Von Latwerch, Schmerzmitteln & enormen Sauerstoffmangel: Ein paar Worte über Rossi.

IMG_20150724_175217‚Es ist die Leidenschaft, die treibt.‘ So sieht es einfach mal aus, wenn irgendwann mal dieses gewisse Feuer entfacht wurde, welches einerseits wild lodernd sein kann oder nur leicht glühend um die Ecke kommt- aber nie wirklich ganz erlischt. Kennt ihr das? Wofür schlägt euer Herz? Was gibt euch immer wieder neue Kraft? Was macht euch glücklich? Ich für meinen Teil kann das ohne zu zögern beantworten: Konzerte. Ich liebe es, wenn ich in den Zug steige, der mich in Städte und/oder Länder bringt, die ich noch nicht kenne oder liebe oder vielleicht sogar auch etwas hasse, aus Gründen.

Und jeder hat ja so seine Singer/Songwriter und Bands, die man sehr schätzt, deren Musik ein ständiger Begleiter im Alltagstrott ist und auf eben dieser Liste steht bei mir einer ganz weit oben:

Senore Matze Rossi.

Jetzt, wo ich die eine oder andere Show in diesem Jahr sehen durfte, denkt man eher unabsichtlich darüber nach, warum zum Beispiel er solch einen hohen Stellenwert in der persönlichen Rangliste erreicht hat und unaufhaltsam weiter nach oben rutscht. Obwohl ich schon sagen muss, dass ich mindestens 1000 Sachen im Kopf habe, die ich aber tatsächlich nicht niederschreiben kann, weil mir die richtigen Worte dafür fehlen. Verrückt irgendwie, oder? Deswegen versuche ich mal eben die allerwichtigsten Fragen zu beantworten:

Wie bist du überhaupt zu Rossi gekommen?

Puh, solch eine knifflige Frage direkt am Anfang! Diese hab ich mir auch öfter mal gestellt, kam aber auf kein Ergebnis. Das Alter sag ich dazu nur, ne? Rossi war einfach irgendwann da. Und ist bis heute geblieben.

Wie oft hast du ihn bisher sehen können?

Ha! Das kann ich sogar beantworten, hab ich neulich doch mal wieder die grauen Zellen angeschmissen und alle Städte aufgeschrieben, an die ich mich erinnern konnte. Letztens sind mir dann noch 2 oder 3 weitere eingefallen und bin somit erst insgesamt bei 24 Konzerten. Nun, da geht aber echt noch viel mehr, würde ich mal sagen. Mein Ziel für 2016: Die Nummer 50 erreichen. BOCK!

Welche drei Konzerte fandest du bisher am allerallerbesten?

Also auf Platz 1 kommt mit reichlich viel Abstand der Auftritt beim diesjährigen Kaos Skola Festival in Schweden! Da kommt so schnell wirklich nichts ran! Gute Setlist, gemütliches Wohnzimmerfeeling, ein Hund an meiner Seite, gute Menschen und die allerbesten Veranstalter!

Auf Platz 2? Mmh, da würde ich mich wohl für die Konzerte in Hamburg entscheiden: Hanseplatte (Solo und mit Nessi) und Turmzimmer (Mit Band und Nessi). Hanseplatte war klein, intim und Matze war in ungeheurer Spiellaune und erfüllte mir außerdem meinen Wunsch ‚Illusion der Kontrolle‘. Im Turmzimmer ging es da schon lauter und wilder zu: Mit Band bekommen die Songs nochmal einen ganz anderen Charakter und…ach, was solls: Ich LIEBE es, wenn Sven Peks mit an Bord ist! So, jetzt ist es raus.

Platz 3 geht an Leipzig und das wunderbare Lala Studio! Mit Tigeryouth an meiner rechten Seite konnte ja an dem Abend so und so nichts mehr schief gehen. Es war einfach nur schön und gut ist, dass ich mir diese Erinnerung lebendig halten kann, da dieser Auftritt aufgenommen und auf CD gebannt wurde. Genial!

Wie würdest du Matze jemanden näher bringen, der ihn nicht kennt?

Eine ehrliche Haut. Ein Typ, der etwas zu sagen hat und nicht lange um den heißen Brei rumredet. Hier und da sieht man Zerbrechlichkeit aufblitzen oder man merkt, dass es gerade gewaltig in seinem Kopf rattert und sich sämtliche Gedanken förmlich überschlagen.

Das Herz genau da, wo es hingehört. Das Glas ist bei ihm meistens halb voll und nicht halb leer. Er strahlt so eine angenehme Ruhe und Ausgeglichenheit aus, dass es ansteckt. Man lacht gerne mit ihm. Sprüche scharf wie Rasiermesser und manchmal wie aus dem berühmten Nichts. Da kann man auch nicht mehr viel im ersten Moment sagen, außer: ‚Bist du heute wieder CHARMANT!‘ 10430398_1635037310110241_3090645282582121849_n

Er hat sich seine Jugend bewahrt. Authentisch bis ins letzte Barthaar. Guter Autofahrer. Texthänger ist sein zweiter Vorname. Und Machtjanix sein dritter. Beweist eine ruhige Hand beim Tätowieren und ist wahrscheinlich für sämtliche Schandtaten zu haben und zu begeistern. Bei einem Feueralarm wüsste er wohl sofort, welche Gitarre er retten und welche er den Flammen überlassen würde.

Einfach ein toller Mensch und Musiker. Punkt.

Deine Lieblingslieder?

Hahaha! Ernsthaft?! Viel zu viele, um diese alle aufzuzählen, aber die hier zum Beispiel: Einer von den Spinnern, Illusion der Kontrolle, Ich: Idiot auf meinem Hügel, Aus Traum (Ruinen), Die Welt schrumpft schnell auf die Größe deines Zimmers, Bald zu Hause, Schwimmen, Von Holzschwertern, Dein Elefant, ….

Wo hast du Matze zuletzt gesehen?

In der Kieler Schaubude, welche mich ein wenig an das Druckluft in Oberhausen erinnerte. Mehr Leute hätten gerne da sein können, aber die, die da waren, sorgten für einen bezaubernden Abend und glänzten mit Aufmerksamkeit. Matze körperlich ‚leicht‘ angeschlagen, aber mit entsprechenden Schmerzmitteln ließ sich der Auftritt schaukeln.

Kaiserslautern im Hardrock Cafè. Er lernte während des Konzertes alle Namen der vorhandenen Gäste auswendig. ‚Beste Waffe‘ und ‚Einer von den Spinnern‘ wurden gespielt. Love! Kröhnung war aber tatsächlich ‚In Armen‘, da er diesen Song zusammen mit einer Dame aus dem Publikum sang und es teilweise für leichte Atemaussetzer bei den restlichen Zuhörern führte. Die nettesten Leute EVER und ich lernte, was ‚Latwerch‘ heißt, aber nicht, warum sich eine Band so benannte.

Wohngemeinschaft in Köln. Auf gute Menschen getroffen. Dort irgendwann schonmal den Rossi spielen sehen. Der Raum ist leider mit unbequemen Stühlen ausgestattet und mein Problem ist sowieso, dass ich tatsächlich nicht lange sitzen kann und sich auch irgendwann der Rücken zu Wort meldet. Das Alter! Yellowknife als Support und wie dieser Typ mich überzeugen konnte. Wahnsinn! Und die Sache mit den Ansagen hat ja dann doch ganz gut funktioniert!

Matze ließ bei seinem Auftritt die Klimaanlage ausschalten. Fenster geschloßen, Tür ebenfalls. Hallo, Kreislauf! Hallo, Sauerstoffmangel! Mehr als gut besuchtes Konzert, eine angenehme Stille durchflutete den Raum. Dennoch war man mehr als froh, als man zumindest für einen kurzen Moment die Fenster öffnen konnte, um bis zum Schluß genug Luft zum Atmen übrig zu haben.

Er spielte ‚Best Friends‘, geht dafür wie immer von der Bühne runter, näher zum Publikum.

‚Jetzt kann ich euch wenigstens sehen!‘

Diese Aussage nahm sich der Sound-/Licht- und Lüftungsmensch zu Herzen und schaltete unerwartet das Deckenlicht ein, woraufhin wir alle natürlich wie Vampire zusammenzuckten, die das Sonnenlicht fürchten und sich lieber in die dunkelsten Ecken verziehen, bis die Gefahr gebannt ist. 

‚Mach das Licht wieder aus. Die armen Leute!‘ meinte Matze und lachte schelmisch.

Dortmund im Salon Fink. Turbobart leider nicht mitbekommen. Laden war gut voll.

Foto: Just Photographer Berlin.
Foto: Just Photographer Berlin.

Erschwerte Sicht. Erst mittig gestanden, dann ganz nach hinten, um bei einer kurzen Unterbrechung, die die meisten für eine Zigarettenpause nutzten, weiter nach vorne zu gelangen und ohne knutschendes Pärchen im frontalen Blick den Rest des Auftrittes zu genießen. Die Spinner Challenge läuft noch immer: Wenn Matze es tatsächlich hinbekommt, diesen Song fehlerfrei zu spielen, geh ich nicht mehr zu seinen Konzerten.

‚Aber inzwischen spiele ich den immer absichtlich falsch….auch eine gute Ausrede, oder?!‘

Ja, definitiv!

Über eine viel zu kurze Nacht und einem Feueralarm im Hotel werde ich mal keine Worte verlieren, nur ist es schon schwierig, mit einem leichten Schlaf von 1 1/2 Stunden den darauffolgenden Arbeitstag zu überstehen. Früher war das alles weniger problematisch!

Das neue Album, welches im März nächsten Jahres erscheinen wird, hat mich erst gestern zu der folgenden Aussage verleitet: ‚Für mich jetzt schon das beste Album im Jahre 2016!‘ Und mir kribbeln bereits die Finger, weil ich so so gerne schon etwas darüber schreiben möchte, aber da müssen wir uns wohl noch alle einige Wochen gedulden!

Und wer Matze in diesem Jahr noch auf der Bühne sehen möchte, sollte sich den 25. Dezember FETT im Kalender markieren, denn Feiertage kann man am besten im Schweinfurter Stattbahnhof verbringen, hab ich mir sagen lassen!

—>Ticket bestellen und Tage zählen: Klick!<—

 

 

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