‚To all my friends‘ : Joey Cape stattet uns endlich wieder einen Besuch ab!

Foto: Lisa Johnson
Foto: Lisa Johnson

Und dann gibt es Musiker, bei denen man gar nicht mehr so richtig weiß, wie diese in das eigene Leben traten, aber eigentlich ist das am Ende auch nicht wirklich wichtig. Die Hauptsache ist doch, dass sie an unserer Seite sind, nicht wahr? Begleiten uns durch den Alltag. Singen Lieder, wenn wir durch die Stadt tingeln, von Termin zu Termin hetzen oder einfach daheim, wenn wir mal für einen Moment den ganzen Trubel hinter uns lassen wollen. Und ich kann euch gar nicht sagen, wie oft ich irgendwas von Joey Cape laufen habe.

Joey Cape. Ja, das ist der Mann, der gefühlt in sämtlichen Bands seine Finger im Spiel hat und noch immer nicht ausgelastet scheint. Ob sein Soloprojekt, Scorpios, Lagwagon, Bad Astronaut, Me First And The Gimme Gimmes, The Playing Favorites, Bad Loud, Afterburner- irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass man noch mindestens 6 Bands bei dieser Aufzählung vergessen hat.

Er brennt für die Musik. Es ist seine allergrößte Leidenschaft, in irgendeinem Land auf einer Bühne zu stehen, sei sie noch so klein oder groß. Egal, ob da 10 oder 500 Leute davor stehen, gegeben wird immer alles! Vielleicht würde ich schon fast den Begriff Workaholic in den Raum werfen wollen. Ständig sieht man neue Tourdaten, pendelt dabei zwischen verschiedenen Projekten oder man bekommt mit, dass sich der Herr gerade im Studio befindet. Manchmal fragt man sich dabei, ob er zwischendurch auch mal beruhigt durchatmen kann. Pausieren. Einfach mal ungestört Familienvater sein. Neue Kraft tanken.

Ich bin ja wirklich ein großer Fan von der akustischen Seite Joey Cape’s. Es zieht mich tatsächlich magisch an, ohne dass ich ganz genau sagen kann, was es ist. Es fesselt mich, lässt mich in die Melancholie abdriften. Irgendwie landet man dabei in einer riesigen Hängematte, die weit oben in einer Baumkrone zu finden ist, schwingt hin und her und mit mir auch eine gewisse Angst vor dem tiefen Fall, die sich immer stärker bemerkbar macht und sich genüsslich durch den Kopf und den ganzen Körper schlängelt. Ich schaue mich um: 10m Luftlinie zum anderen Baum befindet sich ebenfalls eine Hängematte. In dieser sitzt ein Typ mit einem Shirt auf dem in Großbuchstaben BROKEN aufleuchtet, auf seinem Schoß die Gitarre. Da ist eine Vertrautheit vorhanden. Er nickt mir zu, als ob er sagen möchte, dass er mich nun mitnimmt. In sein Innerstes. Ich nicke zurück. Er fängt an zu spielen. War im ersten Moment noch der blaue wolkenlose Himmel zu sehen und jeder einzelne Sonnenstrahl auf der Haut zu spüren, wendet sich das Blatt in nur wenigen Sekunden. Die flammende Kugel wird von dunklen schweren Wolken verdrängt, es scheint ein ewiger Kampf darum zu sein, wer nun die Oberhand behält. Die Dunkelheit bricht über uns herein, es wird stürmischer. Die Baumkronen fangen an, sich unkontrolliert in sämtliche Richtungen zu bewegen. Ich umklammere fester die Hängematte, nie schien der Abgrund näher zu sein. Regen setzt ein, der Donner grummelt bedrohlich im Hintergrund, hier und da sieht man es aufblitzen. Ich schaue rüber, er spielt mit aller Macht weiter, auch wenn man bemerkt, dass es schmerzt und auch er damit beschäftigt ist, das Gleichgewicht zu halten. Der Blickkontakt bleibt bestehen, es hilft. Denn man spürt, dass man nicht alleine ist in dieser Situation. Dass da immer jemand ist, der einen irgendwie aus dem Dreck ziehen kann, wenn es nötig wird. Der Sturm nimmt zu, so aber auch Mr. Broken: Er lässt die Gitarrensaiten aufheulen, ebenso wie seine Stimme, die somit auch ihren rauen Charme entfalten kann:

Foto: Steve Bourdeau.
Foto: Steve Bourdeau.

‚IF I SAY IT AGAIN, CAN I KILL IT?‘

Je mehr Gefühl er in jede einzelne Textzeile einfließen lässt, umso mehr merkt man, wie sich das zähe Unwetter über unseren Köpfen zurückzieht. Er spielt ohne Unterbrechung, lässt sich nicht einschüchtern. Seine Stärke, sein Wille, all das meldet sich endlich wieder zurück. Er lächelt mir zu. Die Baumkronen werden nur noch von einem seichten Wind gestreift, alles und jeder ist gezeichnet von den letzten Minuten. Ruhigere, fast zerbrechliche Töne durchfluten nun die Umgebung. Er gibt mir plötzlich ein Zeichen, welches ich in den ersten Sekunden nicht deuten konnte. Er fing an zu lachen, deutete auf mein Shirt, welches vorher in einem blendendem Weiß erstrahlte. Nun ist es in einem tiefen Schwarz verwandelt worden- auf dem jetzt auch ein riesengroßes BROKEN prankt. Ich fing ebenfalls an zu lachen & hätten uns diese 10m nicht voneinander getrennt, hätte es an dieser Stelle ein High 5 gegeben!

Vielleicht sollte ich mal darüber nachdenken, Kurzgeschichten zu verfassen, oder? Was ich eigentlich damit sagen wollte, ist, dass es mehr als aufwühlend ist, sich durch all seine akustischen Stücke zu hören. Da gibt es bei vielen Songs ein undefinierbares Stechen, welches sich im ganzen Körper auszubreiten scheint. Es ist immer wieder auf’s Neue berührend, wie sehr er sich auch auf der Bühne verausgabt. Mit dem ganzen Herzen dabei ist und nie irgendetwas Halbgares auf den Tisch bringt. Er macht sich zwar mit dem einen oder anderen Song angreifbar, aber durch die gnadenlose Ehrlichkeit bringt er seine ‚Gegner‘ zum Schweigen. Ein Mann, der zwar oft vom Leben auf die Fresse bekommt, aber die Flamme, die auch mal kleiner ausfallen kann, wird nie ganz erlöschen. Und dafür kämpft er mit allen verfügbaren Mitteln.

Ich habe zwei Herzen in meiner Brust schlagen und das eine schlägt ganz alleine für diesen Musiker! Umso mehr hat es mich gefreut, dass Herr Cape zugesagt hat, als ich ihn fragte, ob er eventuell die eine oder andere Postkarte von unterwegs verschicken wollen würde. Ich bekam ein ‚Absolutely!‘ zurück, deswegen hier die Chance für euch:

Wenn ihr gerne eine Postkarte von Joey erhalten möchtet, dann schreibt mir bitte bis zum 27. März eine Mail mit dem Betreff ‚Postkarte von Joey Cape‘ an

jasmin[dot]lybe[at]googlemail.com

Viel Glück! Und ich muss schon sagen, dass ich gerne an diesem Gewinnspiel teilnehmen möchte, aber ich darf ja nicht! Diese Welt manchmal, ne? (Übrigens: Auch Jared Hart, Matze Rossi, Such Gold, All Aboard!, Brian Marquis, Resolutions, No Fun, Tim Vantol verschicken Postkarten! Schnell mitgemacht: Klick!)

Achja, bitte nicht die Tour vergessen! Zusammen mit Walt Hamburger, Laura Mardon und Yotam Ben Horin geht es quer durch Europa und ich bin mir fast sicher, dass auch für euch eine Stadt dabei sein sollte! Bitte geht hin und lasst euch ebenfalls auf eine kleine Reise mitnehmen!

+++TOUR+++

22.03. Paris, Gibus
23.03. Ostend, De Grote Post
24.03. Amsterdam, Sugar Factory
25.03. Schijndel, Paaspop Festival
26.03. Bielefeld, Heimat & Hafen
27.03. Köln, Underground
28.03. Hamburg, Knust
29.03. Berlin, Bi Nuu
31.03. Leipzig, Werk 2
01.04. Nürnberg, K4
02.04. München, Strom
03.04. Wien, Arena
05.04. Bologna, FreakOut Club
06.04. Milan, Magnolia
07.04. Torino, Spazio 211
08.04. Bulle, Ebullition
09.04. Stuttgart, Universum

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s