‚Alles schmilzt zusammen‘ : Happy Releaseday, Matze Rossi!

1919395_10208818124426901_4786895992090245510_nWer jetzt ein normales Review erwartet: Vergesst es! Damit konnte ich noch nie dienen & das wird sich in der Zukunft wohl auch nicht mehr ändern. Sorry! Der langersehnte Tag ist endlich eingetreten: ‚Ich fange Feuer‚ erblickt das Licht der Welt! Gestern erreichten Matze unzählige Glückwünsche zum Geburtstag und heute würde man ihm gerne nochmals um den Hals fallen, um sich für dieses atemberaubende Album zu bedanken!

Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, an dem ich diese Songs zum allerersten Mal hören durfte: Es war der 3. November. Ich brachte einen anstrengenden Arbeitstag hinter mich, versackte noch mit einer Kollegin an der Bar, fertig mit den Nerven. Nachdem man ein wenig zur Ruhe gekommen ist, schaute man eben kurz bei Facebook rein, Nachricht von Matze:

‚Willst du mal in den Roughmix vom neuen Album reinhören?‘

Schnappatmung. Ein breites Grinsen machte sich breit. Meine Antwort lautete:

‚Alter! Was für eine Frage! Sehr gerne!‘

Während er mir einen Link zukommen ließ, leerte ich das Getränk, verließ fast fluchartig den Arbeitsplatz, um den Weg Richtung Reeperbahn einzuschlagen. In der Wohnung angekommen, alle Sachen direkt in eine Ecke geschmissen (an dieser Stelle muss ich nochmal sagen, dass es ein wahrer Segen ist, nicht mehr in einer WG leben zu müssen!), den Laptop angefeuert, damit er schneller hochfährt. Währenddessen darüber nachdenken, dass Matze mit solchen Nachrichten immer dann um die Ecke kommt, wenn bei mir fast gar nichts mehr geht & er einen damit immer wieder rettet, bzw. eine gelungene und dringend benötigte Ablenkung schafft. Ein wahres Phänomen!

Kennt ihr das, wenn man hibbelig vor dem Gerät sitzt und man fast vor Spannung vergißt zu atmen? Das Herz rast, man trommelt mit den Fingern nervös auf sämtlichen Dingen rum, die sich in unmittelbarer Nähe befinden und sich nicht wehren können.

Download abgeschloßen. Ich atmete tief ein und aus. In solchen Momenten wird mir nochmal bewusster, welch hohen Stellenwert die Musik in meinem Leben hat und dass mich gerade all die Songs von Matze schon seit vielen vielen Jahren begleiten und man mit ihnen wächst. Zu jeder Situation, zu jedem Gefühlschaos- man würde immer ein passendes Lied finden, da er so ein breitgefächertes Repertoire besitzt (einbezogen dabei auch Bad Drugs und Tagtraum). Ach, wie gerne hätte ich solch eine Jukebox, mit all seinen veröffentlichten Stücken. Je nach Stimmung kann man dann das auswählen, was gerade die Seele widerspiegelt. Das Befinden. Oder auch gut, falls man Besuch hat und dieser fragt, was gerade so los ist im Leben und man selbst einfach keine passenden Worte für all das über die Lippen bringen kann: Man drückt einen Knopf bei der Jukebox und sagt dazu nur:

‚Hör gut zu, dann wirst du es wissen!‘

Ich schweife gerade so dermaßen ab, aber ich will damit sagen: Matze ist einer von uns. Er geht manchmal durch dieselbe Hölle wie alle anderen. Er ist einer der positivsten Menschen, die ich bisher kennenlernen durfte, aber auch ihm merkt man hin und wieder an, dass es ihm nicht gut geht. Dass er viel nachdenkt, zweifelt. Dass da irgendwas ist, was beschäftigt und nicht loslässt. Aber er besitzt dieses Talent, all das in Zeilen zu verpacken. Einerseits über all die schönen Dinge im Leben, auf der anderen Seite aber auch über diese Kämpfe mit den inneren Dämonen. Selbst wenn es bei Matze in die etwas düstere Gegend abdriftet, findet er jedes Mal einen Lichtstrahl. Einen Strohhalm, den er fest umklammert. Bei ihm stirbt die Hoffnung tatsächlich erst ganz am Schluß. Es ist bemerkenswert, mit welcher Kraft er durch dieses Leben geht, selbst wenn man versucht, ihm ein Bein zu stellen: Er knallt auf den Asphalt, die Knie sind blutig, vielleicht schlägt er sich bei dieser Landung noch einen Zahn aus. Er bleibt zwar für einen Moment regungslos liegen, merkt aber, dass er sich anfängt neu zu sammeln. Einen neuen Fokus setzt, alles neu ordnet. Irgendwann erhebt er sich langsam, klopft sich den Dreck und Staub von der Kleidung, klebt sich ein Pflaster über die Wunden, verstaut den ausgeschlagenen Zahn in ein Gefäß, indem sich schon viele andere befinden. Als Erinnerung an all die anderen Male, die er so schutzlos war. Und dann? Dann läuft Matze erneut los, mit erhobenem Haupt. Noch etwas hinkend, aber auch das verschwindet mit der Zeit. Sein vertrautes sanftmütiges Lächeln kehrt zurück. Er ist auf einem guten Weg wieder der zu werden, der er vor dem unerwarteten Sturz war.

Ja, all das habe ich im Kopf, wenn ‚Ich fange Feuer‚ läuft. Ein gekonntes Spiel zwischen Höhen und Tiefen, die aber immer eine Portion Lebenslust und Ermutigung mit sich tragen. Wer braucht da schon eine Therapie, wenn man stattdessen diese Platte besitzt? Eben.

Es knistert bei jedem einzelnen Stück. Mal blitzt beim Hören die eine oder andere Träne hervor, da man sich vielleicht gerade in keiner guten Verfassung befindet oder man liegt einfach mit geschloßenen Augen auf dem Boden neben dem Plattenspieler und saugt jedes einzelne gesungene Wort auf. Und malt sich nebenbei schon aus, welche Textzeile sich am besten als nächstes Tattoo eignet. Vielleicht:

Lass den Horizont dein Zuhause sein, du bist hier nicht gefangen.‚ (Erzähl mir nichts)

Und ich weiß ganz genau was es ist, was mich aufstehen und weiterkämpfen lässt: Die Liebe, die Musik und das Leben sind viel zu schön, um aufzugeben.‚ (Es ist wie es ist)

Was würdest du ändern, wenn du erkennst, dass du sterben musst? Vielleicht wärst du netter oder du würdest lieben und genießen mit jeder Faser deines Seins. Oder du würdest Reisen, soviele Menschen, Tiere, Orte wie möglich sehen. Gut, lass dir sagen: Du wirst sterben. Wir alle werden irgendwann sterben.‚ (Oh Oh Oh)

Dein Herz ist so groß, ich spüre wie es schlägt. Dein Herz ist so groß, weil es alles mit sich trägt.‚ (Wirst du an mich denken)

Ich weiß selber, jeder Tunnel hat an beiden Enden Licht, und ich seh nichts.‚ (Alles schmilzt zusammen)

Eigentlich gibt es in jedem einzelnen Lied gewisse Zeilen, die zum Nachdenken animieren. Die dich vielleicht zurück in die Vergangenheit katapultieren, ohne Vorwarnung. Die aufwühlen, hängen bleiben, einen Ohrwurm bescheren. Die dich kurz im Regen stehen lassen, aber kurz darauf mit einem riesigen Regenschirm auf dich zukommen und einen dennoch sicher ins Ziel bringen. Zwar nass bis auf die Knochen, aber um eine Erfahrung reicher.

Mit diesem Album gibt er anderen neuen Mut. Klopft sämtlichen Hörern auf die Schulter und flüstert ihnen ins Ohr: ‚Hey, alles wird gut!‚ Man glaubt ihm alles, denn er saugt sich das alles nicht einfach aus den Fingern. Nein, es spiegelt Matze wider. Sein Leben. Sämtliche Erlebnisse der vergangenen Monate eingefangen, auch wenn es noch so sehr geschmerzt hat, aber dadurch wirkt es überaus authentisch. Alles ist auf das Wesentliche reduziert worden. Nichts klingt überproduziert. Egal ob ‚Kracher‘, wie zum Beispiel ‚Es ist wie es ist‚ und ‚Zieh meine Träume nicht durch den Dreck‚ oder Herzschmelzstücke wie ‚Alles geht weiter‚ und ‚Wenn ich mal‚. 10154019_10208837782758347_3392226683700233888_n

Durch und durch gelungen und für mich jetzt schon die Platte des Jahres. Das ist Fakt! Also kaufen! Am besten drüben bei End Hits Records bestellen: Klick!

Damit noch nicht genug, denn der Herr geht ab April auf ausgedehnte Tour und wer mag, der darf noch an unserem kleinen Gewinnspiel teilnehmen! Um was es geht? Matze würde euch liebend gerne eine Postkarte von unterwegs zukommen lassen! Und ihr müsst nichts weiter tun, als mir eine kurze Mail mit dem Betreff ‚Postkarte von Atze Ossi!‚ und eurer Adresse an

jasmin[dot]lybe[at]googlemail.com

zu schicken. Viel Glück!

Jetzt aber Kalender gezückt und all die Daten notieren, die für euch in Frage kämen und direkt mal bei den zuckersüßen Menschen vom Grand Hotel van Cleef die passenden Tickets bestellen: Klick!

19.03. Schweinfurt, 5 Konzerte/5 Orte
01.04. Würzburg, Wunschlos Glücklich
02.04. Bonn, Bla
03.04. Frankfurt, Ponyhof
04.04. Düsseldorf, Zakk
05.04. Erlangen, E-Werk
06.04. Heidelberg, Karlstorbahnhof
07.04. Bremen, Tower
08.04. Hamburg, Kleiner Donner
09.04. Braunschweig, Eule
10.04. Kassel, Dock 4
11.04. Regensburg, Alte Mälzerei
12.04. Dresden, Scheune
13.04. Leipzig, Moritzbastei
14.04. Berlin, Privatclub
15.04. Helmbrechts, Filmwerk
16.04. Hannover, Faust-Festival
06.05. Reutlingen, FranzK „Burning Eagle Warm Up“
07.05. Augsburg, Soho
08.05. Bad Königshofen, Alte Darre
09.05. Münster, Pension Schmidt
10.05. Köln, Stereo Wonderland
11.05. Kiel, Schaubude
12.05. Bielefeld, Plan B
13.05. Westerstede, Wunderbar
14.05. Göttingen, Hofbühne
16.06. Würzburg, Umsonst & Draussen
09.07. Schweinfurt, Honky Tonk
22.-23.07. Schweden, Kaos Skola Festival

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