‚Love The Band, Respect The Crew.‘- Abriss in Schweinfurt!

Witzig manchmal, wenn man all die vergangenen musikalischen Jahre im Kopf Revue passieren lässt, oder? Wie sich der persönliche Geschmack mit der Zeit gewandelt hat, wie sehr man sich in die Musik verliebte und bis heute kein Ende in Sicht ist.

‚…du bist das Balsam meiner Seele und eben auch wegen dir steh ich noch hier…‘

Und wie dankbar ich bin, dass ich damals über Matze Rossi gestolpert bin. Ich weiß tatsächlich nicht mehr so genau, wann mir seine Songs zum ersten Mal zu Ohren kamen und bei welchen Gelegenheiten. Er war einfach irgendwann da und das nun schon seit guten 10 Jahren. Wie ich mich zum Beispiel noch ganz gut an das allererste Interview 2010 in Leipzig erinnern kann: In einem doch eher eiskalten Treppenhaus, bei dem zwischendrin immer das Licht ausging und er seit diesem Zeitpunkt immer wieder für irgendwelche Interviewideen herhalten ‚musste‘: Ob mit einem Dartpfeil bewaffnet, um Luftballons zusammen mit Jawknee Music zu zerstören oder eine Art Memoryspiel- dieser Typ macht wirklich bei jedem Quatsch mit. Danke dafür!

Seit diesen ganzen Jahren tingel ich nun schon zu seinen Konzerten, weil diese einfach immer etwas Besonderes sind. Diese Atmosphäre zwischen Herrn Rossi und dem Publikum, die man eben selbst mindestens 1x erlebt haben muss, um diesen Zauber zu verstehen. Die Songs, die von den früheren Alben, über diverse Cover bishin zu den neueren Stücken reichen, um auch mal einen Abstecher zu seiner Punkband Bad Drugs zu wagen- da wird jede Menge Abwechslung geboten und somit schlägt das Fanherz an den Konzertabenden gleichbleibend hoch. Natürlich gibt es dann auch mal den einen oder anderen berühmten Herzaussetzer, weil man zum Beispiel plötzlich die Anfangsmelodie von einem Lieblingslied erkennt und dieses schon ewig nicht mehr LIVE erleben durfte: Ich erinnere mich an das Konzert in der Kieler Schaubude im letzten Jahr: Da war sie- die Melodie von Schwimmen! Herzaussetzer DELUXE!

Ach, ich könnte hier wohl noch ewig so weitermachen mit den ganzen Aufzählungen, mit all den kleinen Momenten, die so viel für mich bedeuteten, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen, glaube ich. Denn eigentlich wollte ich doch nur KURZ (wer lacht denn da?) auf den 17. März zu sprechen kommen!

****Wer einen wirklich schönen Bericht über den Abend lesen möchte, sollte direkt rüber zu Lieblingstape klicken!****

Ich habe so ausgeholt, weil es irgendwie noch immer irre ist, dass dieser Mann am letzten Freitag wirklich schon 40 Jahre alt geworden ist und man sich an diesem Tag oft fragte, wo die ganze Zeit geblieben ist. Schweinfurt konnte mich an den letzten Besuchen nie wirklich überzeugen, da schwang immer eine Art Skepsis mit. Aber dieses Mal? War irgendwie alles anders.

Bereits am Vormittag kam ich zusammen mit dem lieben Steven & Stanley am Stattbahnhof an, den ich ganz zufällig unterwegs aufgabelte, das gebastelte Pacmanding mit all den wunderbaren Glückwünschen von den SCTYS Lesern wurde übergeben (Herzlichen Dank an Euch alle für’s Mitmachen!). Ein noch nicht ansprechbarer Sven Peks lief vorbei, mein Kompliment schmetterte er mit nur einer Handbewegung gekonnt ab. Aber immerhin weiß ich jetzt: Vor 13 Uhr sollte ich kein Gespräch mit ihm suchen, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass Sven ein großartiger und liebenswerter Kerl ist!

Rein in den Stattbahnhof. Mir blieb ganz kurz die Luft weg, kam mir dieser Club beim letzten Mal doch mindestens doppelt so groß vor. Vergeblich suchte ich nach dem Rest des Raumes, musste aber einsehen, dass es einfach nur einen sehr großen Unterschied macht, ob man diesen am Mittag betritt oder eben erst, wenn dieser am Abend voller Menschen und abgedunkelt ist. Verrückt. Sämtliche Instrumente und Utensilien wurden an die vorgesehenen Plätze gestellt. Während langsam alles für den Soundcheck vorbereitet wurde, ging es für Steven und mich hoch in den Backstagebereich, um ‚fachmännisch‘ diverse Aufstriche, Chips und Teller auf sämtliche Tische zu verteilen. Während Steven fröhlich das Gemüse in mundgerechte Stücke schnitt (Hut ab, übrigens! Mit diesem einen vorhandenen Messer war das schon nicht so easy, das sage ich euch!), schmiss ich den Käse auf zwei Platten. Ey, Steven, lass uns mal ein Cateringunternehmen gründen! Danach gab es für den Herrn eine wohlverdiente Raucherpause.

Da ich den Merch noch nicht aufbauen konnte, war ich bereits sehr gespannt auf den Soundcheck von Matze und seiner neuen Band. Und was soll ich sagen? Bereits da klappte mir die Kinnlade runter! Was für ein unglaublicher Sound das einfach war und wie sehr es die Songs kilometerweit nach vorne katapultierte und somit noch eine tiefere Ebene erreichten. Alles klang voller, abgerundeter und tanzbarer. Da stand eine Band auf der Bühne, bei der man schon von Weitem merkte, dass die Chemie zwischen allen Personen stimmt. Wie ein unsichtbares Band, welches alle miteinander verbindet. Was noch schöner zu beobachten war: Die Herren auf der Bühne versprühten selbst dort schon ein ‚Wir haben so derbe BOCK auf diese ganze Geschichte hier!‚ Gefühl, welches direkt ansteckte. Ich kann gar nicht zählen, wie oft bei mir ein Awww! durch den Kopf sprang. Und jetzt mal ohne Witz: Alles, was Matze anfasst, wird am Ende irgendwie immer zu GOLD. Isso.

In der Zwischenzeit trudelte auch Jess, die bessere Hälfte von SCTYS, ein und wir unternahmen einen kurzen Spaziergang durch die Stadt. Ich weiß nicht genau, was es war…obwohl, doch, ich weiß es: Ich fühlte mich an diesem Tag richtig wohl in Schweinfurt, weil man eben zum Beispiel schon im Vorfeld wusste, dass man viele liebe Freunde in die Arme schließen wird, die man teilweise auch länger nicht mehr sah. Außerdem war das dort alles ein angenehmes Miteinander, was sich über den ganzen Tag und Abend zog. Ob die Crew vom Stattbahnhof, die Musiker, neue Bekanntschaften, oderoderoder. Da schwang die ganze Zeit so viel Liebe in diesen Räumlichkeiten mit, dass man in sämtlichen Ecken in viele glückliche Gesichter schauen konnte.

Danach ging es endlich an den Merchaufbau und ich brauchte tatsächlich erstmal eine Weile, bis ich sämtliche Kartons durch hatte, um mir einen Überblick zu verschaffen. Während ich das tat, lief Herr Peks vorbei- mit einem Eis in der Hand. Ich glaube, dass ich irgendwas sagte wie:

Boah! Ich will auch ein Eis! Warum hast du mir keins mitgebracht?‘
‚Das ist ein Sahneeis! Weiß ich doch nicht, wer hier plötzlich zum Veganer geworden ist!‘

Ja, mit dieser Begründung hatte er natürlich nicht ganz unrecht, ne? Grinsend lief er weiter in den Club. Nachdem ich langsam alles auf den Tisch hatte und die Zeiger der Uhr langsam aber sicher auf 20 Uhr zurasten, kam er erneut vorbei, warf mir wortlos ein Eis auf den Tisch und verschwand. Hiermit wiederhole ich es erneut: Awww!

19.50 Uhr. Es bildete sich bereits eine lange Schlange, die ersten kamen am Merchtisch vorbei und kauften bereits ein. Meine erste verzweifelte WhatsApp Nachricht ging raus: ‚Matze!! Ich brauche den Schlüssel für die Kasse!‚ Professionell bis in die Haarspitzen, sag ich euch. Ha! Kurz darauf begann der Einlass und die Schlange wurde gefühlt nicht kürzer, selbst als Tim Kasher schon auf der Bühne stand, gab es kein Ende. Die Menschen strömten rein, es gingen Shirts und Tassen über den Tisch. Tim konnte ich auch kurz beim Soundcheck erleben, seine Stimme empfand ich als sehr angenehm, hatte aber das Gefühl, dass sein Auftritt ein wenig beim Publikum unterging. Schade! Aber super Leute sind das! Gruß an meine Merchkollegen!

Da der vollgepackte Tisch vor dem Club aufgebaut wurde und durchgehend gekauft wurde, bekam ich immer nur unregelmäßig etwas mit. Danach enterte Matze mit seiner Band die Bühne. Okay, ich muss an dieser Stelle zugeben, dass mir das Herz ein wenig blutete, weil Songs gespielt wurden, die ich wahnsinnig gerne habe und die teilweise sehr selten bei seinen Soloauftritten gespielt werden, wie zum Beispiel ‚Ich: Idiot auf meinem Hügel‚ oder ‚Du weisst doch noch wie das geht, oder?‚. Das ist dann immer wie so ein kleiner Schlag in die Magengrube, wenn man ganz am Ende des Clubs steht, diese dann hört und eben nur halb mitbekommt. Die Energie schwappte aber bis nach hinten durch und ich freute mich sehr, dass sämtliche Besucher und Musiker scheinbar eine mehr als gute Zeit verbrachten.

Danach gab es einen kleinen Ausflug zu den Bad Drugs, bevor es mit Tagtraum richtig rund ging. Bäm! Und dann erklang ‚Ich bin‚. Aaargh, mein Herz! Komischerweise kauften auch da die Leute durchgehend, obwohl ich dachte, dass da eher tote Hose sein wird, da sich das die meisten nicht entgehen lassen wollten. Falsch gedacht! Balsam, Lieblingstape, Um die Welt, Hand aufs Herz, undundund. Magengrube, ne?! Wie mich aber immer wieder eine Gänsehaut ereilte, wenn das Publikum so laut war, dass man Matze gar nicht mehr hören konnte. Wahnsinn! Aber es ist schon irgendwie seltsam, wenn man Herrn Nürnberger diese Songs spielen hört, weil es für mich etwas schwierig ist. Beziehungsweise merkt man einfach, dass diese Tagtraumzeit eben schon wahnsinnig lange her ist und dementsprechend die Texte vollkommen anders waren als sie es jetzt sind. Also, super Sache, dass die Band nochmal rausgekramt wurde, aber wenn er diese alten Lieder singt, nehme ich ihm einige Texte einfach nicht mehr ab. Versteht ihr, was ich meine? Das ist eben nicht mehr der Matze, der er zu dieser Zeit war. Mit anderen Gedankengängen und Situationen. Und wie sehr er jetzt die Dinge aus einem anderen, positiveren Blickwinkel betrachtet. Bitte nicht falsch verstehen: Wahnsinnig gutes Line Up, was an diesem Abend dort stattfand! Und ja: Würden sie sich nochmal irgendwann zusammentun und das eine oder andere Konzert spielen, wäre ich ohne Frage dabei. Ob am Merch oder mittendrin!

Danach hatte ich gut zutun, mein Hals schmerzte, weil ich von vor 20 Uhr bis nach 1 Uhr die ganze Zeit am Sabbeln war und durch die vorhandene Lautstärke natürlich auch etwas lauter als sonst. Und ich habe diese Überschrift nicht ganz ohne Sinn gewählt, da mir diese Aussage das eine oder andere Mal durch den Kopf huschte (vielen Dank an den Merchdude!) : Klar, ich habe an diesem Abend nur verkauft. Aber dennoch kann und sollte man gegenüber der Crew (ob nun die direkten Angestellten beim Stattbahnhof, Security, Barmenschen, Verkäufern, undundund) mit ein wenig mehr Respekt gegenüber treten. Das tut wirklich nicht weh, Freunde! Denkt einfach beim nächsten Konzertbesuch dran, ja?

Vielen vielen Dank an Matze Rossi! Für deine unbändige Liebe zur Musik, für all die Lieblingslieder und wie schön es ist, dass es dich gibt!

Vielen Dank an all die Freunde, die ich in die Arme schließen durfte und die mir einen Besuch beim Merch abstatteten. Leider hatte ich nicht so die Zeit dafür, mich ausgiebig mit euch zu unterhalten, aber das nächste Treffen kommt ganz bestimmt!

Vielen Dank an die ganzen neuen Bekanntschaften. Es war mir ein Fest!

Und vielen Dank an all die kaufwütigen Menschen, die mich auf Trab hielten und meine Stimmbänder zum Glühen brachten!

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