Plattenalarm #10: Blinde Kapitäne unterwegs auf musikalischer See!

11082519_1659264124304778_8401210350446984739_nGenial! Die fisco-rianer, die wir mittlerweile sehr ins Herz geschloßen haben, geben uns einen Einblick in ihre Plattensammlungen und trumpfen mit The Gaslight Anthem, PUP, Thumb, Golden Kanine und Yesterday’s Ring auf. Welch wunderbare Mischung, stimmt’s?

Wie wir auf diese Truppe aufmerksam wurden? Nun, ganz einfach erklärt: Irgendwann befand sich eine Mail bei uns im Posteingang und da wir wahnsinnig musikhungrig sind und gerne bei uns unbekannten Bands reinhören, taten wir es auch in diesem Fall. Schauten uns die Videos aus dem Kaputtmacher Tonstudio (die übrigens echt tolle Sessions machen!) immer und immer wieder an, verliebten uns ein wenig. Angesiedelt bei Turbostaat, Love A und wie sie alle heißen. Klar, keine neue musikalische Erfindung, aber das muss ja auch nicht sein, denn es gefällt. Sehr sogar!
Reinhören? ABSOLUTE PFLICHT! Pogotastisch!
+++++Bandcamp: Klick!+++++
Vielen Dank an fisco für’s Mitmachen und hoffentlich werden wir in Zukunft noch sehr viel von ihnen hören!
Christian: PUP – s/t (2014 – Side One Dummy Records)
Bandkollege Matthes hat mich auf PUP gebracht. Eine junge Band aus Kanada. Sehr wüster Sound. Rau, dynamisch, kantig. Mag glaub ich nicht jeder. 
Trotzdem finde ich die Band extrem vielseitig. Vom wilden Gitarrengefrickel, über punchige Singalongs, bis zu Slowtempo Songs. Alles dabei. Gibt ein paar nett pupanzusehende Youtube Videos von denen, besonders die Audiotree Sessions. Könnte mir vorstellen das die Live mit der richtigen Crowd enorm Bock machen.
Bin gespannt wie sich die Band noch entwickelt. Grad mal 2 Jahre alt die Formation.
Wer die Band kennenlernen möchte, dem empfehle ich zum Einstieg den Song „Dark Days“. Relativ schnelle, tanzbare Nummer. Danach direkt „Never Try“. Mein Lieblingssong von der Platte. Schön groovig, geschmeidig. Nach dreimal hören kann man direkt mitsingen. Ach und „Factories“…derbes Ende. Ausrasten pur.
Hätte ich die Möglichkeit mir für ein Konzert drei Bands auszusuchen, dann würde ich PUP zusammen mit den RX Bandits und Biffy Clyro die Bühne teilen lassen.
Matthes: Yesterday’s Ring – El Rancho ( Yo-Yo Records/2005)

Sommer 2009: In der WG-Küche stapeln sich vier Emowürstchen, tütenweise Leergut, ein Dauergast auf dem Sofa und dazu läuft ein Soundtrack den die Plattennadel dieser Tage regelrecht wund geschliffen hat.

Die Rede ist von dem Album El Rancho und der Band Yesterday’s Ring aus Foto 1Montreal. Genau, die Platte mit dem Köter auf dem Cover, der diesen witzigen Cowboyhut trägt! Wer diesen Meilenstein der Musikgeschichte verschlafen hat ist raus, aber so richtig! Eh ne im ernst, die Band war mir bis dahin völlig unbekannt und wäre es auch geblieben, wenn sie nicht von unserem damaligen Mitbewohner in den musikalischen WG-Horizont eingeführt worden wäre.

Johnny Cash meets Against Me – 9 Songs, die sich im Wesentlichen um die drei lebenswichtigen Grundelemente drehen: Alkohol, Liebe und Musik. Wer einen Eindruck bekommen will, sollte den letzten Track auf der Platte anspielen. Dying to Forget – ein passender Song, wenn man im Morgengrauen stinkbesoffen nach Hause kommt und bei einer letzten Kippe die vergangene Nacht ausklingen lassen will. Die genialste Melodie ever (Fakt!) begleitet die versoffene Stimme von Hugo Mudie (Saint Catherines), der dieser Tage die passenden Worte für mich findet:

This whole life won´t be enough

but I remember everything

even though now I’m dying to forget

Thomas: Thumb – (Maximum) Exposure 

Alles hat seine Zeit, nicht alles ist zeitlos.

Alter Verwalter, was hab ich denn da rausgefischt. Das Album katapultiert mich zurück in Oberstufenzeiten um die Jahrtausendwende herum. 1997 veröffentlicht, mal sehr abgefeiert – von der Visions, von mir, vom Trompeten-Johannes. Hab ich bestimmt seit fast 10 Jahren nicht mehr gehört. Erste Assoziationen: Sänger Claus Grabke, mit Skateboard hatte der was zu tun, Tanzfläche… Hit: Sell Myself. Bildschirmfoto 2015-10-11 um 22.39.58

Direkt mal Wikipedia angeschmissen, um zu schauen, was Band und Musiker sonst noch so machen und gemacht haben. Richtig, Claus Grabke war auch irgendwann mal Sänger bei den Alternative Allstars, falls die anno 2015 noch jemandem ein Begriff sind. In den 1980er und 1990er Jahren war Grabke außerdem eine Größe in der Skateboardszene. Er gewann 19 mal die deutsche Meisterschaft sowie internationale Titel wie die Monster-Mastership. Grabke gründete ein Modelabel sowie ein Skateboard-Magazin.

Bemerkenswert auch, dass Thumb mit allen ihren drei Alben in den deutschen Album-Charts waren. Zeugt jedenfalls von Zeitgeist und Szene-Verwurzelung bei den Skatern. Auch mit den poppigeren Alternative Allstars dürfte Grabke später Chartplatzierungen erreicht haben (u.a. „Rock On“). Heute kaum zu ertragende Musik, das. Seine Bandkollegen haben später u.a. bei H-Blockx und Waterdown mitgemischt.

Live gesehen hab ich Thumb auch mal irgendwann, irgendwo. Grübel, grübel: Bizarre Festival 2001 müsste es gewesen sein. Das war damals definitiv eine schweißtreibende Nummer mit einer ordentlich abgehenden Menschenmasse vor der Bühne.

Kommen wir zum eigentlichen Thema, dem Album:

Das rockt schon irgendwie immer noch alles, auch wenn es Musik ist, die ich heute nicht mehr wirklich höre. Das hat man früher mal Crossover genannt. Ein paar Jahre später wurde Artverwandtem auch der Stempel New-Metal aufgedrückt. Volle Breitseite Gitarrenriffs, eher gesprochener Gesang in den Strophen und eingängige Refrains. Ab und zu mal ein dezentes Scratchen und immer dieses spezielle Tempo, das sich hervorragend zum Springen eignet. Mit entsprechendem Pegel, in entsprechender Stimmung im Rockschuppen würde mir das wohl auch heute rhythmische Bewegung in die Glieder zaubern.

Songs wie Sell Myself, Seize The Day oder auch der Opener Break Me sind und bleiben Songs mit Hit-Charakter. Auf voller Albumlänge kann es mich allerdings zumindest heute nicht mehr wirklich aus den Socken hauen. Es kommen immer wieder Momente, in denen ich mir denke: „Wow, rockt immer noch gewaltig.“ Gerade in der zweiten Hälfte des Albums werden die Songs aber schwächer und es wiederholt sich. Zeitlos ist das sicherlich nur teilweise.

Mit „Maximum Exposure“ habe ich die ein Jahr nach der Veröffentlichung von „Exposure“ neu aufgelegte Version im Regal stehen. Diese zeichnet sich durch diverse Songs, die ein zweites Mal in einer Live-Version enthalten sind, sowie einer Kollaboration mit Thomas D. aus („Die Welt ist eins“). Die Live-Versionen sind nicht schlecht, aber es sind halt Songs die schon auf dem Album enthalten sind. Für mich eher unspannend. Der Song mit Thomas D. ist aber gelungen.

2001 gab es noch das dritte und letzte Thumb-Album, das auch noch bei mir im Regal steht. Dem hört man zwar soundmäßig das Überschreiten der Jahrtausendgrenze an. Wirklich Neues hat es allerdings nicht zu bieten.

Zum Abschluss noch ein Geständnis: Asche über mein Haupt, ich habe in Wahrheit zuerst Donots – Karacho aus dem Regal gezogen. Super Album (inkl. Limited Deluxe Box), super Band, die mir seit über 15 Jahren ein lieb gewonnener Begleiter ist. Dazu hätte ich von meinem ersten Donots-Erlebnis 1999 auf der „Flying High Across The Sky Skate Tour“, einem Indoor-Festival in der seligen Göttinger Outpost, erzählen können, wo neben den Donots noch eine damals weitgehend unbekannte Kapelle namens Bloodhound Gang und auch die anno 2015 noch grandiosen Samiam gespielt haben. Hätte hätte Fahrradkette… War mir zu langweilig, weil das Donots-Album einfach zu aktuell und vor allem zu sehr Konsens ist.

Hara: Golden Kanine- Oh woe

Hi, ich bin Hara und spiele Drums bei Fisco.

Die Platte, die ich aus meinem Plattenschrank gezogen habe, ist die „Oh woe“ von Golden Kanine.

Eine Platte, die ich mir auf deren Konzert 2012 im Kasseler Schlachthof gekauft habe DSC02022und die bei mir den Rest des Jahres als Dauerbrenner rauf und runter lief…

Durch Zufall habe ich die Karte zu dem Konzert von einer Freundin bekommen, die im Schlachthof arbeitete. „Die Band musst du dir anschauen, die sind mitreißend.“ Warum nicht? Ich fing sowieso  grad an mich ein wenig mit Folkrock anzufreunden und bevor man sich zu hause langweilt…

Und ich wurde nicht enttäuscht. Auch wenn viele Lieder der Schweden eher melancholisch klingen, live zeigen sie viel Energie und es packt einen. Ehe man sich versieht steht man durchgeschwitzt beim Merchendise und kauft die Platte.

Eine warme Empfehlung für die startende kalte Jahreszeit…

Markus: The Gaslight Anthem- The ’59 Sound

Keine Ahnung, wer genau es war. Jemand aus der Band kam mit The Gaslight Anthem an und zwar mit genau diesem Album. Es gab sicherlich ein paar Wochen, in denen die Platte bei mir rauf und runter lief. Alles einfach strukturierter, FullSizeRendereinen Halbton tiefer gestimmter, Vier-Akkord Jerseypop-Punk – oder wie auch immer man das einsortieren darf. Eingänglich eben – leicht zu hören und perfekt zum mitsingen geeignet. Ich bin dann auf das davor erschienene Album „Sink or Swim“ aufmerksam geworden und habe für mich festgestellt, dass diese ältere Platte für mich mit Abstand der Höhepunkt für die Band ist.

Bezeichnend, dass der Boss 2009 gemeinsam mit den Jungs den Song „The ´59 Sound“ live zum Besten gegeben hat. Denn mit diesem Album sind sie sowas wie Springsteen als Band geworden.

Da habe ich dann auch mit meinem Vater die musikalische Wachablösung für The Gaslight Anthem gemacht. The ´59 Sound war mein Ein- und Ausstieg für die Band. Seit diesem Album hat mein Vater jede Platte im Regal. Vielleicht gehen wir ja mal zusammen auf ein Konzert. Das würde ich mir auf jeden Fall noch geben.

Fisco
The Gaslight Anthem
PUP
Yesterday’s Ring
Thumb
Golden Kanine

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