#4 Videobesprechung: Persönliche Top 3 von Neuser.

Foto: Christian Faustus.
Foto: Christian Faustus.

Wenn man diese Videobesprechungskategorie ins Leben gerufen hat, dann kann man sich auch etwas austoben, oder? Eben, sehe ich genauso! Der Weg führt uns dieses Mal rüber nach Köln zu einem Mann, der schon seit vielen vielen Jahren der Musik verfallen ist und mit Laib und Seele dabei ist, wenn Arbeit im eigenen Songpark-Studio ansteht oder er -ob Solo oder mit kompletter Band- für ein paar Konzerte quer durch die Republik gondelt. Was er dabei ständig mit im Gepäck hat: Ein breites Grinsen und eine unbändige Lebensfreude, die sofort auf andere Menschen übergreift. Achja, die wichtigste Information vergessen: Es geht hierbei um Henning Neuser!

 

Ich kann nicht mehr so genau sagen, wie ich auf Henning aufmerksam geworden bin, doch nach dem sehr langen Interview im Jahre 2009 (zusammen mit Sænder) und einigen besuchten Konzerten danach, bin ich Fan geworden. Ja, doch, das kann man wirklich so sagen. Er ist in meinen Augen eine Art Stehaufmännchen, dem scheinbar wirklich nichts so leicht aus der Bahn werfen kann. Aber falls doch, dann beginnt er eben erneut von vorne und rappelt sich auf, um mit doppelter Stärke dem Gegner ins Gesicht zu schlagen.

Auch wenn er zwischendurch Konzerte spielt, bei denen nicht mehr als 10 Zuschauer auftauchen: Selbst da steht er locker drüber, macht seine Witze und liefert eine unglaubliche Show ab. Da könnten sich manch andere gerne mal eine Scheibe abschneiden. Ach, sagen wir gleich zwei! Oder drei?

Neuser. Musikalisch irgendwo beim IndiePopRock angesiedelt. Da man bei Youtube einige Videos bewundern kann, suche ich nun mal meine Top 3 raus!

Auf Platz 3: Chaos.

Oh, ich weiß es noch ganz genau: Diesen Song zum allerersten Mal gehört & sofort hat sich dieser als Ohrwurm bei mir eingenistet und ließ nicht mehr locker. Egal in welchen Situationen: Ständig hatte man diverse Songzeilen parat, die man anderen Menschen einfach so um die Ohren hauen wollte. Einfach um zu irritieren. Oder, damit sie sich Tagelang den Kopf darüber zerbrechen, warum ich das von mir gab. Einen Zusammenhang finden – vielleicht auch nur zu ihrem eigenen Leben. Eine gewisse Parallele aufzudecken.

Das Video ist Abwechslungsreich, im übertragenen Sinne: Mal wird Henning gezeigt, der sich entweder im drehenden Stuhl (Drehwurm, sage ich dazu nur!) oder mit einem kleinen Bildschirm in den Händen vor der Kamera befindet. Auf der anderen Seite gibt es Eindrücke aus einer Stadt zu sehen: Ob man sich nun selber auf einem fahrenden Untersatz befindet, an einer Ecke einer Straße steht oder sich auf einem Markt befindet, der mit Menschen überfüllt ist. Wenn man so möchte, wird man auf einen Kurztrip mitgenommen. Urlaub im Schnellverfahren.

„Ich liebe mein Chaos, weil ich da so vieles nicht mehr find. Was ich auch nicht mehr finden will: Zum Wegschmeißen zu schade – zum Behalten zu viel.“

Platz 2: Die Welt steht still & Komm lass uns trinken

Ja, hierbei handelt es sich um ein Doppelvideo, darum ist die Gesamtlänge von über 7 Minuten mehr als nachvollziehbar, nicht wahr?

Der erste Teil zum Song „Die Welt steht still“ zeigt die komplette Band, wie sie in den schicksten Klamotten in einer Art Kellerraum an ihren Instrumenten stehen/sitzen und das Lied spielen. Schlicht gehalten, hier und da wird mit dem Lichteinfluss gespielt. Schnelle Wechsel von einem Bandmitglied zum nächsten. Passend zur Musik. Alles rund. Super umgesetzt.

Kaum ist das Lied beendet worden, verlassen die Jungs den dunklen Raum und tauchen in den nächsten ein: Viel heller. Viel freundlicher. Sie nehmen an einem runden Tisch platz, sodass die Kamera in der Mitte sich einfach nur weiterdreht und man sich somit in einer lustigen Männerrunde befindet. Zwischen Kippen, Bier und Konfetti gibt es einiges zu entdecken: Der eine verpennt die ganze Party, Ballerinas schleichen sich ins Bild, es wird gepokert, Schnäpse werden verteilt, es wird sich geprügelt, Krankenschwestern tauchen auf, Männer in (Snoopy-) Unterhemden. Was will man mehr, ne? Gelungenes Ding!

Platz 1: Herzblindherzsturm

Klar, ein Doppelvideo kann man einfach nur schlecht übertreffen, aber für mich ist dieses Video/dieser Song an erster Stelle zu finden. Irgendwie liegt es mir sehr am Herzen.

Ich glaube mich daran zu erinnern, dass es mal einen Aufruf von Neuser gab, was den geplanten Videodreh anging. Es wurden Leute gesucht, die an einem bestimmten Tag Lust & Zeit hatten, um mitzuwirken und das Ergebnis konnte man dann wenig später betrachten!

Irgendwo in Köln bekamen Menschen die Gitarre in die Hand gedrückt, der Song wurde eingespielt und man durfte sich dazu bewegen wie man wollte. Ob man nun dazu abrockte, verträumt durch die Gegend sah oder mehr in sich ging, völlig egal, denn alles passt wirklich gut ins Bild! Ob allein oder mit mehreren Personen. Ob Rentner oder Kind. Jeder für sich ging regelrecht auf und es macht einfach nur Spaß, sich dieses Video anzusehen.

Tipp: Dynamit

Henning möchte immer etwas Neues ausprobieren. Sich weiterentwickeln. Sich immer bißchen mehr von den vorherigen Songs abheben. Er möchte nicht an einer Stelle stehenbleiben und alte Sachen erneut aufrollen. Er möchte sich austoben, so habe ich jedenfalls das Gefühl. Dennoch bleibt er seiner Linie treu: Man wird es immer als Neuser identifizieren können, aber mit neuen Ansätzen und Ideen.

Somit auch bei Neuser vs. Barry: Dort kann man sich nun mehr von den Beats antreiben lassen, die sich leicht in den Vordergrund drängen, aber dabei nicht störend sind. Ganz im Gegenteil!

 

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