Empfehlung: The Lion & the Wolf.

Foto: honeymilk.de

Zugegeben: The Lion & the Wolf ist viel zu lange an mir vorbeigezogen. Da stand immer mal der Name im Raum, hier und da hat man etwas über diesen Musiker gelesen. Vor über einem Jahr bekam ich eine Promomail in den Posteingang geschwämmt, dabei ging es um sein neues Album ‚The Cardiac Hotel‚, welches ich mir dann Song für Song vornahm –HIER zu lesen- und ich mich am Ende unsterblich in seine Musik verliebte, wie dieser kleine Auszug ganz gut ausdrückt:

Zierlich. Erdrückend. Ehrlich. Aufrichtig. Zu Tränen rührend. Pompöses Erscheinungsbild, ohne aufdringlich zu wirken. Sanft. Ermutigend. Düster, aber immer mit einem gewissen Blick nach vorne. All das würde mir einfallen, wenn ich das Album ‚The Cardiac Hotel‘ in nur wenigen Stichpunkten beschreiben müsste. Und das trifft es auch so ziemlich, würde ich einfach an dieser Stelle behaupten. War ich im Vorfeld noch kein Fan von diesem Musiker- jetzt bin ich es ohne Frage. Ich mag es, wenn mich Alben an die Hand nehmen und durch Höhen und Tiefen führen können und mich mit einer gewissen Sicherheit ausstatten.

In diesem Jahr hatte ich dann zum allerersten Mal die Chance, Tom auf der Bühne zu sehen und zwar beim Kaos Skola Festival in Schweden und vor kurzem erneut in Hamburg, als er John Allen supportete.

Tom ist ein liebenswerter Riese. Ein großes sanftmütiges Herz schlägt tief in seiner Brust und das lässt er jeden Menschen um sich spüren, auch ganz ohne Worte. Auch wenn man sich kaum begegnete, begrüßt er einen mit einer herzlichen Umarmung und wie sagt man manchmal so schön? Es ist so, als würde man sich schon ewig kennen. Ein Typ, der seine Mitmenschen gerne zum Lachen bringt, ein Alleinunterhalter, der seinesgleichen sucht. Er schwingt stets zwischen Witzchen, Kurzgeschichten und perfekten Umgangsformen. Er scheint keinen Unterschied zu machen: ob da nun Menschen sind, die reich oder arm, dick oder dünn, beliebt oder unbeliebt, sportlich oder eher Richtung Couchpotato sind- das spielt keine Rolle. Alles läuft auf gleicher Augenhöhe ab, auch wenn man bei Tom immer ein wenig nach oben sehen muss. Man fühlt sich stets aufgehoben und einfach wohl.

Ich überlege auch gerade, wie ich es am besten beschreiben kann, wenn er auf einer Bühne steht und seine Songs spielt, denn das ist eine Sache, die man wirklich nur sehr schwer in Worte verpacken kann. Aber ein Versuch ist es wert, nicht wahr?

Nehmen wir die Supportshow aus dem Knust: Der Club war sehr gut gefüllt, das Publikum unheimlich aufmerksam. Tom stand dort oben mit der Gitarre, spielte seine traurigen Songs mit dieser teils zerbrechlichen Stimme, aber immer mit einem gewissen Nachdruck. Man selbst stand vor der Bühne und wusste plötzlich nicht mehr, wohin man mit all den aufwirbelnden Gefühlen sollte, die einen langsam aber sicher den Hals zuschnürten. Tom spielte seine Songs nicht wie ein dressierter Zirkusaffe runter, nein, ganz im Gegenteil- all seine Erlebnisse, Erinnerungen, die er mal in Lieder verpackte, gab er an uns weiter: Er ließ sie für diesen Augenblick neu aufflammen und nahm uns mit. Berührte uns. Viele von uns wurden an ähnliche Geschichten erinnert, die wir selbst erlebten und bis heute schmerzen, an uns nagen. The Lion and the Wolf warf uns zu Boden, aber reichte uns im nächsten Moment mit einem ehrlichen Lächeln die dringend benötigte Hand, damit wir nicht ganz im schwarzen Loch verschwinden. Ich weiß nicht was es ist, aber es ist magisch, was dort passiert, wenn er auf der Bühne steht. Einmalig, würde ich schon fast behaupten wollen. Damit wir alle aber nicht direkt im Anschluß im Sad Club einchecken, versuchte Tom durch sehr gut platzierte Anekdoten, Sprüchen und witzigen Bemerkungen das Ruder rumzureißen und schaffte das stets mit Bravour! Und somit kann man wirklich sagen, dass man mit einem weinenden und einem lachenden Augen mitten im Publikum stand und sich wünschte, dass er nie wieder aufhört zu spielen.

Als sein Set vorbei war, ich mich wieder zum Merchtisch begab, merkte ich erst so richtig die Schwere auf den Schultern und im Herzen, diese unbemerkte Last, die sich während des Konzertes auf einen ablegte und man erstmal einen langen Moment brauchte, um alles zu verarbeiten. Kurz darauf kam er auch schon um die Ecke und ich hätte ihm gerne so vieles sagen wollen, zu seinem Auftritt. Aber ich war einfach nur sprachlos. Ob er weiß, was er mit seinen Auftritten bei den Menschen ‚anrichtet‘? Ob er weiß, wie unglaublich begabt er ist? Dass er einfach etwas ganz Besonderes in der Musikwelt ist? Ich hoffe es auf jeden Fall sehr!

Danke an Tom. Für deine Musik. Und dafür, dass du so bist wie du bist. Ich hoffe, dass wir alle im kommenden Jahr viel von The Lion & the Wolf hören werden und bis dahin wird Symptoms noch viele weitere Runden bei mir drehen!

The Lion & the Wolf.
Honeymilk.

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