Plattenalarm #24: Stefan und seine Reise in die Vergangenheit.

Eigentlich würde ich jetzt gerne damit beginnen, wie ich Stefan Pommeresch kennengelernt habe, aber ich komm mal wieder nicht drauf. Vergesslich? Verdrängt? Eine gefährliche Mischung daraus? Wahrscheinlich! Gut, fange ich anders an: Während ich noch über Oise geschrieben habe (Hier!), dass er das Glas als stets halb voll betrachtet, lege ich bei Stefan nochmal eine gewaltige Schippe oben drauf. Sein Glas ist nicht halb voll, nein, es reicht bis zur Oberkante, kurz vor’m Überlaufen. Und das nicht nur ab und zu, nein, IMMER! Ich bin ja tatsächlich immer etwas neidisch auf seinen ungebrochenen Optimismus und versuche insgeheim festzustellen, wie er das schafft. Zwischenstand: Ich bin noch nicht schlauer geworden, aber ich werde es rausfinden und mir weiterhin heimlich Notizen machen, wenn wir in der Zukunft zum Beispiel mal wieder bei der Pizza Bande abhängen werden. Ein Typ, der einen so akzeptiert wie man ist und den man mitten in der Nacht anrufen könnte, wenn ein dringendes Problem vorliegt. Ein guter Freund für so viele da draussen- und für mich. Vielen Dank für’s Mitmachen, Stefan und bis ganz bald! Immerhin wartet Eros Ramazotti auf uns, stimmt’s? Achja, wer die Rubrik nicht kennen sollte: Menschen greifen (oder lassen greifen) blind in das Plattenregal und schreiben etwas über die gezogene Schallplatte. Heute hätten wir da Young Mountain von This Will Destroy You für euch. Viel Spaß damit!

Ich erzähle ein bißchen was über das Album, was ich aus dem Plattenregal ziehen durfte oder nicht nur durfte. MUSSTE. Du hast es mir ja aufgezwungen! Und zwar handelt es sich um Young Mountain von This Will Destroy You. Und das ist glücklicherweise auch eines meiner Lieblingsalben, also kann ich da ein bißchen was zu erzählen, was du dann noch alles in Ruhe abtippen darfst. Das finde ich ziemlich gut! Die Platte, die ich da rausgezogen habe, ist die 10 Jahres Sonderedition in durchsichtig- eine limitierte und exklusive Geschichte, wie die meisten Platten die ich besitze. Abgesehen von der Eros-Platte, aber das ist eine andere Geschichte, die kann man irgendwann später erzählen.

Ich habe die Band durch den Tourmanager von Bands wie Terror und Blood for Blood kennengelernt. Den habe ich regelmäßig bei Shows angetroffen und wir haben uns immer mal wieder über Musik unterhalten, die nichts mit dem Genre Hardcore zutun hat und was wir denn sonst noch so hören. 2008/2009 hat er mir einen USB-Stick gegeben und da war eine ganze Menge instrumentaler Postrock drauf und unter anderem auch dieser Ordner, der einfach nur This Will Destroy You hieß. Damit konnte ich erstmal gar nichts anfangen und habe mir dann die beiden existierenden Platten Young Mountain -das Debütalbum- und das selftitle Album -welches übrigens auch großartig ist- angehört und war relativ schnell geflasht, weil es sehr sehr angenehmer instrumentaler Postrock ist. Teilweise ein bißchen droneig- mit sehr vielen Effekten überlagerte Gitarrengeschichten, aber nicht in dem Maße nervig, sondern sehr angenehm zu hören.

Das war für mich lange Zeit das Album, was permanent in meinem IPod lief und es ist großartig. Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Wer die Band nicht kennt und Freund von ruhiger unaufgeregter Musik ist, sollte sich das auf jeden Fall mal reinpfeifen. Wahlweise auch Explosions in the Sky– schlägt beides in die gleiche Kerbe.

Ich habe Young Mountain ziemlich regelmäßig gehört als ich als Landvermesser gearbeitet und sehr viel Zeit im Auto verbracht habe oder laufenderweise durch die Landschaft- da hatte ich auch immer ein Kopfhörer im Ohr. Mein Gehilfe musste sich damit abfinden. Der hat dann auch relativ schnell aufgegeben, wenn ich Musik angemacht habe. Das war auch der kleinste gemeinsamer Nenner, worauf wir uns einigen konnten. Alles besser, als die ganze Zeit Rex Gildo oder sowas zu hören, da hatte ich nicht so Bock drauf.

Das Cover ist auch wunderschön. Das ist eine Illustration des Gitarristen dieser Kapelle: Christopher King. Der macht generell viele Designs für diese Band, aber auch für andere. Anspieltipps sind bei solchen Geschichten ja auch immer ganz wichtig, habe ich mir sagen lassen: eigentlich kann man direkt durchhören. Das schöne ist, dass die Platte aus 6 Liedern besteht, wobei die limitierte Ausgabe noch den Bonustrack Sleep mit drauf hat. 36 Minuten Spielzeit, relativ kurzweilig, aber schön und sehr verträumt. Wenn man mit dem ersten Lied angefangen hat, will man auch gar nicht mehr ausmachen. Eine halbe Stunde später hat man Young Mountain schon durch und denkt sich: Boah, das war geil, ich glaube ich höre mir das nochmal an! So war es zumindest bei mir und ich hoffe, dass es bei vielen anderen Menschen auch so ist/war!

P.S.: Live ist die Band noch besser als auf Platte!