Konzertmarathon in Hamburg: Von Monoklub zu Thees Uhlmann, Madsen und Koeter.

Monoklub
Monoklub

Wenn das Stayclosetoyoursoul-Team gemeinsam unterwegs ist, dann kann es nur irgendwas mit Musik zu tun haben. Das was uns beide wohl am meisten verbindet. Die Liebe zur Musik. Die Sucht nach Konzerten. Ständig auf der Suche nach neuem Input. Bei uns findet ein ständiger Austausch statt. „Haste schon die neue Platte von xy gehört?“. „Boah, wie geil ist die Band denn bitte??“…
Ich, Jess, hatte Lust auf ein verlängertes Wochenende. Irgendwo, weg vom Alltag. Was liegt da näher, als die geliebte Chefin in Hamburg zu besuchen?!
Innerhalb einer Woche kaufte ich mir ein Zugticket und ergatterte sogar noch 2 Fotoakkreditierungen. Endlich wieder Konzerte.

Donnerstag, 10.12.2015.
Monoklub & Jonah Gold And His Silver Apples

Nachdem ich eine Evakuierung der lieben DB hinter mich gebracht hatte, ging es an meinem ersten Abend in Hamburg nach oben in den Hafenklang. Ein kleiner Raum mit Ausblick zum Hafen. In einer Ecke hatten es sich ein paar Leutchen auf Sofas bequem gemacht und es herrschte eine angenehm entspannte und lockere Atmosphäre. Für mich einzig allein die Tatsache, dass man in dem Laden rauchen durfte, ein Dorn im Auge.
Irgendwann und deutlich später als gedacht, betraten 3 entspannt wirkende Typen die Bühne. Monoklub. Eine Band dessen Name mir aus irgendwelchen Gründen ein Begriff war, in deren Musik ich mal kurz reingehört hatte – aber – nein, eigentlich kannte ich die Band nicht. Umso gespannter war ich auf das Konzert. Ich lass mich ja immer gerne live von Bands überzeugen. Die lockere Stimmung war ein konstanter Gast an dem Abend, offensichtlich waren viele Freunde und Bekannte der Band im Raum, es wurden hier und da Gespräche mit dem Publikum geführt. Die Jungs schafften es mit Charme, Witz und sympatischem Auftreten, mich von ihren Livequalitäten zu überzeugen. Keine Musik, die ich persönlich tagtäglich höre, an dem Abend aber irgendwie genau das Richtige.

Recht kurz danach ging es weiter mit Jonah Gold & The Silver Apples.
Da ich selbst auch gerne mal hinter den Trommeln zu finden bin, war natürlich mit das Erste, was mir auffiel, die Tatsache, dass eine Frau hinter dem Schlagzeug saß. Geil.
Trotz bunten Matrosenoutfits strahlte die Band souveräne Sicherheit aus. Musikalisch bewegen sie sich irgendwo im Alt-Rock und Rock´n´Roll-Bereich. Das Publikum verlagerte sich während deren Auftritt weiter nach hinten, nur ein paar blieben weiter vorne, 3-4 Mädels tanzten. Nichtsdestotrotz hatten Jonah Gold und seine Äpfel offensichtlich Spaß am Auftritt und genossen sichtlich jede Minute des Konzerts. Bei mir machte sich im Laufe des Abends die liebe Müdigkeit breit, war die Fahrt nach HH dann doch recht lange und in gewisser Weise auch anstrengend und obwohl ich deren Auftritt interessant fand, einfach so anders als das, was ich sonst so höre und sehe, war ich dann doch froh, als wir uns auf den Heimweg machten und ich mich hinlegen konnte.

Freitag, 11.12.2015
Swearing at motorists, Thees Uhlmann & Madsen

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Kiezhelden FC St Pauli unterstützen viele, tolle soziale Projekte und sind stets auf der Suche nach neuen Ideen die den Kiez besser machen und das kulturelle Leben bereichern. Die Veranstaltung war also kein „normaler“ Konzertabend, nein. Niemand geringeres als Oliver Rohrbeck, der durch seine Sprecherrolle des ersten Detektivs Justus Jonas der Hörspielserie „Die 3 ???“ bekannt wurde, führte uns durch den Abend. Vor und nach den Konzerten stellte er uns jeweils Projekte, die von den Kiezhelden unterstützt werden, vor.
Schade fand ich, dass das Publikum Oliver´s Aussagen kaum Aufmerksamkeit schenkte, dabei find ich es immer interessant zu sehen, was Leute sich so einfallen lassen um anderen zu helfen. Checkt auf jeden Fall mal:  http://www.kiezhelden.com/geben !!

Zu den Konzerten:
Wenn mir jemand noch vor einem Monat erzählt hätte, dass ich mal zu Thees und Madsen zu einem  Konzert gehen würde – ich hätte womöglich laut losgelacht. Und da stand ich nun, im ausverkauften Knust.
Los ging´s mit Swearing at motorists. Eine 2-Mann-Band. Und was für eine. Ich fand deren Auftritt genial, musikalisch haben die mich leider nicht komplett vom Hocker reißen können, aber deren Live-Show war einmalig. Gut, man hatte regelmäßig Angst, dass der Sänger irgendwann komplett das Gleichgewicht verlieren würde. Dauernd rannte er von links nach rechts, sprühte vor Energie und gewann in kürzester Zeit das Publikum für sich.

Als dann Thees Uhlmann die Bühne betrat, hörte man einige Mädels kreischen. Er selbst fing das Konzert aber dann ganz anders als erwartet an: erst einmal mit einem riesen Kabelsalat-Problem, das es zuerst zu lösen galt. Anschließend griff er nach einem Blatt Papier und fing an zu lesen. Die Zuschauer verstummten – Wahnsinn, wie eine einzelne Person innerhalb kürzester Zeit die volle Aufmerksamkeit vom gesamten Knust für sich gewinnen konnte. Die genaue Story kann ich leider nicht mehr wiedergeben, aber vorlesen kann er. Fesselnd und lustig zugleich. Direkt danach griff er zur Gitarre und hat sich einmal quer durch seine Songs gespielt – u.a. hat er auch „Liebeslied“ von den Toten Hosen gecovert. Dafür dass ich mich in all den Jahren, in denen Jasmin mich von Thees zu überzeugen versuchte, nie mit seiner Musik anfreunden konnte, hab ich das Konzert dann doch sehr genießen können!
Madsen. Ja, irgendwo in meinem CD Schrank befindet sich auch ein sehr altes Album von denen. Ehrlich gesagt aber ewig nicht mehr gehört und was soll ich sagen? Die Jungs haben ihre 40-minütige Spielzeit komplett ausgenutzt. Sie haben das Publikum von Anfang an mitreißen können, suchten immer den (Blick-)Kontakt zu den Fans und feierten alte Songs genau so ab wie aktuellere. Auch der Schlagzeuger ließ es sich nicht nehmen, kam nach vorne, griff nach dem Mikrofon und stellte seine Gesangsqualitäten unter Beweis. Nein, ich würde mich nicht als Madsen-Fan bezeichnen, aber deren Live Shows sind definitiv sehenswert und bringen jeden zum Tanzen!

2015-12-22 15.44.20Jasmin: Ach, da muss ich mich mal eben einmischen! Seit guten 10 Jahren gehört Thees Uhlmann bereits zu meinen Lieblingsmusikern: Ob man nach Regensburg, Leer, München oder Wien fuhr. Ob Soloauftritte, Lesungen, Konzerte von Tomte- vollkommen egal. Ich war immer irgendwie dabei, weil es eine Herzenssache war und noch immer ist. ‚Warum gerade der Uhlmann?‘ würden mich an dieser Stelle wohl einige fragen und ich würde darauf sagen: ‚So genau kann ich dir das gar nicht beantworten.‘ Es ist wie es ist. Thees ist ein Großmaul, verliert dabei dennoch nicht an Sympathie- und das muss man auch erstmal schaffen, ne? Sein Herz sitzt an der richtigen Stelle, das dreckige Lachen stets gut platziert und ansteckend wie nichts anderes. Schlechte Witze und spitzzüngige Sprüche gehören bei ihm dazu, Diskussionen mit ihm gewinnt man selten.

Als ich las, dass Herr Uhlmann einen kleinen Soloauftritt im Knust hinlegen  und er sich die Bühne quasi mit Madsen teilen würde, blieb mein Herz ganz kurz stehen. Okay, mehr als kurz!

Im Club standen wir oben, mit dem direkten Blick auf die Bühne- eh der allerbeste Platz im ganzen Saal. Swearing At Motorists begannen. Dave, Sänger und Gitarrist, schien die berühmten Hummeln im Arsch zu haben, denn er sprang und lief in alle Richtungen, sodass er an manchen Stellen fast den Boden aufsuchte, weil die 2015-12-22 19.07.56verlegten Teppiche ab und an unter seinen Füßen wegrutschten. Selbst das hielt ihn nicht auf und machte munter weiter. Mir gefiel es & das Publikum taute Gott sei Dank auch irgendwann auf.

Danach: Thees Uhlmann. An diesem Abend fühlte ich mich wirklich viele Jahre zurückversetzt und das war tatsächlich ein sehr schönes Gefühl. Und dann fing dieser Schweinehund natürlich mit einem Song von Tomte an: ‚Ich sang die ganze Zeit von dir‚. Bäm. Mitten in die Fresse! Leichte Schnappatmung. Nicht nur, weil es ein Song der bereits erwähnten Band war, sondern weil man mir mit diesem musikalischen Stück vor 10 Jahren Tomte -und somit auch Thees Uhlmann- näher brachte und es war tatsächlich Liebe auf dem ersten Hören. Diesen Song mal wieder in akustischer Variante zu hören, brach mir vielleicht etwas hörbar das Herz. Isso. Mein Hasslied Nummer 1 folgte natürlich auch bald: ‚Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf‘. Das ist bei mir immer dieser ‚Och nööööö!‘ Moment. Fragt mich IMG_20151211_225356nicht warum, aber bei diesem Lied stellen sich bei mir alle Nackenhaare auf- negativ gemeint, ne? Das Publikum hing an seinen Lippen und gesangliche Unterstützung war ihm sicher.

Zum Schluß: Madsen. Bäm! Erneut warf es mich ungefähr 8 Jahre zurück, als ich diese Band einige Male in Berlin sah und ich freute mich tierisch auf das Wiedersehen! Zeitplan war eng, denn es blieben ihnen nur rund 40 Minuten, eh es mit dem Tourbus runter nach Linz gehen sollte. Das Knust verwandelte sich in nur wenigen Minuten in einen wabernden Hexenkessel, denn fast jeder tanzte oder schmiss sich direkt nach vorne in die pogende Masse. Auch ich schielte ab und an nach unten und überlegte, ob ich nicht auch einfach nach unten gehen sollte. ‚Vielleicht‘, ‚Die Perfektion‘, ‚Nachtbaden‘, ‚Du schreibst Geschichte‘, ‚Lass die Musik an’…. Der Auftritt war vollgepackt mit sämtlichen Hits- und ich konnte tatsächlich noch den Großteil der Texte. Was ich an Madsen auch so mag: Egal, ob man unten steht oder eben oben- man ist dennoch mittendrin statt nur dabei. Sebastian wirkte  wie ein aufgedrehter Duracell Hase, schaute ab und an zu uns rauf, sang und grinste breit. Selbst Dave von Swearing At Motorists, der bei uns in der Ecke stand, sagte ‚Awesome!!‘ und somit waren wirklich alle mehr als glücklich und zufrieden mit diesem kurzen, aber dennoch sehr intensiven Auftritt.

Samstag, 12.12.2015
Koeter

An meinem letzten Abend in Hamburg befanden wir uns im Keller vom Molotow. Auf Koeter habe ich mich so richtig gefreut – Deutschpunk aus Köln, kurz: Musik ganz nach meinem Geschmack. Illegale Farben sollten eigentlich als Vorband spielen, mussten aus Gründen aber leider sehr kurzfristig absagen – da so schnell kein würdiger Ersatz gefunden werden konnte, haben die Jungs sich dazu entschlossen, 5 Songs mehr als üblich zu spielen. Fand ich gut. In zappendusteren Kellerräumen scheinen Koeter sich wohl zu fühlen, tiefenenstpannt, locker und gut drauf hauten die Jungs in ihre Instrumente und sangen voller Inbrunst, stets mit einem Grinsen im Gesicht. Das Publikum feiert die Jungs, weniger mit wildem Tanz aber jeder hatte sichtlich Spaß. Schade, dass es vorerst das letzte Konzert der Jungs war, da deren Schlagzeuger, Eric, sich anderen Projekten widmen wird.

http://www.monoklub.com/
http://www.jonahgoldandhissilverapples.de/
http://www.kiezhelden.com/
http://swearingatmotorists.bandcamp.com/
http://www.theesuhlmann.de/
http://www.madsenmusik.de/
http://www.kkoeter.com/

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