Von Rudolph und Sabberfäden: ClickClickDecker & Petula auf Tour.

click_presse_3ClickClickDecker ist der „Rudolph“ im Audiolithstall. Ob seine Nase ebenso ROT leuchten kann? Bestimmt! Wenn vorher zumindest Glühwein und anderer hochprozentiger Stoff konsumiert wurde… Er ist ein Gewinnertyp. Alles was er anfasst wird zu Gold und wir alle liegen ihm zu Füßen. Bei mir ist das immer so: Wenn sich ein Bratze-Jahr ankündigt, dann beginne ich schon automatisch die Tage zu zählen, an denen man endlich wieder neue unelektronisierte Songs hören kann. Nach Außen hin hat man den Eindruck, dass er etwas unbeholfen, gar tollpatschig durch die Weltgeschichte trabt.

Auf der anderen Seite ist dieser Herr ein Buch mit sieben Siegeln: Schwer zu durchschauen. Aber was man definitiv sagen kann: Er ist einer der bedeutendsten Musiker unserer Zeit.

Er trieb uns die Freudentränen in die Augen, als mitgeteilt wurde, dass im Januar 2014 der Plattenladen um die Ecke gestürmt werden kann, um sich das neue Album „Ich glaub dir gar nichts und irgendwie doch alles“ zuzulegen. Die erste Auskopplung „Tierpark Neumünster“ schlug bereits ein wie eine Bombe und die Sabberfäden (Mmh, lecker! Ihr wisst schon.. wie bei Homer Simpson!) werden immer länger, weil man sich so auf dieses gewaltige Gesamtpaket freut, welches wir 2014 aufgetischt bekommen.

Und wenn man ein Bild von ClickClickDecker im Kopf hat- wer darf da nicht an seiner Seite fehlen? Genau! Seine Arbeitsehefrau! Oder sagt man eher Arbeitsehemann? Ich bin leicht verwirrt! Beides stimmt! Die Rede ist von Oliver Stangl, diese gute Seele! Wie diese zwei Typen miteinander harmonieren kann man nur sehr schwer in Worte fassen. Man muss sich das anschauen, wenn sie auf den Bühnen dieser Welt die Songs spielen, die uns zum Weinen, Schmunzeln und/oder Denken bringen. Man spürt  dieses magische Band, welches sich unsichtbar um diese Ausnahmemusiker geschlungen hat und man weiß sofort, dass es etwas für die Ewigkeit ist. Gesucht, gefunden & wahrscheinlich die schönste musikalische Liebesgeschichte dieser Welt.

Petula.
Petula.

Könnt ihr euch noch an die letzte Tour erinnern? Ja? Da gab es doch noch einen weiteren Mann im Bunde! Dieser großgewachsene gutaussehende Typ, der im Vorprogramm die Gitarre geschwungen hat! Genau! Petula sein Name, der Arnold Schwarzenegger der Musikszene. Der Typ mit den wirren Ansagen, der zurückhaltenden Art und mit den Songs, die jedes noch so große Feuerwerk ziemlich mickrig aussehen lassen, denn nur bei ihm gibt es die wahren Explosionen und eine unglaubliche Farbvielfalt!

Diese drei Männer machen sich auch 2014 wieder auf dem Weg, um uns in ihre persönliche Welt eintauchen zu lassen. Es wird glamourös, atemberaubend und vor allem die beste Zeit werden, die ihr je hattet! Versprochen! (Und ich verspreche, dass ich nur bei dieser Tour erscheinen werde, wenn ich mich nicht wieder mit einer Nasennebenhöhlenentzündung rumquäle! Ha!).

Hier die Tourdaten! Und besser mit dem Ticketkauf beeilen, denn schon für Berlin werden die Karten bereits mehr als knapp! Also gleich mal auf den Wunschzettel schreiben!

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Und wisst ihr eigentlich, wie sich ClickClickDecker & Oliver Stangl kennenlernten? Ich hatte da so eine Theorie:

Es war einmal vor vielen vielen Jahren. Der Frühling stand vor der Tür. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten und es wurden bereits die ersten Frühlingsboten gesichtet. Aufbruchstimmung. Auch bei Kevin Hamann.

So zog er die Wohnungstür hinter sich zu und tauchte in die aufgeblühte Stadt ein. Mit guter Musik im Ohr schlenderte er durch die Straßen Hamburgs und strandete nach gefühlten 100km Fußmarsch in einem kleinen Café in Altona (trank ich mal einen guten Kaffee). Die Einrichtung des kleinen Ladens war alt, aber gemütlich. Es hatte Charme und das gefiel. Er suchte sich einen 2er Tisch in der hintersten rechten Ecke. Perfekt, um die kommenden/gehenden/sitzenden Leute zu beobachten.

„Einen Kaffee. Bitte schwarz, vier Löffel Zucker.“

Gesagt, getan. Während das aromatische Heißgetränk den Weg an seinen Tisch geschafft hatte, schaute er sich um:

Direkt vorne links an der Eingangstür saß ein junger Mann, der vielleicht erst Anfang 20 war. Studentisch sah er aus. Die Umhängetasche auf dem 4er Tisch abgelegt. Strubbeliges Haar. Neben Tee und einem Stück Kuchen blätterte er interessiert in einem Buch. Ab und an schüttelte er leicht den Kopf oder stieß ein leises Lachen aus. Was er da wohl liest?

Sein Blick schweifte weiter. An der Fensterfront auf der rechten Seite saß ein altes Ehepaar. Sie redeten nicht viel, denn an diesem Tisch sagten Blicke mehr als 1000 Worte. Sie schienen glücklich zu sein. Ab und an strich der Mann seiner Frau liebevoll über ihr Haar. Verliebt wie am allerersten Tag.

Direkt in der Mitte saß ein Paar, beide Ende 30, mit ihrem Sohn Niclas, etwa 10 Jahre alt. Während seine Eltern über die nächste Wochenendplanung sprachen, vertrieb sich Niclas die Zeit mit seinem Gameboy, den er letzte Woche zum Geburtstag geschenkt bekam.

In der linken Ecke fand sich eine junge Dame. Zu ihren Füßen lag ein Berner Sennenhund. Noch in einer kleineren Ausgabe. Um den Hals ein rotes Halstuch. Ein angesabberter grüner Gummiball zeugte davon, dass es in den letzten Stunden in dem Park nebenan hoch hergegangen sein musste. So also kein Wunder, warum dieser Hund alle 4 Pfoten von sich streckte und nicht so leicht aus seinem Dämmerzustand erwachte.

Zurück zum eigenen Tisch.

Neben der bereits jetzt halbleeren Tasse Kaffee stand eine lodernde Kerze, Salz- und Pfefferstreuer, ein kleiner Blumenstrauß und die Speisekarte. Und da hinter dem Sträußchen versteckt: Ein Pott voll mit Zuckersticks.  Auf der Untertasse befanden sich 2 Kekse, die bis zum Schluss aufgehoben wurden.

Die Tür ging auf. Herein kam ein Herr über 30. Bartträger. Gut gekleidet. Sein breites Grinsen steckte an und die ersten Sympathiepunkte waren auf seiner Seite. Die freundliche Kellnerin begrüßte ihn mit den Worten: „Komm rein, sei willkommen!“

Wahrscheinlich Stammkunde in diesem Café.

Genau ein Tisch war noch frei. Dieser stand keine 2m weg von Kevin. Der Mann steuerte auf diesen zu, zog den Stuhl nach hinten und hing seine Jacke über die Lehne. Beim Hinsetzen gab es einen kleinen Blickkontakt zwischen den Beiden. Ein kurzes Lächeln folgte.

Die Kellnerin brachte auch ihm einen Kaffee an den Tisch und es entwickelte sich ein kleiner  Smalltalk. Oliver heißt er also. Soso.

Die junge Frau auf der linken Seite zeigte an, dass sie gerne bezahlen möchte. Die Kellnerin ging diesem Anliegen nach. Inzwischen war auch der kleine Berner Sennenhund wieder voll da und tobte vergnüglich mit dem grünen Ball herum. Auch Niclas fand Gefallen an dem Wirbelwind. So nahm er die Chance wahr, als der Ball auf ihn zukam: Er nahm diesen, ließ ihn über den Boden rollen. Das grüne Etwas prallte an der hintersten Wand ab und nahm nun Kurs auf den Tisch von Oliver. Der Hund hatte bereits ein gutes Tempo drauf und hetzte hinterher.

Alles schreien der Besitzerin half nichts: Der Ball berührte das vordere Tischbein und wechselte erneut die Richtung. Dumm nur, dass der Hund nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte und mit dem Tischbein kollidierte. Nach diesem Aufprall fing der Pott mit den Zuckersticks gefährlich an zu schwanken und gab sich letztendlich der Schwerkraft hin.

Super, da lagen sie nun auf dem Boden verteilt: 20 Zuckersticks. Oliver kniete nieder, während der rebellische Hund von der Besitzerin eingefangen wurde. Herr Hamann beobachtete weiter das Treiben.

Nachdem sich Herr Stangl wieder aufrichtete und sich ein kleiner Trümmerhaufen an Zucker auf seinem Tisch einfand, sah er rüber zu Kevin.

Dieser grinste nur, deutete auf den Zuckerhaufen und stellte die Frage, die das Eis zwischen ihnen endgültig brach (und kurz darauf schworen sie sich die ewige Treue):

„Sie sammeln Zucker? Ich auch!“

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