#5 Videobesprechung: Faszination Soundgarden.

Foto: Joe William Davis.
Foto: Joe William Davis.

Die Videobesprechung geht bereits in die fünfte Runde, aber bei diesem Part gibt es eine kleine Änderung: Habe ich mir die letzten Male die Finger blutig getippt, übernimmt das an dieser Stelle eine andere Person! Viele schimpfen ja immer über Facebook, ich finde es aber meistens ganz praktisch, um mit Menschen in Kontakt treten zu können, wenn ich etwas für den Blog plane. Oder manchmal liken Personen die Beiträge auf der SCTYS-Seite und dabei bin ich öfters über den Namen Dominik McNeder gestolpert…

Dominik, wohnhaft in Salzburg, der schon in seiner Kindheit der Musik verfallen war, heute sogar selbst zur Gitarre greift und bereits mit Tim Vantol oder John Allen Konzerte spielte.

Dominik, der bei Bandcamp seine EP ‚Home Alone‘ zur Verfügung stellt. ‚Pay what you want‘ heißt dort die Devise. Eine EP, die zum Verweilen einlädt.

Augenschließen. Runterfahren. Mitsummen. Neue Ohrwürmer einhandeln.

+++++++All das dort zu finden: Klick!+++++++

Hier nun seine Worte zu Soundgarden! Vielen Dank dafür, Herr McNeder!

Dominik McNeder: Anno 1994: Ein Junge sitzt mit dem Rücken zum Fernseher am Wohnzimmerboden, die Lautstärke voll aufgedreht. Er wippt mit dem Kopf, starrt auf den Boden und singt lautstark in bestem Kauderwelschenglisch bei dem Lied, das gerade auf MTV läuft – ja, damals gab’s da noch Musik – mit.

Dieser Junge, im zarten Alter von sieben Jahren, bin ich. Und das Musikvideo ist das grandiose „Black Hole Sun“ von Soundgarden.
Ich hatte schon mit ungefähr fünf begonnen Rockmusik zu hören und war wahrscheinlich der größte Guns’n’Roses-Fan bei uns im Dorf. (Mein Bruder würde hier wahrscheinlich nicht zustimmen, aber das ist eine andere Geschichte.) Jede freie Minute verbrachte ich entweder mit der Plattensammlung meines Vaters, oder eben damit jedes Musikvideo auf MTV anzusehen, über Eurodance zu schimpfen und mit Bon Jovi, Nirvana, Metallica und Konsorten abzurocken.

Und plötzlich höre ich die ersten Töne von „Black Hole Sun“ und meine Ohren und Augen werden immer größer. Ich hatte bis dahin noch nie etwas von Soundgarden gehört und war gespannt, was mich erwartet. Nachdem das Video zu Ende war, blieb ich einerseits begeistert von der Musik und andererseits verstört von dem dazugehörigen Filmchen vor dem Fernseher sitzen. Naja, was soll ich sagen? Barbiepuppen-grillende Mädchen, großäugige Apokalypsenprediger und eine halbnackte Frau, die sich in der Badewanne von ihrem ungefähr drei Meter großen Hund ablecken lässt.

In gewisser Weise war ich auch fasziniert von all dem, was da passierte, aber eben mehr verstört. Als von da an das Video lief, konnte ich einfach nicht mehr hinsehen, aber umschalten war nun wirklich nicht möglich. Also umdrehen und die Musik genießen!

Heute finde ich das Ganze zwar nicht mehr verstörend, aber ich bin jedes mal wieder fasziniert wie gut darin die Perversion der Menschheit dargestellt wird. Es ist wie ein Spiegel, der der Gesellschaft vorgehalten wird und zeigt, wie grausam, selbstverliebt und leichtgläubig wir alle sein können.

Das Video zu „Black Hole Sun“ wird nie an Aktualität verlieren und ist für mich somit eindeutig mein Favorit in Sachen Musikvideos.

Facebook: Klick!
Bandcamp: Klick!

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