No Way In Hell I Break #5 mit Hilmar von White Crane

Heute haben wir Hilmar für euch- Sänger bei der fantastischen Band White Crane, die mit ihrer EP The Swaying Kids im November letzten Jahres ordentlich ablieferten! Wer sich das Review dazu durchlesen mag, der kann das selbstverständlich gerne tun und sich einen eigenen Eindruck verschaffen: Klick! Und wer weiß- vielleicht spielen sie sich auch direkt in euer Herz, so wie es bei mir der Fall war und tauchen dann zum Beispiel in euren erstellten Playlisten auf! Genug gesabbelt, lasst uns mal sehen und hören für welche Songs sich Hilmar entschieden hat, ja? Los geht’s:

Therapy?Isolation

Es muss ja scheinbar in Anbetracht der aktuellen Situation und des damit verbundenen Anlasses für diese Playlist zumindest einen konkreten thematisch angebundenen Song geben. Das ist bei mir Isolation von Therapy?. Habe mich die letzten Tage öfters mal dabei erwischt den Refrain, bzw den immer wieder wiederholten Titel zu summen, während ich den Tag mit nutzlose Prokrastination zugebracht habe. Die Band hat mit Troublegum Anfang der Neunziger ein Album gemacht, das mich nachhaltig beeindruckt hat und wohl auch stark dafür verantwortlich zeichnet, dass sich der angry young boy vermehrt mit Gitarrenmusik beschäftigt hat. Dazu trugen natürlich auch die vergifteten und kaputten Texte bei, die auch abseits des Umstands, dass sie aktuell wie die Faust aufs Auge passen, immer wieder hohes Identifikationspotenzial für den alten Sack bieten, der ich inzwischen geworden bin. OK, abgesehen von den teils drastischen Gewaltfantasien vielleicht.

Spanish Love SongsRoutine Pain

Selbst wenn die Situation gerade eine besondere ist. Sie trägt doch nur dazu bei diejenigen Gefühle von Unzulänglichkeit und Sinnlosigkeit noch zu füttern und zu potenzieren, die ohnehin allgegenwärtig sind, wenn am Abend normalerweise die Stille der Singlewohnung über einen hinein bricht. Und wenn alle hehren Ziele jetzt doch endlich mal die Dinge zu schaffen, die man immer mal tun wollte – Gitarre abseits einiger Akkorde lernen, den angefangenen Roman weiter zu schreiben, Texte fürs Album der Band zu schreiben, putzen, aufräumen, die Katze schrubben – beim Zubettgehen doch wieder unerledigt geblieben sind und man sich mies deswegen fühlt, weiß man doch, dass da jemand in einer Band aus L. A. singt, der diese Enttäuschung über sich selbst noch hundertmal deutlicher in seinen Songs zum Ausdruck bringt. Und das auch auf dem neuen Album wieder.

CreeperMisery

Ehrlich, ich habe keine Ahnung auf welchem Level der Peinlichkeit diese Band liegt. Die Videos sind schrecklich, der Look irgendwo zwischen schlechter Misfitskopie und AFI für Arme, und es macht den Eindruck als handele es sich um irgendeine englische teeny-emo-Kapelle, die zum Schlafengehen Kajal trinkt. SOLLTEN diese Vorurteile zutreffen – denn nichts anderes sind sie, habe mich nie schlau gemacht – entschuldige ich mich für den Griff ins Coolnessklo. Aber mir wurde der Song vor Monaten von Spotify durch einen dieser Allgorythmen des Todes vorgeschlagen. Und nochmal ehrlich: Der ist ein Knaller. Ein süßer kleiner Popsong über das verflogene verlogene Leben. Und er hat sich irgendwie festgesaugt. Na ja, und es passt eben auch. „if you could see the wreck I am these days, you’ll have not reasons to stay away.“

Greet DeathDo you feel nothing?

Großartige Band auf Deathwish. Ironisch? Klar. Aber der düstere Sound bietet einen tollen Kontrapunkt zum poppigen Punkrock den ich in letzter Zeit viel gehört habe. Eine feine Melange aus breiigen Gitarren und süßen Melodien, die das Gefühl dieser Tage irgendwie ganz gut einfangen.

DeftonesRickets

Eine Zeit des notwendigen Rückzugs könnte ja eine Zeit der Kontemplation, des Neuanfangs, des Bruchs mit lieb gewonnen aber destruktiven Angewohnheiten sein. Isses aber nicht. Bei mir zumindest nicht. Statt dessen verliert man sich. In Konsum. Im Fressen, Saufen und Fernsehen. Fett und aufgedunsen wie gammeliger Fisch, und ähnlich riechend, aalt man sich in allem, was schon unter normalen Umständen zu viel Platz einnimmt. Too much. Von allem was nicht gut ist.

Pianos Become The TeethHouses we die in

Der erste Song, durch den ich auf diese Band aufmerksam geworden bin, bevor sie noch viel größere Alben gemacht haben. Und es geht gar nicht um das, was der Titel im Kontext dieser Liste nahe legen könnte. Auch wenns schon passend wäre. Es geht um Erinnerungen. Um Nostalgie. Erneut auch wieder um das Eingeständnis nunmehr unwiederbringlich Verlorenens. Kindheit. Jugend. Das vergangene Gefühl von Aufgehobensein. Ist daher aber eben auch passend hier. Denn dieses Eingeständnis zieht eben auch am begrenzten Horizont des geschlossenen Wohnzimmerfensters herauf, wenn man lange genug draufgestarrt hat. (Anmerkung: Houses we die in ist drüben bei Spotify unauffindbar, deswegen haben wir für euch nur den Link zu Youtube. Trotzdem toll: Klick!)

Seven Mary ThreeHoudini’s angel

Diese Band kennt in Deutschland kaum noch jemand. Waren in Amiland als Grunge und Alternative Rock mal ne anständige Nummer. War das erste Album noch eine etwas schlecht versteckte Verneigung vor den großen Fischen im Teich – dabei aber kommerziell höchst erfolgreich – hat man sich auf Rock Crown – Ironie – auf die eigenen Stärken besonnen und einen ganzen Batzen ruhigerer und melancholischerer Songs eingespielt, die vor allem von der fantastischen Stimme des Frontmanns leben. Ich wollte diesen hier immer mal auf ein Mixtape packen. Und gerade wegen großartiger Textzeilen wie dieser hier passt das thematisch auch ganz gut. „I think that people get tired of themselves. Is that why the TV’s on all he time?“

SamiamDull

Na ja. Was soll man dazu sagen. Spricht für sich selbst. „I don’t wanna spend another long and lonely weekend by the phone without anyone to call“

Joan BaezDiamonds and rust

Noch so ein Lied über die Dämonen der Vergangenheit die über einen kommen, wenn man zuviel Zeit zum Denken hat. Hier zwar ausgelöst durch den Anruf eines Verflossenen (interessanter Weise geht es wohl um ihren Ex Bob Dylan), aber selbst wenn ein solcher Anruf nicht kommt: Die Gedanken kommen auch gerne mal ohne konkreten Anlass.

Bruce SpringsteenDry lightning

Nuff said.