„Ich will nicht ins Paradies, wenn der Weg dorthin so schwierig ist…“ Umfrage, Teil 1.

428684_10201024352107464_1454270385_nKennt ihr das auch? In unregelmäßigen Abständen habt ihr eine Frage im Kopf, die euch schon sehr sehr lange begleitet, aber irgendwie findet man nie eine passende Antwort darauf. So erging es mir & dann brachte mich eine Kurzschlußreaktion dazu, einfach eine Umfrage zu starten! Aber moment- von welcher Frage sprechen wir denn hier überhaupt? Kann ich euch sagen: „Welche drei Songs sollten auf deiner eigenen Beerdigung gespielt werden & warum?“ Zugegeben: keine leichte Kost und deswegen bin ich damit auf verschiedene Meinungen gestoßen. Aber auch andere hatten diese Frage tatsächlich ebenfalls  schon ab und an im Kopf, sodass ich damit nicht alleine dastehe.

Ich danke allen die bisher mitgemacht haben & mich nicht sofort als „gestört“ eingestuft haben! Hier ist nun der erste Teil (evtl. werden noch 2 weitere Teile folgen!).

Jess (Stay close to your soul.): Einen Song nennen, der während der eignen Beerdigung gespielt werden soll?! Schwierige Frage. Zumal man selbst ja eh nicht wirklich daran teilnehmen wird. Aber man wünscht sich ja dann doch eigentlich nur das Beste für Familie und Freunde. Ich würde den Song ‚Tears in heaven‘ von Eric Clapton wählen – und nur den. Drei Songs zu nennen find ich persönlich halt schwierig – für mich sollte es ein Song – ein Text sein. Je mehr Songs, desto weniger konzentriert man sich auf den Text. Hört man aber nur einen einzigen Song, desto genauer hört man hin. Denke ich – insbesondere in einem solchen Moment.

„Tears in heaven“ hat Eric Clapton geschrieben nachdem er seinen eignen Sohn durch einen tragischen Unfall verloren hat. Im Text stellt Eric Clapton viele Fragen – ‚would you know my name if I saw you in heaven? Would it be the same if I saw you in heaven?“ Die Antwort darauf weiß wohl niemand. Was genau nach dem Tod sein wird, ob man die geliebten Menschen später ( wo auch immer) nochmal wiedertreffen wird und wenn ja, wie es dann sein würde. Aber ich mag den Gedanken, die Vorstellung, dass man sich wiedersehen wird. „Beyond the door there’s peace I’m sure and I know there’ll be no more tears in heaven“ – ist doch eine schöne Vorstellung. Als Verbliebener sich sicher zu sein, dass es dem Verstorbenem gut geht – und eben dieser Song würde genau solche Gedanken bei den Trauernden zurücklassen. Hoffentlich.

Peter: Welche Lieder auf meiner Beerdigung gespielt werden sollen?! Solche, die mir zu Lebzeiten Spaß gemacht haben. Die, die sich mit dem Übergang beschäftigen und dabei nicht in herzzerreißendem Leid zerfließen, sondern kraftvoll und lebendig sind. Würdevoll. Das ist das, was ich mir wünsche. Einen Abgang, der Spaß macht. Aus einem Leben, das Freude bereitet hat. Das Tüpfelchen auf dem i sozusagen. Die ersten beiden Stücke wären also Annie Lennox mit „Into the West“ und Dan Fogelberg mit „Nether Lands“. Das dritte dann das, für mich, schönste Liebeslied, das ich kenne – stellvertretend für die Liebe zum Leben: Ronan Keating „When you say nothing at all“. Das wär’s. Und dann: Tschüß!

Laura: Nun ja, ich habe mich das ehrlich auch schon gefragt und habe es nie geschafft, nur einen Song auszuwählen. Von dem her mag ich die Fragestellung. Für mich steht es gar nicht zur Diskussion, dass Songs von den Toten Hosen absoluten Vorrang haben, da das nun mal schon immer meine Lieblingsband ist und sehr wahrscheinlich immer meine Lieblingsband bleiben wird. Ich verbinde so viele tolle Momente, liebe Menschen und großartige Erinnerungen mit den Düsseldorfern. Wenn man an die Hosen denkt und an einen Song über Abschied, kommt wohl vielen „Nur zu Besuch“ als erstes in den Sinn. Und da ich ja nun die Möglichkeit habe, drei Songs zu wählen, wird diese wunderschöne, immer wieder Gänsehaut erregende Nummer, auf meiner Liste zu oberst stehen.

Dann, um zu zeigen, dass es da doch gar nicht so schlimm sein kann, möchte ich, dass „Vogelfrei“ abgespielt wird. „Vogelfrei“ war schon immer einer meiner Favoriten von „Ballast der Republik“ und ich finde dieser Song beschreibt so etwa die schönste Vorstellung von dem, was nach dem Tod vielleicht kommen mag. Man ist, laut den Lyrics, endlich frei von Pflichten und Problemen die man nun mal hat im Leben. Und selbstverständlich darf auch der Teufel vorbeischauen, womit ich schon zu meinem dritten, und leider letzten Song komme: „Paradies“. Zuerst einmal hat das Stück, das in dem Jahr, als ich geboren wurde, erschienen ist, eine unglaublich große Bedeutung für mich, da meine beste Freundin und ich es zusammen mit der Band vor 12’000 Zuschauern zu Ende singen durften. Zweitens amüsiert mich die Vorstellung, wie rebellisch es sein muss, auf einer Beerdigung aus den Boxen folgende Worte zu hören „Ich will nicht ins Paradies, wenn der Weg dorthin so schwierig ist, wenn ich nicht rein darf wie ich bin, bleib ich draußen vor der Tür“, was übrigens auch mit meiner Lebenseinstellung überein stimmt. Man soll sich nicht verbiegen lassen, schon gar nicht für etwas, für dessen Existenz es keinen Beweis gibt. Obwohl ich drei Songs auswählen durfte, würde ich gerne noch weitere Songs aufzählen.

„Wünsch Dir Was“ wäre wohl der absolute Ermutiger des Tages, denn wer denkt in einem solchen Moment schon an die Zeit, in der alles besser wird? Auch „33 rpm“, ausnahmsweise von den Broilers, würde gut passen mit dem Refrain „Ganz egal, ob ich Blut schwitz, bittere Tränen wein, alles erträglich, es muss nur immer Musik da sein“. Denn für viele Menschen, auch wenn es keine Hardcorefans und permanent-Konzertgänger sind, bedeutet Musik sehr viel, speziell in einer harten Zeit.

Steve: Die 3 Titel, die da bei mir in Frage kämen wären:

Kaizers Orchestra „Diamant til kull“

krawehl – Komm lass uns Alpträume tauschen

IAMENEMY – Harvest

Warum? Nun, das sind so die Songs, die für mich die Essenz dessen widerspiegeln, was ich an Musik so liebe- und Musik ist meine große Liebe! Das wissen auch alle in meinem Bekanntenkreis, bzw. deswegen mach ich ja auch welche und diese drei sind auch die, die ich in meinem Leben bisher am meisten totgehört habe… Nee, ich liebe die Songs nach wie vor!

Daniel: „Objekts in the rear view mirror“ von Meat Loaf, da ich diesen Song mit dem Tod eines guten Freundes verbinde und mir den bei meiner eigenen Beerdigung wünsche, auf die Art ist er irgendwie dabei. „I Exalt thee“ von Jesus Culture, da diese Band mein Leben verändert hat und sich das garantiert bis zum Tod nicht ändern wird und zu guter Letzt: „Where the streets have no name“ von U2, selbsterklärend!

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2 Gedanken zu “„Ich will nicht ins Paradies, wenn der Weg dorthin so schwierig ist…“ Umfrage, Teil 1.

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