News: Heart of Oak.

News werde ich auch dazu benutzen, um bereits vor längerer Zeit veröffentliche Alben oder EPs kurz vorzustellen. Weil mir damals die Zeit fehlte oder sie mir damals nicht unter die Augen und Ohren gekommen sind und ich es zu schade fände, diverse Perlen einfach komplett unter den Tisch fallen zu lassen.

Achtung: Herzchenaugenalarm!

Somit komme ich heute zu Heart of Oak (‚named after the oak trees grown, harvested and sent to sea by his ancestors‚), der seine Debüt EP One am 1. Mai 2016 auf den Markt warf. Zugegeben: Musiker, die nur begleitet von der eigenen Gitarre ihre Lieder vortragen, gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, es fällt schwer den Überblick zu behalten. Vieles klingt nach Einheitsbrei und 100x durchgekaut, eine einzige Einöde auf wenigen Saiten verteilt.

Dann aber gibt es Musiker wie Jimmy Broomfield, wie Heart of Oak im Alltag gerufen wird, der diesem Brei gekonnt umschifft und zeigt wie es richtig geht. Ohne SchnickSchnack, ohne gespielte Dramatik.

Klingt komisch, aber irgendwie umringt einen ein gewisses Fluch der Karibik-Feeling, wenn die EP läuft. Sitze ich auf meiner Couch, die Ohrhörer eingestöpselt, drifte ich ab und befinde mich auf einem uralten riesigen Piratenschiff, welches knarzend jede Welle abprallen lässt. Ein Gefühl von Freiheit weht einen um die Nase, während man auf den großen Meeren sein Zuhause gefunden hat. Unabhängigkeit, die eigene kleine Welt errichtet auf uraltem Holz. Brennt am einen Tag die Sonne mit voller Wucht vom hellblauen Himmel, kann es nur wenige Stunden später in einem mächtigen Unwetter enden, bei dem der Ausgang des Vorgehens alles andere als gewiss und vorhersehbar ist.

Eine EP, die vieles zu geben hat: Eine Reise zwischen Zuversicht, Verwurzelung, Zweifel, treibenden Gedankenstrudeln, innere Dämonen, Einsamkeit und einen Hauch Romantik. Texte, bei denen man sich sicher sein kann, dass sie keinem farblosen Fantasyroman entsprangen, sondern erlebt und empfunden wurden. All die verzwickten Gedankengänge mühsam entknotet und freigelegt, um sie in 7 starke Lieder zu verpacken. Die Gitarre stets auf dem Punkt. Einerseits im Hintergrund, andererseits gibt sie die Richtung an und eine Melodie ist schöner als die andere, sodass das Herz vor lauter Gepolter nicht mehr zur Ruhe kommt. Die Stimme von Jimmy strahlt Vertrautheit und Wärme aus, das Gesamtpaket berührt.

Eine EP für ruhige Abende auf der Couch. Ein Auf und Ab der Gefühle, mal schippert man einem wunderschönen Sonnenuntergang entgehen, mal muss man sich durch den allergrößten Sturm kämpfen. Blessuren bleiben, aber der Kampf lohnt sich am Ende immer.

and I know that it don’t come easy, you’ve got to fight for the things that you love

Also, tut euch einen Gefallen: Hört euch One an, bestellt die CD und berichtet mir dann, wie es bei euch mit den Herzchenaugen steht, ja?! Heart of Oak. Nicht nur ein fantastischer Musiker (der leider viel zu wenige Konzerte spielt), sondern darüber hinaus ein herzlicher Mensch, mit einem unschlagbaren Humor und den trostgebensten Umarmungen. Ich bin umheimlich froh darüber, ihm im letzten Jahr begegnet zu sein und hoffe sehr, dass bald neues Material folgen wird!

 

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