„…für den Moment ist alles gut und diese Lieder sind wie Pflaster…“

190195_4312489686921_1814581336_nEs gibt manchmal Menschen, die einem plötzlich und unerwartet über den Weg laufen. Menschen, die nur so voller Liebe und Hingabe strotzen und ihr ganzes Umfeld damit in Sekunden infizieren. Menschen, die dich beim Wiedersehen direkt in die Arme schließen und so fest zudrücken, dass es dir glatt den Atem raubt. Du spürst diese Herzlichkeit, Geborgenheit und Wärme. Die innere Flamme der tiefsten Zufriedenheit flackert auf und man fühlt sich so gut wie schon lange nicht mehr. Menschen, die man nie mehr aus den Augen verlieren möchte, weil man diese jeden verdammten Tag schmerzlich vermissen würde. Menschen, die mit einem großen Herzen und einer noch größerer Klappe durch die Gegend rennen. ‚Gutmütiger Frechdachs‘ passt in solchen Fällen wie die berühmte Faust aufs Auge.

Wenn diese Menschen dann noch eine Gitarre in die Hand nehmen und in den Texten das Innere nach Außen tragen, dann erliegt man ihnen vollständig! Soll ich euch verraten, welcher Musiker sich in mein Leben schlich und einfach nicht mehr wegzudenken ist?

Ein Musiker, der keine vier Minuten benötigt, um seinen Standpunkt mitzuteilen und uns an die Hand nimmt, damit man eine Reise durch seine Gefühlswelt machen kann. Ein Musiker, der immer den perfekten Pfad zwischen unaufgeregter Melancholie und Hoffnungsschimmer beschreitet. Ein Musiker, der mir mit seinen geradlinigen Texten schon einige Tränen abverlangte und mir gleichzeitig den Arsch rettete.

Ein Musiker, der am 9. Mai ENDLICH mit seinem ersten Album „Leere Gläser“ um die Ecke kommt! (Aufgenommen in den Leipziger Lala Studios!) Und dann auch noch auf Vinyl! Die Rede ist hier von Tigeryouth, der in Osnabrück wohnt und am Zapfhahn steht, wenn er mal nicht unterwegs ist, um uns mit seinen Songs zu beglücken.

Tigeryouth gehört definitiv zu den Guten. Wenn er nur wüsste, wie sehr man seine Anwesenheit schätzt und wieviel Kraft man aus seinen Songs schöpfen kann. Wenn ich mich richtig erinnere, dann wurde ich irgendwann Mitte/Ende 2011 auf diesen Musiker aufmerksam gemacht und ich erfreue mich wirklich sehr daran, dass er mit seiner Musik immer mehr Menschen erreicht und somit weitere Kreise gezogen werden können, die sich unaufhaltsam ausdehnen. Wie eine losgetretene Lawine, die sich ihren Weg bahnt: Und zwar volle Kraft voraus – mit erhobenem Mittelfinger vorbei an alle Hater und/oder Neider.

Foto: 1000literfotos.de
Foto: 1000literfotos.de

Er liebt es zu touren und in der Menschenmenge abzutauchen, vor und nach der Show (manchmal auch mitten in dieser). Er liebt es, wenn er all seine Freunde in die Arme schließen kann, denen er irgendwo zwischen Flensburg und München begegnet. Eine Stimme mit Wiedererkennungswert – ob er nun singt, redet oder einfach nur lacht.

Ich weiß noch sehr gut, wie wir auf der Bettkante in der Hamburger Kellerbude saßen, es dürfte gegen Mitternacht gewesen sein. Tigeryouth kopierte mir Songs auf mein Netbook („Soll ich machen? Ich mach mal!“), in die wir im Schnelldurchlauf reinhörten. Ja, es waren die Songs vom jetzigen Album. Ja, es gefiel mir, was ich hörte. Während wir dort saßen wurde er ruhiger und wirkte nachdenklicher, fast schon zerbrechlich. Mir wurde in diesem Moment erneut vor Augen geführt, dass er die Musik so dringend braucht wie der Junkie seine Drogen, um das Zittern, die Ausbrüche und den alltäglichen Wahnsinn einzudämmen, vielleicht auch einen Moment lang zu vergessen, auszublenden und gleichermaßen zu verarbeiten und zu verdauen.

Jetzt, fast ein gutes Jahr später, steht die Platte in den Startlöchern – und dazu auch noch über das entzückende Zeitstrafe-Label. Renke & Tilman:

Love is in the air!

13 Songs befinden sich auf dem Album und die Gesamtlänge unterschreitet sogar die 30 Minuten Grenze. Kurz, knackig und auf den Punkt gebracht, würde ich dazu einfach mal sagen.

Tigeryouth hat sich eine gewisse Freiheit beibehalten: Ein stinknormaler Job? Täglich 9 Stunden in einem stickigen Büro eingepfercht sein? Oder an der Kasse seine Arbeitszeit absitzen und sich von Kunden dämlich kommen lassen? Zukunftspläne? Pff, da pfeift er drauf. Sein Ding war es schon immer und wird es auch immer bleiben: Die treibende Leidenschaft namens Musik.

„…und ja ich weiß: in euren Augen hab ich nichts erreicht. Aber muss mich das interessieren?“

(Streichholz.)

Selbst von Mitfahrgelegenheiten kann er sprichwörtlich ein Lied singen 970102_781762751835223_1723349733_n(Haha!): Nervige Gespräche, eine nicht enden wollende Fahrt, bedrückende Stille und dieser innere Wunsch, dass man am gewünschten Ziel ankommt, um wieder getrennte Wege gehen zu können. Wer kennt es nicht?

„…und jetzt wo du’s weißt: halt den Rand, mach das Radio an & schweig.“

(Vor Berlin.)

Melancholie schwingt immer wieder mit. Es lässt einen anfangen zu taumeln, gesungene Worte dringen tief in dich ein, finden ein Schlupfloch in der mühsam angelegten dicken Haut. Tief vergrabene Erinnerungen kommen ans Tageslicht und schon sitzt man genauso nachdenklich und zerbrechlich auf der Bettkante, wie es Tigeryouth einst tat.

„…und die aufgekratzten Wunden bluten wieder. Das sind die dunkelsten Stunden und die traurigsten Lieder.“

(Der letzte Schluck der Flasche vs. Das Glück der Welt.)

Ein Album, welches an Aufrichtigkeit nur schwer übertroffen werden kann.

Sein Leben, seine Geschichten, seine Erinnerungen packt er in diverse Zeilen und lässt uns alle daran teilhaben: Ob er anfängt zu zweifeln oder zu hinterfragen, sich über Mitfahrer auslässt oder ob er diese

‚Fickt euch! Es ist mein verdammtes Leben, deswegen kann ich entscheiden wie ich es gestalten möchte und ihr habt einfach die Fresse zu halten! Punkt. Aus? Ende!‘

Sache anspricht. Man könnte es als eine Art modernes Tagebuch beschreiben, in dem die Dinge erzählt werden, die Fragen und gleichermaßen Antworten aufwerfen. Dinge, die nicht nur wichtig erscheinen, sondern es tatsächlich auch sind.

Tigeryouth ist ein Mensch, der uns aus der Seele spricht. Er ist unser Sprachrohr, wenn wir mal wieder kein Wort rausbringen sollten. Ein Typ, der sich nicht unterbuttern lässt und unbeirrt seinen Weg geht und wir alle folgen ihm. Vielleicht, weil wir uns gerne eine Scheibe (oder mehrere) von Tilman abschneiden möchten? Weil wir ebenfalls diesen inneren Drang haben, unserem sehnlichsten Wunsch nachzugehen ohne an mögliche Konsequenzen denken zu müssen?

Befreien. Seele baumeln lassen. Den Pfad einschlagen, der einen glücklich macht und bloß nicht nach der Pfeife von anderen tanzen. Ein Stück Freiheit bewahren und das Leben mehr genießen – mit allen Höhen und Tiefen.

Tigeryouth gibt uns vieles mit auf den Weg, wir müssen nur genauer hinhören und auch mal zwischen den Zeilen lesen (oder sagt man an dieser Stelle eher ‚hören‘?)!

Und das könnt ihr ab dem 9. Mai, wenn man das Album ‚Leere Gläser‘ überall bekommen kann! Ach, hatte ich schon erwähnt: Im SCHALLPLATTENFORMAT! Deswegen bestellt euch das gute Stück vor, damit ihr es dem Postmenschen pünktlich aus der Hand reißen könnt!

+++++++Vorbestellen: Klick!+++++++

Die Tour beginnt ebenfalls am 9. Mai & warum Ara ganz gerne zu einem seiner Konzerte geht, hat sie kurz und knapp beantwortet:

Ara: …weil Tilman einer der ehrlichsten Musiker ist, die ich kenne und es Balsam für die Seele ist, seine Songs gerade raus zu schreien.

Ich finde immer interessant zu erfahren, wie sich gewisse Personen überhaupt kennengelernt haben. So fragte ich bei Daniel nach, der sich in Hamburg liebevoll um die kleine aber feine Astra Stube kümmert. Dort, wo auch schon Tigeryouth einige Abende auf der Bühne und an der Theke verbringen durfte:

Daniel Höötmann: Ich bin Tilman aka Tigeryouth zum ersten Mal irgendwo in der Nähe von Bielefeld begegnet. Ich war mit der Band Adolar auf Tour, als Support spielten er und Krawehl. Das Erste, was er zu mir sagte, war: „Hi. Ich bin Tilman. Haste Bock auf ein Bier? Und, achja, haste ’ne Kippe?“
Wie oft ich diesen Satz in den nächsten Jahren von ihm gehört habe, kann ich nicht mehr zählen. Aber als ich an diesem Abend Tigeryouth das erste Mal spielen hörte, war ich direkt verliebt. In seine Musik, seine Texte – und ja, irgendwie auch in den Menschen.
In den nächsten Jahren begleitete Tilman häufig Bands als Support, mit denen ich unterwegs war. Wie ein kleines Kind freute ich mich auf das obligatorische Geknuddel und Geherze beim Wiedersehen.

Gefühlte hundert Mal habe ich ihn in die Astra Stube in Hamburg gebucht, ob es musikalisch passte, das war fast egal. Denn jeder, der ihn live sieht, ist fasziniert von ihm. Wie er es schafft, einen Klub ohne Mikrofon zu beschallen, so roh und ehrlich.

Ich war mit Tilman in den kleinsten Kaschemmen und in größeren Hallen. Lag mit ihm in Hotelbetten, in Bandwohnungen und auf Matratzen. Hab mit ihm an Theken getrunken, gestritten und philosophiert. Über Gott, die Welt und unsere Lieblingsbands.

Warum man also das neue Album Leere Gläser kaufen sollte?
Weil man nicht nur ein wahnsinnig gutes Album kauft. Man kauft sich einen tollen Typen gleich mit, dem man, sobald man erstmal gepackt ist, sofort hinterher reisen will, um ihn immer wieder auf der Bühne sehen zu können.

Vielen Dank an Daniel & Ara!

+++++++Tourdaten+++++++

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