End Hits Records Spezial: Norbert Buchmacher.

Foto: Robin Disselkamp

Kommen wir nun zum letzten Artikel dieser kleinen End Hits Records Reihe, okay? Und damit auch zu der Band, die es mir am Anfang unfassbar schwer gemacht hat sie zu mögen. Wie hart sich das in diesem Moment anhört, nicht wahr? Aber ich will ja kein Quatsch erzählen, sondern einfach die Wahrheit und dass vieles auch zu Beginn mehr als holprig starten kann…

Die Rede ist hier von Norbert Buchmacher. Zum ersten Mal gesehen als Support von Nathan Gray im Hamburger Grünspan und wenn ich mich nicht ganz irre, dann war das im vergangenen Jahr, man darf mich aber auch gerne korrigieren. Und was soll ich sagen? Ich fand den Auftritt, die Musik alles andere als ansprechend, aber ich kann euch nicht wirklich verraten, was mich zu diesem Zeitpunkt genau gestört hat. Hatte es eventuell etwas damit zutun, dass gerade jede Flitzpiepe (dieses Wort ist schon fast ausgestorben, oder?) mit Reibeisenstimme zum Mikro griff? Oder etwas damit, dass meine mentale Gesundheit am Arsch war und ich auch deswegen nach dem Support direkt den Club verließ? Konnte ich mich einfach nicht auf neue Bands einlassen? Oder war es schlicht und einfach nicht mein Geschmack? Vielleicht etwas von allem? Wer weiß das schon.

Dann der Sprung zur EHR Tour.

Tadaaaa. Nun stand ich erneut im Grünspan, zweiter Anlauf! Aber auch da waren keinerlei Funken zu spüren, es ergriff mich NULL. Der Kopf ratterte unermüdlich und ich versuchte rauszufinden, was genau mein Problem mit dieser Band ist und ich kann euch verraten: ICH KAM NOCH IMMER NICHT DRAUF. Frustrierend, irgendwie.

Spontan zog es mich noch nach Stuttgart und Saarbrücken. Jetzt, liebe Menschen, geht es etwas voran: Als ich so seitlich Im Wizemann stand, den vertrauten Klängen und Melodien der Songs lauschte und den Fokus allein auf das Bühnengeschehen legte, es auf mich wirken ließ, dachte ich plötzlich:

MOMENT MAL! Also. Huch. So schlecht finde ich Norbert Buchmacher gar nicht mehr.

Aber auch da kann ich euch nicht verraten, welcher Schalter umgelegt wurde. Vielleicht war es wirklich das Ding, dass ich die Show mal aus einer anderen Perspektive betrachten konnte und nicht nur von ganz hinten, wo die Leute generell eher auf Gespräche und Alkohol aus sind und alles andere eher eine Nebensache darstellt. Und ich bin so ein Mensch- ich lasse mich davon leicht ablenken und kann mich nur noch schlecht auf die jeweilige Band auf der Bühne konzentrieren. Somit konnte Norbert Buchmacher an diesem Abend ein Stückchen weiter Richtung Herz ziehen und ich hatte wirklich nichts dagegen. In Saarbrücken war ich sogar etwas traurig, dass es erstmal das letzte Konzert war und jetzt mal bitte fix die Hände hoch von den Leuten, die mit diesem Ausgang nicht mehr gerechnet hätten! Funfact: ich würde mich direkt dort einreihen!

Lange Rede, kurzer Sinn: manchmal hinkt man einfach stark hinterher. Manchmal erkennt man die Schönheit der Songs nicht, obwohl sie dir ständig mit voller Wucht auf den Fuß treten und um Aufmerksamkeit betteln und sagen: Digga, hör doch nur ein einziges Mal richtig zu und lass dich in den Bann ziehen! Jaja, die Scheuklappen trägt man zu oft vor sich her und übersieht die ganzen funkelnden Diamanten um einen herum. Aber wie heißt der altkluge Satz noch gleich: Besser spät als nie, ne?!

Norbert Buchmacher. Ich bin auf jeden Fall gespannt, welche musikalischen Wege noch eingeschlagen werden und mittlerweile kann ich wirklich jedem Menschen empfehlen, sich mit dieser Truppe auseinanderzusetzen. Nehmt euch die Zeit, kehrt den ganzen Alltagsrotz mal raus aus der Tür, lehnt euch zurück, Kopfhörer auf und PLAY drücken. Und ganz ehrlich: wenn auch ihr am Anfang sagt, dass ihr nichts damit anfangen könnt, dann gebt nicht direkt auf. Denn wie ihr bei mir gesehen habt braucht man hier und da länger, um vollkommen überzeugt zu werden, aber wenn dann dieser berühmte HEILIGE SCHEIßE! IST DAS GUT! Moment eintritt, der festsitzende Knoten platzt, ist das ein unbeschreiblich gutes Gefühl. Probiert’s aus: