‚…and I am sick of falling down…‘ SON bringt seine neue EP ‚Nebraska‘ raus.

13164439_888988371226939_942399794647713761_nIm Juni sollte eigentlich eine Schreibpause her. Warum? Weil der Kopf in letzter Zeit wahnsinnig voll- aber gleichermaßen auch unglaublich leer ist. Man bekommt gefühlt keine zwei gescheiten Sätze hin, außerdem irrt man Ideenlos umher, bis man am Ende den Laptop genervt zuknallt, weil einfach nichts passiert. Aber ich hatte einigen Leuten versprochen, handelt es sich dabei nun um ein Review oder um eine Tourpräsentation, dass ich einen kleinen Artikel verfassen werde und einiges dafür landet dann somit zwangsläufig im Juni. Na dann probieren wir es einfach, nicht wahr? Den Anfang macht der liebe SON aus Braunschweig, der zufrieden und glücklich mit seiner neuen EP namens Nebraska vor unseren Nasen rumwedelt!

Hätte ich die allererste Ich fange Feuer Tour von Matze Rossi nicht mitgemacht, wäre mir dieser Herr entweder nie über den Weg gelaufen (Welch großer Verlust das gewesen wäre!) oder erst deutlich später.

Timo, wie er auch gerne gerufen wird, begegnete mir am 9. April im Braunschweiger Eulenglück, machte einen unaufgeregten und lockeren Eindruck. Er half direkt mit beim Ausladen und da ich ja doch bißchen zu klein bin, hing er auch ohne Widerworte all die Shirts und Zipper am Merch auf. Außerdem: Habt ihr eigentlich schon gesehen, wie schön sein Merchstand jedes Mal aussieht? Sagen wir mal so: Ich konnte mir an diesem Abend doch die eine oder andere Sache abgucken. Danke dafür! Ein Typ, der nicht nur mit seinen Erzählungen und lustigen Anekdoten punkten konnte, sondern auch mit seinem mehr als gefühlvollen Auftritt, indem er auch kurz das Wörtchen ‚Depression‘ einwarf und schon wurde man mehr als nur hellhörig. Ein mehr als wichtiges Thema, welches leider noch immer zu oft ins Lächerliche gezogen wird. Einfach nur, weil es keine Aufklärung darüber gibt oder wenn es eine gibt- wird doch ganz gerne abgewunken, weil man sich nicht damit auseinandersetzen möchte.

Foto: Ulrik Beilke.
Foto: Ulrik Beilke.

SON. Begegnet sind wir uns vor kurzem erneut in Westerstede und es war fast so, als würde man sich schon ewig kennen und verstehen, ohne großartig Worte wechseln zu müssen. Ich glaube mich daran erinnern zu können, dass er seinen Künstlernamen so wählte, weil er eben einen Sohn daheim hat und Kinder ja nun einfach der allergrößte Schatz sind. Was ich mich aber seitdem frage: Was passiert, wenn er irgendwann noch eine Tochter bekommen sollte? Namenswechsel, weil sich sonst die Tochter vernachlässigt fühlen würde? Wie würde der Name dann aussehen? SON & DAUGHTER? Oder nur schlicht Family Business? Ich glaube, dass wir darüber mal ein Interview führen werden, weil mich diese Frage nicht mehr so schnell loslassen wird.

Nebraska flatterte vor wenigen Tagen bei mir in Hamburg ein. Eine süße EP, die einen direkt mit einem ausgedehnten Roadtrip in die große Welt entführen möchte. Die Songs wollen einen die ganze Schönheit zeigen, die da draußen auf einen wartet. Endlose Weiten. Unangetastete Natur. Einen kleinen Hauch von Freiheit und Unbeschwertheit genießen und spüren. Einatmen. Ausatmen. Augen schließen und für einen kurzen Moment die Hände vom Steuer nehmen. Ballast abwerfen. Lebendig sein. Blind in eine ungewisse Richtung fahren, ohne sich vorher viele Gedanken darüber zu machen, was passieren könnte, WENN…

‚…hold on, I’m still bleeding…‘

Aber dennoch: Die melancholischen und tiefgründigen Gedanken kann man nie wirklich abschütteln, auch wenn man es noch so sehr versucht. Irgendwann holt einen doch wieder der ganze Kram ein, welchen man zuvor mühselig und in Kleinstarbeit zu Grabe trug. Zweifel steigen auf, der Kopf zückt langsam aber sicher durch das ganze Gedankenchaos die weiße Fahne, um diese zu schwenken und aufzugeben. Gott sei Dank kann man sich in solchen Momenten noch immer auf das mal stärker mal schwächere schlagende Herz verlassen, welches in diesen Momenten eingreift und versucht, das Ruder am Ende doch noch irgendwie rumzureißen. Ein letzter Rettungsanker zu sein. Die Hand zu reichen, wenn man droht, den Halt an der Klippe endgültig zu verlieren. Irgendwo im Inneren findet man noch einen Funken Zuversicht. Etwas, was am Leben hält und die Hoffnung nicht ganz kapitulieren lässt. Klar: Man fährt scheinbar eine gefühlte Ewigkeit mit einem Auto, welches nur 10 Km/h schafft, durch einen dunklen und langgezogenen Tunnel. Alle anderen scheinen einen im Sekundentakt zu überholen, während man sich selbst nur in Slow Motion wahrnimmt. Eingerostet. Dem Leben hinterherhinkend. Aber sobald man auch nur einen kleinen Lichtstrahl vernimmt, der dort am Ende des Tunnels auf einen wartet, umso schneller wird man und kommt raus aus der quälenden Zeitlupe, auch wenn es etwas an Zeit beansprucht. Aber man holt auf, kann weiter beschleunigen, auf’s Gaspedal treten und die Handbremse lösen.

All die Songs (Nebraska/Lissie/Get Lost/Navigator) lösen abwechselnd verschiedene Sachen beim Hörer aus (Gut, hier kann ich eben nur aus meiner Sicht sprechen): Tiefes abdriften in die eigene Gefühlswelt. Aufbrechen alter Sorgen und Gedankengänge. Die Lieder sind teilweise wie Pflaster für die geschundene Seele. Verlangsamter Pulsschlag. Man fühlt ein entferntes und doch vertrautes Verständnis für die gerade vorhandene Situation. Man wird aufgefangen- durch Texte, perfekt eingesetzte Instrumente, die weder zu aufdringlich, noch zu unterbesetzt klingen. Einfach genau richtig.

Dennoch gibt es für mich zwei Minuspunkte, die man an dieser Stelle auch mal erwähnen muss: Ich bin ja doch Fan von Booklets. Etwas zum Durchblättern haben, wenn man die Scheibe zum ersten Mal durchlaufen lässt. Die Songtexte studieren. Lieblingszeilen raussuchen, die man sich auf Anhieb gerne tätowieren lassen möchte. Aber die schönen Fotos, die einen glanzvoll auf der ganzen EP anlächeln, trösten schnell drüber hinweg.

Foto: Sebastian Dorbrietz.
Foto: Sebastian Dorbrietz.

Der andere Minuspunkt: ES IST KEIN ALBUM!!!

Nebraska ist ein abgerundeter und auf den Punkt gebrachter goldener Schatz, der sich jetzt in meiner kleinen Sammlung befindet. Dennoch möchte man mehr und ist jedes Mal auf’s Neue etwas traurig darüber, dass nach Lied Nummer 5 (Nebraska Demo) doch schon wieder Schluß ist und man erneut auf PLAY drücken muss, damit die Reise nicht so abrupt endet und man noch weiter im Auto durch eine atemberaubende Landschaft fahren kann, mit runtergekurbelten Fenstern, um den Fahrtwind in jeder Sekunde spüren zu können und an der nächsten Tanke rauszufahren und mit zotteliger Mähne erneut volltanken kann. Mit Benzin. Und neuer Kraft.

Eine EP, die ich euch sehr ans Herz legen möchte. Hört in Nebraska & Lissie rein und wenn es euch ebenfalls gefällt, dann kauft sie euch! Verkehrt machen könnt ihr damit auf jeden Fall nichts!

—>EP bestellen: KLICK!<—

AUßERDEM haben wir noch ein schönes Gewinnspiel für euch: Timo wird in nächster Zeit ein kleines Überraschungspaket für euch zusammenstellen. Selbst ich weiß nicht, was er alles dort reinpacken wird, aber ich wette mit euch, dass es allerhand schöne Dinge enthalten wird! Wer an diesem Gewinnspiel teilnehmen möchte, schickt mir bitte bis zum 15. Juni eine Mail an

jasmin[dot]lybe[at]googlemail[dot]com

mit dem Betreff: Auf nach Nebraska! Viel Glück!

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