#3 Videobesprechung Spezial: To Wauz. To Life.

1235296_10201748955582098_961682189_n„I’ve got an ocean in my head. But my mouth is a desert and I cannot make it rain.“ Diese eine Songzeile wurde größtenteils genannt, als ich Oise, Mullah, Vonni, Hannes & Kötti im vergangenen Jahr im Interview fragte, welche Liedzeile gerade ihr Innerstes widerspiegeln würde. Sehr treffend, wenn man bedenkt, dass diese einzelnen Gespräche nur wenige Stunden nach der Beerdigung von Wauz stattfanden. Jetzt bin ich diejenige, die permanent diese Worte im Kopf rumschwirren hat – mal stärker, mal schwächer. Nun sitze ich hier in meiner Red Tape Parade – Jacke vor dem Computer und weiß nicht ganz genau, wie ich anfangen soll.

 

Der 1. April rückt mit großen Schritten näher. Ein paar Menschen denken jetzt eher an „Super! Da kann man ja wieder schlechte Scherze bringen & gehe damit allen auf die Nerven!“, aber sehr viele andere Menschen denken besonders an diesem Tag an einen Menschen zurück, dem es leider nicht länger gegönnt war, viel mehr Zeit im Kreise seiner Liebsten zu verbringen. Die Rede ist hier von Wauz, dem charismatischen Sänger von Red Tape Parade, der im April letzten Jahres den Kampf gegen den Krebs verlor. Ein großer Verlust für Familie, Freunde, Fans & für die Musikwelt.

Am 1. April, seinem Geburtstag, wird man dennoch das Glas erheben: Auf einen wundervollen Menschen und großartigen Musiker! Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wird man auf all die Geschichten zurückblicken, die man mit ihm erlebt hat und erleben durfte. Ob er nun ein langjähriger treuer Begleiter war oder ob man Wauz unter irgendwelchen Umständen zumindest kurz Kennenlernen durfte: Er fehlt. Sehr. Aber durch die Musik oder durch Erzählungen anderer wird er in unseren Herzen weiterleben. Für immer.

Die Jungs von Red Tape Parade suchten sich gezielt diesen Tag aus, um eine letzte 7″ zu veröffentlichen. Ein letzter Gruß an Wauz, der wahrscheinlich mächtig Stolz auf dieses kleine Meisterwerk gewesen wäre! Neben den Songs ‚Leap Year Of Faith‚ und ‚Song 21‘ wird es auch eine DVD geben: Mit Bonusmaterial, dem Auftritt beim Rockpalast und diversen Videos.

Damit bin ich beim Thema!

Videos, die einen schwerer atmen und die Sicht verschwimmen lassen. Texte, die mehr als nur unter die Haut gehen. Einerseits sind es wunderbare Songs, andererseits muss man sich stark zusammenreißen, dass man es bis zum Ende hören und anschauen kann.

Fangen wir an mit Olli Schulz, der mit „Du hattest Recht mit dem Ende von Lost“ um die Ecke geschlichen kommt. Die 2 lernten sich am Set von neoParadise kennen & wurden Freunde. Wie man dem Songtitel entnehmen kann, wurde wahrscheinlich nicht nur über Musik und die Welt – sondern auch ausufernd über Lost diskutiert. Wer da wohl immer den Kürzeren ziehen durfte?

Der Song hat nur eine Länge von etwas über zwei Minuten, doch Olli bringt es damit genau auf den Punkt:

„Es geht nicht darum, was man SOLL oder MUSS. Es geht nur darum seinen Frieden zu finden und die, die man liebt, von Herzen zu lieben.“

„Es geht um den Kuss – wir sehen uns später.“

Das Video wurde schlicht gehalten: Das Wetter trist, die Kippen im Aschenbecher. Olli sitzt mit der Gitarre auf der Bettkante und spielt diesen Song, der einen sofort packt und nicht mehr loslässt. Vielen Dank für diesen Song, Olli!

Gehen wir weiter zu Joey Cape & Brian Wahlstrom, die zwar keinen selbstgeschriebenen Song zum Besten geben, dafür aber eine unglaublich emotionale Version vom Red Tape Parade Song „Anything Else Is Progress“, welche mich schon damals in Berlin im wahrsten Sinne des Wortes umhaute und auch da ließen die Tränen nicht lange auf sich warten. Jetzt, wenn ich mir das hin und wieder mal anschaue, habe ich noch immer einen riesigen Kloß im Hals.

Die Version, die nur von Piano und Gitarre getragen wird und somit eine gewisse Schwere und Traurigkeit erzeugt. Dazu die ruhigen, aber dennoch mal ausbrechenden und ergreifenden Stimmen von Joey und Brian. Eine Version, die es in sich hat. Eine Version, an die auch Wauz Gefallen gefunden hätte.

Kommen wir nun zum letzten Video: Senore Matze Rossi mit „Best Friends“.

Zugegeben, da fehlen mir wirklich die Worte.

Dieser Song ist bereits auf der EP i like von den Bad Drugs vertreten und dementsprechend auch lauter und mit mehr Dampf dahinter.

Aber wenn Matze diesen Song ohne Band wiedergibt, ungefiltert sozusagen, dann schmerzt dieser Song noch viel viel mehr, sodass man es kaum aushält, sich dieses Video von Anfang bis Ende anzusehen. Es bricht ein innerer Kampf aus. Dieser „Ich muss unbedingt auf Pause drücken, sonst zerfetzt es mir endgültig das Herz!“ Kampf.

Dennoch bleibt man dran, zerknüllt ein Taschentuch nach dem nächsten und sieht in die Augen von Matze. Immer und immer wieder. Diese Traurigkeit und dieser Schmerz. Man sieht ihm an, wie sehr er Wauz vermisst. Minute für Minute. Tag für Tag.

„We understand each other without big words. We take our boards and ride down this hill. Maybe our bones will break but not our will. We are friends…“

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