Kaos Skola 2016: Herr Lehmann im Kreuzverhör.

Foto: Sven Hoppmann
Foto: Sven Hoppmann

Ich weiß ja noch gut, wie mir Esther immer wieder Musiker um Musiker aufzählte, die für das Festival zusagten und in dieser Zeit wurde auch meine ‚Oh mein Gott! Ich muss noch die ganzen Interviews möglichst rechtzeitig VOR dem Festival fertigbekommen!!‚ Liste länger. Und länger. Und länger! Bis wir dann am Ende waren. Wurde mir zumindest versichert. So halbwegs. Bis dann doch noch eine Nachricht kam: ‚Achja, Herr Lehmann ist jetzt auch noch dabei! DAS WAR ES DANN ABER AUCH WIRKLICH!‚ Ja, nee. Ist klar!

Einerseits musste ich lachen, weil mir irgendwie klar war, dass wir mit der Liste noch nicht am Ende waren, aber auf der anderen Seite freute ich mich über diese Nachricht, denn Herr Lehmann habe ich tatsächlich schon sehr sehr lange im Auge und verfolge seine musikalischen Schritte stets aus dem Backoffice, wie wir in der Gastronomie jetzt mehr oder weniger elegant sagen würden.

Musikalisch dreht er nicht nur an der Gitarre seine wundervollen Runden, sondern steht nun quasi auch mal auf der anderen Seite: er ist frischgebackener Wortakkrobat beim nagelneuen Handwritten-Mag und schreibt über allerlei neue und alte Musik! Sehr sympathisch, dieser Typ!

Tja, was soll ich da noch sagen? Ich freue mich schon wirklich sehr auf seinen Auftritt und möchte euch das kleine Interview nicht weiter vorenthalten! Vielen Dank für das Beantworten!

P.S.: Gott sei Dank wurde im Matheunterricht mal nicht sonderlich aufgepasst, stattdessen eher dieser durchschlagene Plan geschmiedet, den ihr euch gleich weiter unten durchlesen könnt! So muss das sein, Freunde!

Fangen wir mal von vorne bei dir an: Wie bist du zu diesem Künstlernamen gekommen?

Nunja, zu der Zeit als ich das Soloprojekt „Herr Lehmann“ begann, stand ich voll auf diese Bandnamen, welche Protagonisten aus Büchern, TV Serien oder so darstellten. Habe zeitgleich auch den Roman von Sven Regener gelesen und war ohnehin schon sehr, sehr lange Element of Crime Fan. Da ich meinen bürgerlichen Namen nicht unbedingt so toll finde, musste ein Alter Ego her – und da entschied ich mich dann einfach für Herr Lehmann.

Einige wurden durch andere Musiker inspiriert, bzw. ermutigt den musikalischen Weg einzuschlagen. Wie war das bei dir?

Unbedingt! Es gibt Menschen, die aufgrund ihrer Musik dafür verantwortlich sind, dass auch ich Musik mache – vielleicht verfluchen das jetzt einige, aber ich fühl mich wohl damit! Nicholas Müller, Thees Uhlmann und Marcus Wiebusch, aber auch Gisbert zu Knyphausen und Hannes (Spaceman Spiff) sind da definitiv zu nennen. Und genau diese Personen ermutigen mich immer wieder so einen Weg zu gehen. Matze ist auch eine dieser Personen. Ich glaube aber, dass er weiß, dass ich seine Texte wunderbar finde! Wir hatten da vor einigen Jahren mal eine Begegnung während eines Konzertes, welches ich mit meiner alten Band veranstaltet habe. Matze spielte da mit Band im Bakuda Club in Dortmund. So einen Pannenabend hatte ich zuvor noch nie erlebt und danach auch zum Glück nicht noch einmal. Anscheinend hat er mir das alles aber – auf längere Sicht – dann nicht mehr so krumm genommen, vielleicht weil ich auch nichts dafür konnte. Naja, Details dazu gibt es dann in Schweden!

Wie bist du zur Musik gekommen & welche musikalischen Vorbilder würdest du benennen?

Siebte Klasse. Matheunterricht. Hab ich gehasst. Und der Thomas der neben mir saß genauso. Mitten in der Mathestunde schaute er mich dann an und sagte: „Wir müssen Instrumente lernen.“ Ich hatte mit den Gedanken nie zuvor gespielt, weil ich einfach keinen Zugang dazu hatte. Sagte aber ganz spontan „ja.“ „Ich lern Gitarre und du Bass, dann brauchen wir nur noch einen Schlagzeuger und machen ne Band“, sagte Thomas dann weiter. Ich wusste zu diesem Punkt überhaupt gar nicht, was ein Bass ist, sagte aber einfach mal zu. Das ging dann so weiter mit üben, Bands und irgendwann wollte ich meine Songtexte einfach auch mal selbst spielen und kaufte mir eine Gitarre. Läuft bisher alles ganz gut.

Mit Vorbildern tu ich mich immer schwer. Die Frage zuvor, finde ich für mich persönlich dann passender. Es gibt Menschen, welche mich mit ihrer Art von Musik und Texten definitiv abholen und dadurch auch inspiriert haben, mein eigenes Ding zu machen – von Vorbildern will ich dabei aber glaub ich nicht sprechen.

Wer dich bisher noch nicht kennt: In welche drei Songs sollte man reinhören, um sich ein erstes Bild zu verschaffen?

Rastlos – Zerstörtes Reparieren – Hamburg // Zwei relativ neue Songs und einer meiner ersten!

Was hast du bisher vom Kaos Skola gehört und wie stellst du dir dieses Spektakel in Schweden vor? Wie kam es dazu, dass du gesagt hast: ‚Hier! Ich will unbedingt auf diesem Festival spielen!‘ ? Wo liegt für dich der Reiz?

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Foto: Sven Hoppmann

Sven erzählte mir von diesem Festival auf dem Weg zum Shooting. Ich war alleine schon von dem Erzählten total begeistert. Ich habe mir dann das Line-Up angeschaut und auch die Seite dazu, auf welcher alles weitere (Umgebung, Ablauf und co.) erklärt ist und habe mich umgehend verliebt in diese Idee. Dann gab es Kontakt zu Esther und spätestens dann war klar, dass ich da hin möchte. Es wirkt jetzt schon nach wenigen Gesprächen und so lange Zeit vor dem Festivaltermin so super familiär und alles so sympathisch, dass ich mich sehr freue zu dem Kaos Skola 2016 eingeladen worden zu sein.

Bei welchen drei Musikern, die dort auftreten werden, würdest du spontan mit auf die Bühne springen, um zusammen einen Song zu spielen und warum?

Matze, Tigeryouth und Marcel Gein. Tolle Musiker, mit ganz wunderbaren Texten!

Auch der liebe Sven von Melancholie Maritim wird dabei sein, um mit der Kamera einiges festzuhalten. Wie würdest du seine fotographische Arbeit anderen näher bringen?

Ich glaube, dass Sven da schon einen wunderbaren Namen für das gesamte Projekt ausgewählt hat. Die Küste, das Wasser, das ist immer alles dabei und ich steh auf sowas. Auch einige Projekte, die er organisiert hat wie z.B. das Anti-Homophobie-Projekt „Liebe kennt kein Geschlecht“ sind dann ganz wunderbare Statements von ihm, die unbedingt gemacht werden müssen!

Und wie würdest du Sven mit 5 Worten beschreiben?

Kettenrauchender, musikverrückter, fotografierender Superdaddy und Hüter des Rechts! Wundervoller Mensch!

Zusammen schreibt ihr für das Handwritten-Mag. Wie kam es dazu & hast du vorher auch schon für andere Blogs/Magazine geschrieben?

Für mich war das im vergangenen Jahr komplettes Neuland. Finde es auch immer noch schwer Musiker, die so viel Herzblut in ihre Sachen stecken, zu bewerten. Aber das machen andere auch und ich spielte schon etwas länger mit dem Gedanken in den Musikjournalismus zu gehen, hatte aber nie eine Plattform und die alleinige Kraft dazu. Sven fragte mich dann, ob ich auf sowas Lust habe und ich antwortete dann sehr schnell!

Wie wurde die Schreibleidenschaft bei dir geweckt? Was genau fesselt dich daran?

Das ganz besondere ist einfach, dass ich jede Woche neue Musik kennenlerne und genau das stellt auch den Hauptantrieb dar, denke ich. Neue Musik und auch alte Musik wird wiederentdeckt, Musiker können unterstützt werden – mir gefällt das!

Die Schreibleidenschaft ist ein wenig studienbedingt. Geisteswissenschaftliches Studium und ständiges Schreiben, manche Menschen nervt das, ich gehe da voll drin auf. Und wenn ich dann auch in meiner Freizeit noch über eine Sache schreiben darf, die ich liebe, dann läuft das einiges richtig!

Ein paar Worte an Esther, Nico & Janosch?

Danke! Das ist das was mir zu aller erst einfällt. Man dankt heutzutage viel zu wenig, weil vieles so selbstverständlich erscheint. Es ist aber nicht selbstverständlich, dass man mich zu einem solchen wunderbaren Festival einlädt, wenn man sich die anderen Künstler so ansieht. Ich weiß das sehr zu schätzen und freue mich jetzt schon so riesig die drei kennenzulernen!

Herr Lehmann
Melancholie Maritim Photographie
Kaos Skola

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