Aree and the Pure Heart- Never Gonna Die

Homebound Records beweist mal wieder ein sicheres Händchen: zusammen mit Wiretap Records wird am 29. März Never Gonna Die von Aree and the Pure Heart veröffentlicht und schöner könnte man schon fast gar nicht mehr in den überall sehnlichst erwartenden Frühling starten! Wenn die Promomail schon die folgenden Worte von Fabi (Homebound Records) enthält: Vielleicht mein Lieblingsalbum in 2019!, dann wird man direkt neugierig und klickt einfach auf PLAY und nimmt sich dieses Album direkt zur Brust. Ob ich am Ende ebenfalls mit bei Fabi einstimme oder eher in eine andere Richtung drifte? Wir werden sehen!

Da ich mir diese Platte jetzt einige Male angehört habe, bildet sich so langsam im Kopf ein Gerüst und mir schwirren direkt verschiedene Dinge rum. Nicht einfach einzufangen, aber versuchen wir es mal:

Kommen wir zu den ersten 5 Songs: Fifty Dollar Bottle Of Wine, Crash Into The Sun, Tiger Champagne, Under A Streetlight und Gasoline Heart. Kaum ertönten die ersten Melodien und Gesangspartien, krachte direkt und in einer fetten großen Druckschrift der Name BRUCE SPRINGSTEEN ins Hirn, was mir ein breites Grinsen entlocken konnte. Musik, die ins Ohr geht, dass eingestaubte Tanzbein kommt endlich wieder zum Einsatz. Alles klingt herrlich unaufgeregt, teilweise beruhigend, um auf der anderen Seite aber auch unfassbar befreiend und wild zu wirken. Komische Kombination? Ganz und gar nicht! Dadurch, dass es musikalisch keine markanten Ecken und Kanten gibt, alles wurde scheinbar mit dem stärksten Schleifpapier bearbeitet, bis selbst der allerkleinste Splitter eliminiert wurde, kommt es teilweise recht sanft rüber, entwickelt aber dennoch eine angenehm starke Präsenz, die sich mit nach vorne drängelt. Stimmlich erinnert Aree an der einen oder anderen Stelle gerne mal an Laure Jane Grace von Against me! Kleiner Kritikpunkt sei aber auch noch angebracht: ich habe aus gutem Grund die ersten fünf Songs in einem Block ins Visier genommen, denn nach mehrmaligem Hören fällt es mir immer schwerer, diese auseinander zu halten. Nicht, weil ich blöd bin oder Unterschiede nicht wahrnehmen kann, aber ganz ehrlich- mir fehlt gerade da ein wenig die Abwechslung. Eine etwas andere Gesangslage, hier und da vielleicht mal das Drosseln des Tempos, einfach mehr Facettenreichtum. Ich meine, ihr würzt eure Speisen doch auch nicht nur mit Salz und Pfeffer, oder? Eben. Wenn man sich das eine oder andere Gewürz und verschiedenste Kräuter benutzt, wirkt es abgerundeter und entwickelt einen ganz besonderen Geschmack, an den man sich noch lange erinnern wird.

Stichwort Abwechslung: den haben wir dann endlich mit Song Nummer 6 Feeling I Get. Eine wunderschöne reduzierte Pianoversion, bei der die kräftige Stimme von Aree einen träumerisch in die Ferne schauen und das Hier und Jetzt auf sich einprasseln lässt. An diesem regnerischen Tag genau das richtige, um sich in die dickste Decke zu wickeln, den heißen Tee auf die Fensterbank abzustellen und Gedankenverloren mit dem Blick ins Graue die Gedanken schweifen zu lassen, während man von Aree aber immer wieder eingefangen und abgeholt wird.

Auch Black Cats weist leichte Ecken und Kanten vor, zeigt erste Krallen und beweist, dass ihm ein dunklere angehauchte Gesangsstimme unfassbar steht und mächtig Eindruck hinterlässt- ein wenig wurde ich tatsächlich auch an Conor Oberst erinnert. In Zukunft bitte mehr davon, dann hätte ich bestimmt auch so gut wie nichts mehr zu meckern. Das eingesetzte Saxofon gesellt sich dazu und macht daraus eine mehr als runde Sache. Neben dem Pianostück eines meiner favorisierten Songs!

Mit dem Titeltrack Never Gonna Die nährt man sich dem Ende und beweist mit dem eingängigen Chor, wieviel (Ohrwurm) Potenzial in dieser Band steckt und ich bin mir sehr sicher, dass diese vier es noch sehr weit bringen werden!

Fazit: Ich kann mich nicht ganz bei Fabi einreihen, dafür fehlt mir dann doch ein wenig die Abwechslung und die markanten Splitter. Dennoch ist es ein starkes Album geworden, welches sich in viele Herzen brennen wird. Auch ich werde die Songs garantiert öfters mal laufen lassen, besonders dann, wenn die Frühlingszeit beginnt, man wieder die Fenster aufreissen und alles schwermütige mit Karacho hinauswerfen kann. Eine Platte, die leicht tänzelnd daher kommt, dir die Hand reicht und mit auf die Tanzfläche zerrt, um den Spaß eures Lebens zu haben. Hört auf jeden Fall rein da und wenn es euch zusagt, schnappt euch direkt eine der streng limitierten (100x/ EU/opaque yellow) Schallplatten!

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