Of Mountains And Seas – Dracula

 Hättet ihr Lust, unsere Sachen mal durchzuhören?
Das schrieb uns die Band Of Mountains And Seas vor einigen Wochen. Den Namen hatte ich bisher noch nie gehört.
Die Neugierde war aber gleich geweckt, irgendwas mit Punkrock, DIY und einem Stoff-Frontcover. Klingt nicht nur originell  -ist es auch!

„Nach Jahren brotloser Dengelei in diversen Bands und der näher rückenden Bedrohung durch Karriere, Trauschein und Kiesauffahrt, wollen sie es noch einmal wissen. Motiviert durch ihre Helden wie Hot Water Music, Leatherface, Samiam, Social Distortion und andere betagte Rauhbeine, raffen sie sich auf und kämpfen fortan den aussichtlosen Kampf gegen ihren größten Feind!“ [Quelle]

Soviel zur Bandbeschreibung.

Bereits im Dezember 2017 erschien dann ihre 4trackige EP, Dracula, die in kompletter DIY-Manier entstanden ist.
Der Opener, Something Good, zeigt sich mit einer Spielzeit von 1:30 kurz und knackig. Bepackt mit zahlreichen OhOhOh-Chören, geht es mit Schmackes nach vorne, bleibt dabei aber melodisch und klar.

Genauso eingängig, dafür mit gedrosseltem Tempo und einen Hauch poppiger, zeigt sich der nächste Titel, Dracula. Auch Disappear bewegt sich mit deutlich langsameren Schritten. Gedämpfte Gitarre und Bass halten sich erst sehr zurück und überlassen dem Gesang die Show.
Beim letzten Track, Lovesongs, wird nochmal auf das Gaspedal gedrückt. Der Chorus brennt sich regelrecht ins Ohr und das ruhige sitzen bleiben wird zu einer Herausforderung.

Dracula EP – Punkrock mit Schwung. Es fällt schwer, die Füße stillzuhalten. Muss man ja auch nicht.

Of Mountains And Seas machen mit ihrer 9minütigen EP Bock auf mehr. Eckig. Markant. Vielversprechend. Die Band schafft einen Sound mit Wiedererkennungswert, ohne sich dabei zu wiederholen. Entstanden sind 4 Titel, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Ich hab mich sofort in deren Sound verliebt, dieses leicht raue und doch so eingängige. Midtempo-Nummern, bei denen Indie, Punkrock und Pop sich in die Arme fallen und gemeinsam feiern.

Ich bin Fan.

Neugierig geworden? Dann hört doch mal hier *klick* rein.

Torben (Gesang/Gitarre) war so nett, mir einige Fragen zur Bandentstehung, deren Einflüssen und deren weiteren Pläne zu beantworten. Vielen lieben Dank dafür!

01. Ein paar Worte zu:

– Eurer Bandentstehung:

Of Mountains And Seas sind Steffi am Schlagzeug, Alex am Bass und Torben an der Gitarre und Gesang. Steffi und ich kennen uns schon seit der vierten Klasse. Als wir mit unserer damaligen Band nicht mehr richtig weiterkamen, weil es da unterschiedliche Ansichten gab, wo es hingehen soll, haben wir beschlossen etwas Neues zu machen. Wir hatten unseren ersten Gig ausgemacht, bevor wir einen Bassisten hatten. Mamü, der das Konzert in Würzburg veranstaltet hatte, hat uns dann kurzerhand selbst am Bass ausgeholfen. Frank, mit dem Steffi und ich in jeweils anderen Bands zusammengespielt hatten spielte zweite Gitarre. Danach hatten wir Ingolf am Bass, mit dem Frank und Steffi schon zusammengespielt hatten. Aber Arbeit, Kinder und einige Umzüge machten es schwierig als Quartett weiterzumachen, weswegen wir seit Franks Ausstieg als Trio spielen. Für Ingolf wurde es dann auf Grund der Distanz auch zu aufwendig und seither ist Alex mit dabei, mit dem ich wiederum schon in einer Band zusammengespielt habe. Du siehst also, wir kennen uns alle drei schon lange und hatten alle schon andere Projekte zuvor.

– Eurem Bandnamen:

Den habe ich mir mal ausgedacht. Ich wollte was, was bodenständig klingt. Frank fuhr damals immer zum Surfen, Steffi zum Skifahren und ich mag sowohl das Meer als auch die Berge, da bot sich das an. Zwischen die Berge und das Meer passt so ziemlich alles was man sich vorstellen kann, drum kann man viele Geschichten „Of Mountains And Seas“ erzählen. Die anderen fanden das gut, dann wurde das unser Name. Später fiel uns dann auf, dass wir uns OMAS abkürzen. Wir mussten kurz mal lachen, aber fanden das dann eher nett.

– Euren Einflüssen:

Einflüsse sind zum Beispiel die Descendents, Hot Water Music, Samiam, Bouncing Souls, Kid Dynamite, … eben Bands, die man schon immer gehört hat, aber es kommen auch ständig neue Bands dazu. Über die letzten Jahre waren das Sachen wie RVIVR, Iron Chic, Teenage Bottlerocket, Not on Tour, Joyce Manor und viele, viele mehr. Jeder von uns hat andere Vorlieben und bringt dementsprechend auch etwas davon ein.

02. Eure EP ist letzten Dezember in kompletter DIY-Manier entstanden. Gemischt und gemastert wurde das Ganze von Daniel Husayn in seiner North London Bomb Factory. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Ich bin öfter bei Michl Krenner in seinem Plattenladen Black Wave Records in München. Michl ist regelmäßig mit den verschiedensten Bands auf Tour und betreibt ein eigenes Label namens Taken By Surprise Records. Ich habe ihn gefragt, ob er nicht jemanden wüsste, der unsere Songs mischen kann. Er gab mir die Emailadresse von Daniel Husayn und meinte ich solle Ihm einen schönen Gruß von Ihm ausrichten. Michl kannte Ihn, weil er mit den Red Dons, bei denen Daniel Bass spielt, auf Tour war. Daniel hat uns dann eine Hörprobe gemischt und wir fanden sie gut. Dann hat er den Rest gemacht.

03. Die EP war fertig, ihr habt sie zum ersten Mal gehört. Was ging euch durch den Kopf? Gibt es Dinge, die ihr im Nachhinein dann doch etwas anders hätttet machen wollen?

Wir fanden es cool. Die Nadel auf die eigene Platte legen und es kommt die eigene Musik aus den Lautsprechern. Anders hätten wir nichts gemacht. Es ist eine Momentaufnahme, die genau so richtig ist, wie sie ist. Wir hätten sie sicher gerne schneller fertiggestellt, aber in dieser Beziehung zählt Geschwindigkeit nicht zu unseren größten Stärken.

04. Wie kamt ihr auf die Idee, das Frontcover eurer EP auf Stoff zu drucken?

Ich hatte Alex, einem alten Freund von uns, erzählt, dass wir die Songs gerade zum Mischen und Mastern geschickt hatten und quasi nur noch ein Cover bräuchten. Eigentlich wollte ich lediglich einen Flyer drucken lassen und den als Umschlag verwenden, aber Alex hat mir dann von irgendjemandem erzählt, der einen Stoffeinband hat machen lassen, den man dann als Patch verwenden konnte. Ich weiß leider nicht mehr, wer das war, aber ich fand die Idee cool. Das Stoffcover kostete dann fast so viel wie das Pressen der Platte, weswegen wir lange überlegt hatten, ob wir es machen sollten oder nicht, aber im Nachhinein bin ich ganz froh darüber, dass wir uns dafür entschieden haben.

05. Wie sehen eure Pläne für 2018 aus?

So viele Gigs spielen, wie es unsere Zeit zulässt und aufnehmen, damit wir besten Falls Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres was Neues rausbringen können. Ansonsten Wandern, Lesen, Fahrrad fahren, Jazz spielen lernen. Außerdem sind Steffi und ich dieses Jahr auch wieder auf dem Punkrock Holiday zu finden.

 

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