No Way In Hell I Break #1 mit Jasmin

So, Leute. Sagt an: wie geht’s euch? Welche Routine habt ihr euch in dieser Krise zusammengezimmert? Fällt es euch noch relativ ‚leicht‘ größtenteils daheim zu bleiben oder nagt es schon jede Sekunde an den Nerven? Wenn ich mal so für mich überlege, schwankt es gerade stark zwischen (OHNE WITZ) ‚Boah, endlich Zeit für den Haushalt. Die Heizung wollte ich schon ewig mal reinigen!‘ und ‚Nein, ich stehe heute bestimmt nicht mehr auf und geh mir weg mit frischer Luft!‘. Ich versuche einiges an Sport einzubauen, runter an die Elbe zu gehen oder das allernötigste aus dem Supermarkt zu besorgen. Aber da mir die Depression gerade wirklich täglich ein Bein stellt und ich nicht mehr wirklich so motiviert bin Dinge in Angriff zu nehmen, bin ich an dieser Stelle wirklich froh über eine ganz bestimmte Sache: meinen persönlichen Motivator, manchmal auch eisener Drill instructor: die Musik. Immer und überall. Gerade wenn ich draußen unterwegs bin, beim Einkaufen -was ja wirklich eher nur noch Stress auslöst (zumindest wenn die Menschen ihr hässliches Gesicht zeigen) und somit einem Spießroutenlauf gleicht. Oder beim Kochen, beim Spaziergang, beim Sport- kein Tag vergeht ohne meine Lieblingsbands! Mir persönlich hilft das sehr in meinem jetzigen Alltag- denn ab und an geben mir diverse Songs den längst benötigten Arschtritt und treiben an- ohne aufdringlich oder nervig zu erscheinen. Aber ich dröhne mich auch gerne mit melancholischen Stücken zu, die mich daran erinnern: You’re not alone. Oder stolpere über Perlen, die ich vor zig Jahren geliebt habe und noch heute abfeiere, wenn sie mir durch Zufall wieder vor die Füße fallen.

Und da ich denke, dass die Musik gerade in dieser Zeit noch eine viel größere Rolle spielt als eh schon, wird es eine neue Reihe geben: MusikerInnen/MusikliebhaberInnen erstellen eine Playlist- mit Songs, die sie gut durch diese Zeit bringen und schreiben zu jedem ausgesuchten Lied zwei bis drei Zeilen. Denn ich für meinen Teil finde es ganz spannend, was in anderen Haushalten hoch und runter läuft- ihr auch? Ich hoffe, dass ich ein paar Freiwillige finden werde, die diesen Spaß mitmachen wollen, aber da jetzt viele die nötige Zeit dafür hätten, bin ich ausnahmsweise mal zuversichtlich!

So, damit ihr euch das vorstellen könnt, kommen hier meine ausgewählten Lieder (und da würde es noch unzählige mehr geben, ey!), ein paar Zeilen dazu und ganz unten findet ihr direkt die Playlist. Viel Spaß!

Nathan GrayNo Way

Nathan, der mit seinem neuen Album Working Title bei mir einschlug wie eine Bombe und besonders No Way ist mir ein treuer Begleiter geworden. No way in hell I break- No way in hell tonight. So simpel, so wahr. Für mich ein Song, bei dem ich durch die Wohnung tanze und der mir beim Sport nochmal die allerletzten Kraftreserven rauskitzelt. Aufbauend und stets mit dem Blick nach vorne. Somit perfekt als Opener! (Übrigens: am 8. April wird es ein zweites Wohnzimmerkonzert drüben bei Facebook und Instagram geben. Start gegen 19.30 Uhr! Unbedingt pünktlich einschalten! Nathan und seine Familie unterstützen: Klick!)

Against Me!I was a teenage anarchist

Diese Band habe ich schon viel zu lange nicht mehr live erleben können und somit tröste ich mich mit sämtlichen Alben. Und ich glaube, dass mir die meisten von euch zustimmen werden, wenn ich sage: welch ein Brecher. Welch ein Ohrwurm! Zaubert mir stets ein Lächeln ins Gesicht. Stillsitzen? Fehlanzeige!

Julien BakerAppointments

Holy shit. Ich weiß gar nicht mehr wie oft ich zu diesem Stück geweint habe. Julien hat dieses besondere Talent, ihr tiefstes Inneres in solch wunderschöne Lieder zu verpacken und somit eine Stütze für alle dort draussen zu sein, die ebenfalls mit ihrer Psyche zu kämpfen haben. Und wie schön es ist, dass, wenn mir mal die Worte fehlen um anderen zu sagen, wie es mir gerade geht: ich suche einfach die passenden Textfetzen raus und gebe diese als finale Antwort auf diese Frage.

Akne Kid JoeWhat AFD thinks we do…

Schande über mich! Ich bin jetzt erst über diese Band gestolpert und bin wirklich begeistert von dieser übersprudelnden Spritzigkeit und ausgewachsenen Schlagfertigkeit. Love it! Das macht gute Laune und ausserdem wird auch mal Tacheles geredet.

Olli Schulz & Der Hund MarieElefanten

Früher war alles besser- zumindest sehe ich das so in Bezug auf Olli Schulz. Wie sehr mir die Alben gefallen haben, als er noch mit Max Schröder, Dennis Becker und Andre Frahm unterwegs war. Bei den neuen Veröffentlichungen bin ich komplett raus und hänge deswegen sehr an den alten Sachen. Ich erinnere mich gerne an die Konzerte, für die ich auch schon nach Augsburg oder Bonn gependelt bin. Das war schön. Und wie sehr man gerade bei Elefanten die Zeile Wenn du nach Hause kommst // sei bitte nicht bange // ich liege ganz friedlich // mit dem Fön in der Wanne. mitgeschmettert hat.

Joey Cape Sick

Joey Cape. Einer meiner musikalischen Helden und darf schon alleine aus diesem Grund nicht fehlen! Muss ich noch mehr sagen? Na gut: Sick. Dieses Lied ist so, als ob dir jemand mit voller Wucht und ohne Vorwarnung ein Pflock ins Herz rammt und du daraufhin direkt zusammensackst. Ein Song, der dich an schlechte Phasen erinnert. Ehrlich, mitreißend und aufwühlend. Vielleicht liebe ich es deshalb so sehr.

Chuck Ragan Revival Road

Hach! Damit die Stimmung nicht direkt kippt, gibt es mit Revival Road einen Sprung nach vorne! Und ich glaube, dass nicht nur ich direkt wieder im Jahre 2011 bin, oder? Grünspan und FritzClub. Die Revival Tour mit Chuck Ragan, Brian Fallon, Dave Hause, Dan Andriano, Joe Ginsberg und Jon Gaunt. Mir fehlen noch heute (!!!) die richtigen Worte für dieses ereignisreiche Spektakel, aber das war mehr als nur großes Kino! Deswegen darf dieser Klassiker definitiv nicht fehlen!

Tim Vantol Broken Mirror

Letztens spielte dieser Herr ein Wohnzimmerkonzert und ich muss gestehen, dass ich Tim in letzter Zeit nicht mehr wirklich auf dem Radar hatte. Aber mit dieser Show eroberte er mein Herz zurück und ich war HIN und WEG! Wirklich. Diese markante Stimme gepaart mit ordentlich Humor und altbekannten Melodien- da fiel mir wieder auf, wie sehr ich diesen Musiker mag! Für alle, die diesen Auftritt verpasst haben, habe ich eine gute Nachricht: am 13. April wird es ein zweites bei Facebook geben. Unbedingt einschalten!

NovilleroA little tradition

Falls jemand bei euch bei der Tour von Tomte im Jahre 2008 dabei war, wird sich hoffentlich noch gut an die Vorband Novillero erinnern! Diese Kanadier ließen mich an jedem Abend sprachlos zurück und ich liebe sie bis heute! Kaum verwunderlich, dass es mich 20 Minuten gekostet hat, eh ich mich für einen Song entscheiden konnte. Absolute Hörempfehlung und wer weiß- vielleicht (hoffentlich!) werden sie auch euer Herz zum Schmelzen bringen!

Boysetsfire My Life in the Knife Trade

Noch eine Band, über die ich eigentlich kein Wort mehr verlieren müsste, nicht wahr? Dieser Song musste einfach mit rein, weil a) es eine wundervolle akustische Version ist, b) es eines meiner absoluten Lieblingslieder ist und c) handelt es sich VERDAMMTNOCHMAL um Boysetsfire!

Heart of Oak Skin & Bones

Heart of Oak. Ein Musiker, der sich erst beim Kaos Skola Festival in Schweden in mein Leben schlich und mich direkt mit seiner Version von I’m on fire von Bruce Springsteen überzeugte. Stimmlich mal gewaltig, mal zerbrechlich. Berührend. Bei seinen Auftritten versorgte er uns zwischen den Liedern mit reichlich Humor, damit wir nicht alle zu sehr in der Melancholie ertrinken. Perfekte Mischung- obwohl ich dann doch am Ende heulend vor der Bühne stand. Skin & Bones prankt bereits auf meinem Unterarm- ein weiteres Indiz dafür, sich mehr mit ihm auseinanderzusetzen. Macht das bitte auf jeden Fall!

Kid Kopphausen Das Leichteste der Welt

Ich glaube, dass das ein sehr guter Abschluss dieser Playlist ist. Kid Kopphausen, ein Zusammenschluss von Nils Koppruch und Gisbert zu Knyphausen. Das Leichteste der Welt. Darüber, dass es nicht immer optimal läuft, aber es zwischen der ganzen Scheiße auch vereinzelte Lichtblicke gibt. Lichtblicke, die einen wieder einen Sinn im Leben geben und es einen leichter machen, die nächsten Schritte zu gehen.

Denn jeder Tag ist ein Geschenk- er ist nur scheiße verpackt. Und man fummelt am Geschenkpapier rum und kriegt es nur mühsam wieder ab. Doch ja, ich weiß jetzt es gibt Menschen die diese Welt durchaus rechtfertigen, die durch ihr bloßes Dasein andern Menschen leben helfen. Die lieben und lieben und lieben und lieben und lieben, als wäre es das Leichteste der Welt.