‚Kein Scheiß, ich hätte fast in den AJZ-Innenhof gebrochen.‘ Die ersten Konzerte von Black Paintings!

11235383_1060208553996922_8108922099674707855_nUnd jetzt fragt sich natürlich JEDER: Wer genau benutzt in der heutigen schnelllebigen Zeit noch das Wort ‚gebrochen‘? Kann ich euch natürlich sofort beantworten: Schnuckel Tigeryouth. Unser ALL-TIME FAVORITE. Ja, das können wir beruhigt so stehen lassen, denn es ist die Wahrheit. Sein geliebtes Soloprojekt liegt derzeit auf Eis, aber dennoch bleibt er uns erhalten- nämlich als Sänger bei Black Paintings!

Eine Band frisch aus dem modrigen Boden gestampft. Irgendwann waren sie einfach da und schlugen uns volle Kanne ihr Demo um die Ohren, dass es nur so schepperte.

Es perlt, knackt und zischt an allen Ecken und Enden, genau wie bei Meister Dittsche: Ein eher unscheinbarer Typ im Bademantel geht täglich zum Imbiss seines Vertrauens, um uns mit viel Humbug, Getratsche, Denkanstößen und Wortwitz zum Lachen und Staunen zu bringen. Die obligatorischen Flaschen Bier gehören zum guten Ton, ebenfalls wie bei einem guten durchschwitzten Punkrockkonzert. Ich weiß, dass meine Vergleiche manchmal ziemlich hinken und mir irgendwann keiner mehr so richtig folgen kann, aber ich sehe da schon die eine oder andere Verbindung UND WENN ES SICH DABEI AUCH NUR UM DAS BIER HANDELT!

Das Demo kommt knackig und frisch daher, ähnlich wie eine ellenlange Standpauke der Eltern, nur eben in MODERN: Punkiger, großmäuliger und rasanter. Da macht es dann natürlich doppelt so viel Spaß sich das alles anzuhören. Immer und immer wieder!

‚Tigeryouth! Bock auf Tourtagebuch für die ersten 2 Shows?‘
‚KLAR!‘

Geiler Typ, sag ich euch! Für mich aber auch wirklich spannend zu erfahren, wie es so war die ersten Shows zu spielen, da er in den letzten Jahren doch eher als musikalischer Einzelgänger galt und dabei eine wunderbare Figur machte. Jetzt also mit Tim, Dennis, Schlucke und Flo im Rücken und noch immer mit ordentlich Geschrammel und Geschrei!

Vielen vielen Dank an Tigeryouth für das Festhalten der Konzertereignisse Mitte September!

Vier Monate nach Bandgründung die ersten Shows. Verglichen mit den anderen Bands, die ich noch in der Hinterhand, bzw. im Hinterkopf habe, ist das Lichtgeschwindigkeit. Aber darum geht’s hier nicht. Black Paintings. Die ersten zwei Konzerte. Für mich die ersten zwei Konzerte als Sänger einer Band seit Ewigkeiten. 2009? Ich gehöre zu den Menschen, deren Aufregung mit der Anzahl gespielter Konzerte wächst. Jedesmal ein bisschen mehr. Und jetzt muss ich ohne Gitarre, nur mit einem Mikrofon in der Hand auf die Bühne. Und der Band natürlich. Manchmal vergesse ich das fast.

Ich bin zwei Wochen im Vorraus so aufgeregt, als würde ich gleich zum ersten Mal knutschen. Drei Tage vor der Show fahre ich nach Köln, um zwei Abende am Stück zu proben. Und ich werde immer aufgeregter. In der Nacht zu Freitag betrinken wir uns aus Versehen, obwohl wir uns vorgenommen hatten, genau das nicht zu tun. Am Freitag selbst wache ich dann trotzdem viel zu früh auf. 13:00 Uhr Treffen am Proberaum. Schlucke hat Brötchen geschmiert. Ich hab’ mir extra noch ein Sportband für die Brille gekauft, damit die mir nicht vom Näschen fliegt. Ich rauche gegen die Nervösität an. Dennis und Timbo sind spät dran mit dem Bus. Packen geht aber schneller als gedacht und wie geplant fährt der geliehene T4 um Punkt 14:00 Uhr vom Hof des Proberaumkomplexes. Ich fahre. Das einzige, was mich beruhigt: Autofahren. Neben mir sitzt ein Mensch, der per Blabla-Car den Weg in unseren Tourbus gefunden hat. Ich fühle mich etwas abgeschnitten vom Rest der Gruppe, finde das aber eigentlich ganz gut. Eine Autofahrt ist eine Autofahrt. (Ist eine 11216805_1082108671806910_3752619979052814783_nAutofahrt). Wir sind die erste Band im AJZ. Ergo müssen wir am längsten warten. Warten ist gar nicht gut für die schwachen Nerven. Wir trinken gezwungen langsam die ersten Biere um bloß nicht betrunken zu werden. Alle sind angespannt. Koeter kommen mit der Bassbox, wir machen den Soundcheck. Und plötzlich nur noch zehn Minuten. Einsingen. Bier holen. Vergeblich versuchen, irgendwo noch schnell Schnaps aufzutreiben. Die erste Show fühlt sich an, als wäre jeder von uns in einem Glaskasten auf dieser Bühne. Zwischendurch merke ich, wie Dennis von rechts versucht, Kontakt mit mir aufzunehmen. Ich mache die Augen wieder zu und dreh’ mich weg. Irgendwo im Gesamtbrei sind schiefe Töne. Die Menschen vor der Bühne bleiben trotzdem stehen. So viele hab’ ich gar nicht erwartet.

Meine Bewegungen kommen mir schlaksig und ungelenk vor. Zwischendurch kriege ich einen Gitarrenkopf gegen die Schläfe geballert. Kurzer Texthänger. Die Brille muss runter. Alles beschlagen. Und dann ist es einfach vorbei. Ich renne verschwitzt über den Hof zu den Schlafplätzen und zieh’ mich um. Als ich wieder runterkomme, tragen die anderen schon Zeug zum Bus. Ich bin es so gewohnt, nur meine Gitarre in den Koffer zu packen und dann machen zu können, was ich will, dass ich einfach nicht daran gedacht habe, dass eine Band ein bisschen mehr Stuff wegräumen muss. Ein 10624882_1077635592254218_599360510783611788_nTopteil ist noch da, ich helfe eben mit. Wenigstens sieht es nicht aus als hätte ich gar nichts gemacht. Ich muss unbedingt sitzen. Im aneinander vorbeigehen einigen wir uns darauf, dass das für’s erste Mal schon okay war und verstreuen uns über das Gelände vom AJZ. Habe ich mit einer Gruppenumarmung gerechnet? Mit der Einführung irgendeines dämlichen Bandrituals nach der Show? Egal. Dann hole ich mir eben von jedem einzeln eine Umarmung ab. Erstmal sitzen. Koeter fangen schon an. Irgendwie verstehe ich das erst nach dem zweiten Song. Drei Stücke krieg’ ich noch mit, dann muss ich zur Verabschiedung von mir wichtigem Besuch aus Osnabrück raus. Passt mir ganz gut. Mein Kopf ist nicht mehr aufnahmefähig. Dabei waren Koeter heute so gut wie ich sie bis jetzt noch nicht gesehen habe. Der Versuch, zu feiern und mich zu betrinken ist heute allenfalls halbherzig. Die ganze Aufregung der letzten zwei Wochen, die sich gerade entladen hat, lässt mich ziemlich fertig zurück. Ohne mich zu verabschieden schleiche ich die Treppen zum Pennraum hoch und schlafe direkt ein.

Bandaktivitäten. 10 Uhr Frühstück, 12 Uhr Abfahrt. Es regnet und bis zum Konzert sind es nach Ankunft in Braunschweig noch Ewigkeiten. Wäre ich alleine, würde ich in der Nähe vom Club parken und irgendwo Kaffee trinken, bis es Zeit ist. Lesen, organisieren und telefonieren. Aber wenn ich alleine bin, bin ich eben auch meistens bedeutend länger als zwei Tage auf Tour. Jetzt sind wir also als Band um 15 Uhr in Braunschweig und gehen ins Kino. Everest in 3D. Große Bilder, dumme Menschen. Wir sind alle wütend, als wir aus dem Film kommen. Scheiß Adrenalintouris und ihr Todeswunsch. Wir sind wieder die ersten am Club. Und haben uns noch dazu aufgezeckt, da das Konzert, welches wir ursprünglich spielen sollten, abgesagt wurde. Bedingung für’s aufzecken: Nicht kacken und an der Decke schlafen. Langsam wird klar, dass es heute deutlich später losgeht. Von Anfang an bammeln die Veranstalter*innen, ob überhaupt Menschen kommen. Wenigstens sind genug von den Bands da. Wir spielen vor der Bühne auf dem Boden. Der Soundcheck dauert schon nur noch halb so lange wie gestern. Ich nehme mir drei Dinge vor: Augen auf beim Singen, zwischendurch mal Kontakt zu den Anderen aufnehmen und anstatt mich von vorne nach hinten zu bewegen, wie ich das von Solo-Konzerten gewohnt bin, einfach den ganzen Raum ablaufen. Im Nexus in Braunschweig spielt eine andere Band als die, die noch einen Tag vorher auf der Bühne in Bielefeld stand. Die Songs funktionieren, die schiefen Töne sind raus. Meine Bewegungen fühlen sich richtig an. Die Freude, als Dennis merkt, dass wir uns jetzt zwischendurch “anrocken”, die 12042602_1081613685189742_2847239177886046247_nÜberraschung in Timbos Fresse, als ich ihn solange anstarre, bis er mich angucken muss und die Menschen, die wieder bleiben. Abtrocknen, umziehen und erstmal setzen. Meine Beine fühlen sich an wie Gummi. Aber mein Kopf ist fit. Ich hab’ sogar Bock, die anderen Bands zu sehen. Ich liebe Easy Lover. Krass, wie ich die liebe. Also so menschlich, sowieso. Aber live bringt mich das komplett aus dem Konzept. Wie sich Marv zwischen den Snare-Schlägen in aller Seelenruhe die Haare hinter’s Ohr streicht! Bester Move. Strafplanet ballern. Das ist alles nicht ganz meins, aber wahnsinnig! Mir fällt auf, dass ich von den Bands am gestrigen Abend, abgesehen von den drei Koeter-Songs, gar nichts mitbekommen habe. Ich lasse mir das durchgehen. Wegen der Aufregung. Kein Scheiß, ich hätte fast in den AJZ-Innenhof gebrochen. Weil eh schon wenig Menschen (immerhin kein Negativ-Rekord!) da sind, neigt sich der Abend schnell dem Ende zu. Die Lover fahren nach Hause und ich bin wieder der Erste im Bett. Wenn das mal nicht zur Gewohnheit wird. Wie es sich für eine “Berufstätig*innen”-Band gehört, setzen wir Frühstück auf zehn und Abfahrt zu elf Uhr an. Wir wurden das ganze Wochenende über wie König*innen bewirtet. Mich ärgert es, dass wir nicht länger unterwegs sind. Und voraussichtlich auch nie so wirklich sein werden. Aber ey. Never say never und so. Ich fahr’ mich noch selbst zum Bahnhof in Herford, eine Runde Umarmungen und der erste Bandausflug ist für mich beendet. P.s.: Beim nächsten Mal helfe ich auch beim Ausladen, versprochen.

+++++LIVE!!!+++++

10. 10. Kreuzlingen, Horst Klub
17. 10. Wolfsburg, Jugendzentrum Forsthaus
14. 11. Kamen, JKC Jugendzentrum
17. 11. Münster, Gleis 22

Black Paintings
Tigeryouth

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