„W A S ist hier los?!“ City Light Thief berichten von unterwegs, Teil 2.

usaDerzeit überprüfe ich es mehr als gerne, welche Mails sich in meinem Posteingang eingefunden haben. Warum? Weil sich der grandiose Benni von City Light Thief täglich zu Wort meldet, um über die Tourtage zusammen mit Heisskalt zu berichten. Dieses Mal ging es um die Erlebnisse in Essen und Koblenz, zwischendurch gab es einen wohlverdienten Offday, der genutzt werden wollte. Für mich bei jedem Bericht spannend: Was passierte dieses Mal mit der Jacke von Benni? Hat diese erneut die Flucht ergriffen? Man, es ist wie bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten„, nur eben viel besser, ne?


Hallo von meinem Schreibtisch in Köln & willkommen zum zweiten Teil dieses kleinen Tagebuchs,

ich habe mich diesmal dagegen entschieden, den Beitrag im Bus zu schreiben, aus Gründen! Heute ist der letzte Tag auf dieser Tour, an dem wir nachts heimfahren – heute Abend ist aber erst nochmal Konzert in Köln. Aber fangen wir von vorne an.

Am Freitag stand das Konzert in der Weststadthalle in Essen an – im letzten Beitrag hatte ich ja breit & lang erklärt, dass ich vor den ersten beiden Shows ziemlich hibbelig war. Heute war das anders: in der Weststadthalle, beziehungsweise im Foyer davon, hatten wir bereits zwei mal im letzten Jahr gespielt. Ich dachte mir also: ich kenn die Bühne, ich kenn den tollen Veranstalter Hendrik, ich kenn ein paar der Leute die heute Abend kommen. Das wird ganz locker.
Als wir nachmittags in Essen ankommen, ist Gaston schon da und kommt uns entgegen, er ist ganz aufgeregt:

„Das ist aber eine groooße Bühne heute!“

Ich lächle herablassend und sage:

„Naja, schon ein bisschen größer als die letzten Tage, aber da im Foyer die Bühne, da kommen wir doch super mit klar.“ essen

Er guckt mich so dumm an, wie es angemessen ist, bei so einem dummen Kommentar von mir.
Der Vorverkauf für das Konzert ist so gut, dass wir zusammen mit Heisskalt nicht im Foyer, sondern der fucking GROßEN Halle der Weststadthalle spielen. Alles zurechtgelegte Coolness ist passé, zumindest bei mir, ich bin wieder total im Auf & Ab-Tiger-Modus und trinke (ein bisschen zu früh) das erste Bier des Tages. Vor der Tür steht inzwischen eine gute 30 Meter lange Schlange von Wartenden. W A S ist hier los?!

Als wir letztes Jahr mit Smile & Burn und Antillectual auf Tour waren, spielten wir hier vorne im Foyer, vor circa 30 Leuten, und die Bühne auf der wir heute Abend spielen war damals unsere Schlafgelegenheit. Heute, siehe Foto, sind vielleicht 1-2 Leute mehr gekommen. Als wir um 21 Uhr auf die Bühne gehen, ist die Halle erneut gefühlt komplett gefüllt, der Funke springt trotz der großen Bühne irgendwie fix über. Bei „Panica“ gibt es einen unaufgeforderten Circlepit & ich ertappe mich dabei, wie ich die Größe der Bühne für ein paar Moves ausnutze, die ich sonst nie auspacke, beziehungsweise aufgrund der Bühnengröße auch nicht auspacken kann. So schleudere ich das Mikrofon am Kabel durch die Luft & lasse es zurück in meine Hand schnellen. Hey, ich weiß dass das vielleicht ein bisschen Quatsch ist – aber einmal im Jahr ist das doch okay, oder etwa nicht? Das Konzert macht unglaublich Spaß.

Obwohl er ja eigentlich mit seinem Examen beschäftigt ist, freut es uns sehr, dass Bringo heute Abend Zeit gefunden hat als Zuschauer zum Konzert zu kommen, er will sich die Gelegenheit seine eigene Band mal von außen zu sehen nicht nehmen lassen. Ein großes & schönes Wiedersehen, clthaben wir ihn in den letzten Wochen wegen des Lernens quasi nicht zu Gesicht bekommen. Beim letzten Song von uns, „Punkt.Aus?Ende!“ kommt Bringo auf die Bühne & übernimmt den Bass von Casi. Wie schön! Am Ende singen viele hundert Kehlen mit uns „Alles schon erlebt!“ und wir schütteln ungläubig die Köpfe.

Was Heisskalt dann nach uns abbrennen ist wieder mal schlicht unglaublich, die Band hat so eine unglaubliche Energie, das Publikum aber auch. Wir gucken von der großen Empore von oben das Konzert & ich denke eigentlich die ganze Zeit, dass ich soviel Bewegung bei so perfekter musikalischer Darbietung fast schon unmenschlich finde. Großartig.

Nach dem Konzert verkaufen wir wieder ein bisschen Sachen & verschenken Poster, außerdem schreiben wir auf 20 Dinge jeglicher Coleur unsere Namen drauf, weil wir darum gebeten werden. Immer wieder ein bisschen komisch, aber immer wieder auch eigentlich ziemlich cool. Danach unterhalten wir uns mit Heisskalt & Crew über Dinge, zum Beispiel die Band ADOLAR. Wir kommen zum Schluß, dass wir alle Riesenfanboys sind & hoffen dass der Rest der Welt das auch nochmal mitbekommt.

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Als wir so gegen 1 Uhr nachts den Heimweg antreten wollen, kommt wieder der kritische Moment meiner Nacht: Wo ist meine Jacke? Und wo eigentlich mein Schlüssel? Achja, in der Jacke. Fuck. Gute 30 Minuten mache ich alle um mich herum verrückt, und sage laut Sätze zu mir wie

„Ich bin der dümmste Mensch, den ich mir selbst vorstellen kann.“,

weil ich schon wieder vergessen habe, wo ich meine Jacke hingepfeffert habe. Es stellt sich heraus, dass ich sie in einen Spind gesteckt habe, und den danach zugemacht habe. In keinem Universum meines Hirns macht das nur ansatzweise Sinn, und trotzdem habe ich es getan. Tobi ist mein Held und findet meine Jacke, dafür trägt er sie dann aber auch erstmal. Wir fahren nach Hause & liegen sehr spät im Bett. Kann man sich nicht ausdenken so Tage.

Platte des 3. Tages: Adolar – Die Kälte der neuen Biederkeit

Der folgende Samstag ist für uns frei – Heisskalt beweisen einmal mehr Übermenschlichkeit & fahren nach Rostock (um am nächsten Tag zurück nach Koblenz zu fahren!!!) und spielen dort ein Konzert ohne uns. Am Offday geht jeder seiner eigenen Wege. Ich selbst tue einige sehr gute, erholsame Dinge (mit meiner Tochter Schwimmen gehen, Klamotten für sie einkaufen), andererseits eher dumme Dinge, die man an einem Offday auslassen sollte (Weißwein zum Essen, um 22 Uhr noch zu einer Party am anderen Ende der Stadt). Aber naja. Trotzdem ein schöner Tag. Mario nutzt den Tag am vorbildlichsten & liegt bis 18 Uhr mit einem frischen clt 3Schnupfen im Bett. Gute Besserung.

Sonntag treffen wir uns wieder & fahren los nach Koblenz, für das Konzert im Circus Maximus. In Koblenz waren wir erst einmal, beim IfTheKidsFest im Jam Club, das war sehr schön damals. Der Laden heute ist um einiges größer & liegt im Keller eines Restaurants. Das klingt aber schlimmer als es ist, wir fühlen uns sehr wohl, vor allem bei der Gastfreundschaft von Kasel, der nächste Veranstalter der uns schon kennt. Die Backstageräume liegen in alten Toiletten/Duschräumen. Das wieder ist ziemlich so schlimm, wie es sich anhört.

Bevor wir soundchecken gehen wir ausgiebig durch die Stadt spazieren & geben uns als eine Spur zu laute Touristen, machen außerdem warum auch immer ein Foto mit der amerikanischen Flagge. Ist aber auch schön da. Als wir zurückkommen stehen schon wieder Leute vor dem Laden an, obwohl es noch gute 3 Stunden bis zum Beginn sind. Hui.

Die Bühne heute ist wieder eher unser Kaliber – jeder kann ein bisschen umher tippeln, aber große Akrobatik wie gestern lässt sich hier nicht vollführen. Auch gut so. Heisskalt-Sänger Matze sagt uns heute wieder sehr charmant an. Nach wenigen Takten merken wir, dass das Publikum heute ziemlich Lust hat „dabei zu sein“, und um uns herum wird clt 2mitgeklatscht, gehüpft. Nochmal Hui. Wie ich (mehrfach) erwähne, sind wir so eine Resonanz nicht gewöhnt. Trotzdem ist es irgendwie super. Kurz vor „Bones“ fällt Casi der Bass runter & geht zum Glück nicht kaputt. Am Ende singt der Saal wieder „Alles schon erlebt!“ mit uns. Heisskalt sind danach wieder fernab jeder Realität – im positivsten Sinne – und bescheren allen Anwesenden den schönsten Sonntag ihres Lebens bis dato.

Nach dem Konzert kauft zwar fast niemand etwas von uns, dafür wollen alle Fotos mit uns machen. Auch das ist neu, aber wir machen mit.
Ab heute spielen wir zwei Konzerte mit Seahaven aus den USA – am Mittwoch stoßen wir dann in Marburg wieder zu Heisskalt, die sich jetzt mal zwei freie Tage verdient haben. Die nächsten beiden Tagen werden sicher wieder ganz anders – ich bin freudig & gespannt.

Platte des 4. Tages: Ich kann mich an nichts erinnern. Sorry.

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