten beinhalten. Mir fehlt es, dass auch mal gesagt wird: Nein, das geht echt nicht! Diejenigen, die so ehrlich sind und auch mal schreiben, dass es nicht dem eigenen Geschmack entspricht, aber in nett formuliert, werden sofort angegriffen. Selbst von der Band, die dann etwas beleidigt daherkommt und versucht, sämtliche negativen Äußerungen in der Luft zu zerreißen. Warum rechtfertigen? Warum sagt man als Band nicht einfach: Okay, Geschmäcker sind verschieden und da ist es einfach nicht gut angekommen- passiert! Klar fühlt sich die Band wahrscheinlich angegriffen, weil sie ja viel in das neue Werk gesteckt haben- keine Frage. Aber sich manchmal derart in eine nicht so gute Bewertung zu verbeißen und am Ende zu sagen, dass der Schreibende nicht richtig hingehört hat- Bullshit! Hab ich schon bei einigen Bands mitbekommen und was soll ich sagen? Es hat sie nicht sympathischer gemacht- ganz im Gegenteil! Es ließ mich nur mit dem Kopf schütteln, weil es an Lächerlichkeit nicht mehr überboten werden konnte.

Ich bin mir nicht wirklich sicher, wieviele Menschen eigentlich noch Kritiken wahrnehmen.  Bewusst wahrnehmen. Für meinen Teil kann ich zum Beispiel nur sagen, dass ich mir nur noch ganz ganz selten eine zur Brust nehme. Das ist tatsächlich so. Ich bilde mir selbst eine Meinung. Entweder wenn es einen Stream gibt (Okay, bin ich auch kein Fan von! Gerade, wenn es von einer Lieblingsband ist und eine Woche vor Veröffentlichung das Ding schon im Netz steht. Wo bleibt denn da die Vorfreude? Ist es zu „oldschool“ geworden, bis zu dem Stichtag zu warten, um voller Vorfreude den Plattenladen zu stürmen und die Platte dann genüßlich in den eigenen vier Wänden laufen zu lassen? Früher war das alles so schön. Und heute? Es ist viel auf der Strecke geblieben was Musik anbelangt- und das ist wahnsinnig schade.) oder halt dann tatsächlich erst am Veröffentlichungstag.

Kritiken gibt es wie Sand am Meer- deswegen werden diese immer uninteressanter und gehen in der Masse unter. Gut, vielleicht sehe ich das nur so, ich weiß es nicht. Ich schreibe auch nur sehr selten eine Kritik. Wenn, dann nur, weil es gerade in den Fingern kribbelt und ich dazu noch die nötige Zeit habe. Ansonsten widme ich mich lieber anderen Themen & überlasse die Kritiken den anderen. A) weil sie es besser können und b) weil sie sich -hoffentlich- mehr dafür interessieren, ihre Meinung unter die Menschheit zu bringen- und wenn, dann auch bitte ehrlich und mit Hingabe.

Dennoch bleibt Musik immer eine Geschmackssache. Also lieber selbst reinhören und ein Urteil bilden als sich blind auf eine einzige Aussage zu konzentrieren.

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