Von Zweifel und Zeichentrickserien.

34394_1599657307807_1127266883_1634778_6305410_nManchmal hat man diese Tage, an denen man versucht, den inneren Balanceakt zwischen der positiven Einstellung und dem zweifelgeplagtem Ich in der Waage zu halten- ab und an ohne einen großen Erfolg. Es gibt zwei Möglichkeiten wie es enden könnte: a) die positive Einstellung scheißt auf die Zweifel! Triumphierend und grinsend wie ein Honigkuchenpferd zieht „Posi“ (ein schöner Spitzname, oder?) mit großen Sprüngen davon, bei denen selbst ein Bugs Bunny neidisch werden würde. Gott, damals gab es noch wirklich schöne Zeichentrickserien für Kinder, fällt mir gerade so auf! Könnt ihr euch zum Beispiel noch an „Darkwing Duck“ erinnern? Oder an die „Gummibärenbande“? „Käpt’n Balu“? „Marsupilami“? „Rugrats“? Es tut mir leid, dass ich hier gerade so abschweife, aber wenn man mal bei Google  „Zeichentrickserien allgemein“ eingibt, dann kommt eine schöne Liste und man denkt sich beim Durchschauen: „OH MEIN GOTT! Wo sind nur all diese Serien geblieben?“ Viele Filme, die sich nur um Gewalt, Sex und Mord drehen, sollten durch „Die Schlümpfe“ oder sonst was ersetzt werden. Dann wäre die Welt eine bessere!

Eigentlich würde ich dieses Thema jetzt wirklich gerne weiter vertiefen, weil man gerade so schön zurück in die Kindheit katapultiert wird. Manchmal wünschte ich mir, dass ich nochmal komplett von vorne anfangen könnte. Das Leben als Kind ausreizen. Größtenteils zwischen der Schaukel und der Wippe pendeln. Rumrennen, Sandburgen bauen, Bilder malen (denn damals war es egal, ob man zeichnen konnte. Es gab dafür keine Noten. Nein, das Lächeln eines Menschen genügte.), sich in der Natur aufhalten und „Verstecken“ spielen. Wenn der Rasenspränger im Vorgarten aufgestellt wurde, schlüpfte man in den Badeanzug und hatte Spaß ohne Ende. Man musste lachen, als sich eine Katze nährte und diese erschrocken zurücksprang, weil sie unerwartet einige Wassertropfen abbekam. Man sammelte Kastanien und machte Figuren draus. Weihnachten und Ostern waren das GRÖßTE! Man schmückte den Baum zur winterlichen und festlichen Jahreszeit. Alles glitzerte. Lametta, Baumkugeln, Lichter. Lichter, die jeden Abend leuchteten und man sich einfach nur davor setzte, um das alles zu bewundern. Ab und an ging es mit Opa in die Kirche gegenüber, obwohl man diese sonst gemieden hat. Heute wünschte ich mir, dass wir das zumindest an Weihnachten öfters gemacht hätten. Denn man merkt erst später, wenn diese geliebte Person nicht mehr da ist, dass man noch viel mehr gemeinsame Sachen hätte machen können. Jetzt stellt man fest, dass man es nicht mehr kann.

An Ostern war der grüne Rasen saftig, wir Kinder wurden in die besten Klamotten gesteckt. Ostereier wurden im ganzen Garten versteckt und wir waren beschäftigt und glücklich, als wir eines nach dem anderen fanden. Manchmal wurde auch noch etwas im Haus versteckt, was auch erst Indianer Jones- mäßig gesucht werden musste. Beim eigenen Geburtstag wurde der Lieblingskuchen gebacken- tja, die Oma weiß halt, was die Enkel lieben! Die Verwandtschaft kam herbei, Kaffeekränzchen. Ich muss aber dazu sagen, dass ich meinen Geburtstag nie feiern wollte. Manchmal möchte ich diesen Tag einfach vergessen, weil er mir so unwichtig vorkommt- zumindest das „Feiern“. Das hält sich bis heute hartnäckig.

Als Kind war man unbeschwert. Man bekam nicht mit, welch ein Elend in der restlichen Welt herrschte. Gott sei Dank, denn der Film „Friedhof der Kuscheltiere“ war schon erschreckend genug!

Das Wort „Zweifel“- ein Fremdwort.

Und wie sieht das heute aus? Heute sieht/liest man jeden Tag aufs Neue, welche Psychopathen in dieser Welt leben. Ungerechtigkeiten, Neid, Habgier, Mord, Krieg und noch viel schlimmere Filme als „Friedhof der Kuscheltiere“. Wettessen, Formel 1, Komasaufen bei Jugendlichen- muss das wirklich sein? Jaja, ich weiß: es gibt auch die schönen Dinge im Leben…

Zweifel suchen mich fast täglich heim. Allein dadurch, dass ich eine ruhige Person bin, mich nicht in den Mittelpunkt stellen und mich in keine Gespräche einmischen möchte, von dessen Thema ich keine Ahnung habe, bietet man für andere schon genug Angriffsfläche. Zumindest das habe ich in den letzten Jahren immer wieder aufs Neue festgestellt. Dann wird man schnell als „arrogant“ oder ähnliches abgestempelt. Na vielen Dank auch. Aber dann weiß ich wenigstens auch, dass ich mich mit der Person nicht weiter abgeben möchte & lasse diese in den Glauben. Warum soll ich mich ständig rechtfertigen müssen? Ich bin wie ich bin: Ich mache auch Fehler- lerne aber daraus. Ich bin kein Mensch, der wie eine wildgewordene Sau durch die Gegend rennt und hibbelig ist. Das können andere besser. Ich vertraue anderen Menschen nur schwer- daran wird gearbeitet.

Wenn ich vor neuen Herausforderungen stehe: ich freue mich im ersten Moment tierisch! Aber wenige Tage später melden sich die Zweifel zurück: Dafür wäre doch ein anderer besser!/Ich kann das nicht./Was wäre, wenn…? Und das nimmt irgendwann enorme Ausmaße an, bis ich manchmal sage: Nein, ich mach das nicht! Der innere Zweifelschweinehund hat mir so schon einige Chancen versaut.

Ich arbeite jeden Tag an mir. An manchen Tagen sehe ich vereinzelt Erfolge, an anderen hat mich der Höllenhund wieder fest im Griff.

Aber- um wieder auf das Wichtigste einzugehen: Hatte ich bereits erwähnt, wie sehr ich die alten Zeichentrickserien vermisse?

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