Be Well Spezial, Tag #2: Im Gespräch mit Diana von Freunde fürs Leben e.V.

Diana Doko. Foto: Tom Wagner

Das wunderbare an The Weight and The Cost: all die Songs geben einen schonungslosen und ehrlichen Einblick in das Leben der Menschen, die sich mit Depressionen und Angststörungen auseinandersetzen müssen und geben zu verstehen, dass es dabei nicht nur um eine harmlose Verstimmung von wenigen Tagen geht, sondern um ernstzunehmende Krankheiten, die leider auch oft tödlich enden können. In der Gesellschaft stößt man noch immer sehr auf Unverständnis, wenn man über die eigenen Erfahrungen erzählt oder es zumindest versucht. Viele Menschen, die sich nicht ein einziges Mal durch eine langanhaltende depressive Phase begeben mussten, können es zugegebenermaßen auch nur schwer nachvollziehen, wenn wir sagen: ‚Puh, ich komme einfach nicht mehr aus dem Bett, im Haushalt bleibt alles liegen. Ich fühle mich so unfassbar leer und einsam und ich mache seit Wochen gar nichts mehr, weil mir die Lust und der Spaß an allen Dingen abhanden gekommen ist. Ich weiß nicht mehr, wer ich wirklich bin, Kopf und Herz fühlen sich in jeder Sekunde so unfassbar schwer an, auf meinem Brustkorb scheint ein ausgewachsenes Nilpferd zu sitzen und dann noch dieser tief sitzende Schmerz, der mich sämtliche Kraft kostet. Ich kann einfach nicht mehr.‘ Dabei ist das wirklich nur eine ganz ganz grobe Beschreibung der Umstände. Wenn wir da noch alle Symptome und Kram aufzählen würden, würden wir ungläubige Blicke kassieren oder irgendwelche verletzenden Sprüche- und das können wir am allerwenigsten gebrauchen.

Umso wichtiger ist es, nicht nachzulassen und weiterhin aufzuklären. Vorurteile zu entkräftigen und zu sensibilisieren. Infos, Fakten und Zahlen vorzulegen, um zum Beispiel allein die Dimension der Suizide aufzuzeigen. Freunde fürs Leben e.V. ist dafür ein guter Ansprechpartner: der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, alles rund um das Thema Depressionen und Suizid aufzubröseln. Informative Einsichten rund um Hilfsangeboten, auftretenden Symptomen und erkennen der Alarmsignale, Hintergrundwissen und vieles mehr- alles ohne mit dem erhobenen Zeigefinger in der Luft. Sondern locker, aufschlussreich und nachvollziehbar. Aus diesem Grund landete Freunde fürs Leben e.V. direkt auf meiner ‚Unbedingt wegen Interview anfragen‘-Liste, als ich langsam die Vorstellung dafür bekam, wie die spezielle Be Well/Mental Health Woche aussehen soll.

Und was soll ich sagen? Es hat geklappt! Vielen Dank an Diana von Freunde fürs Leben e.V. für dieses ausführliche Interview und für eure wichtige Arbeit!

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Wer noch nie etwas von euch gehört haben sollte: Magst du Freunde fürs Leben e.V. ein wenig vorstellen? Was genau steckt hinter eurem Verein?

Jedes Jahr sterben in Deutschland circa 10.000 Menschen durch Suizid – davon sind 600 Jugendliche und junge Erwachsene. Freunde fürs Leben wollen das ändern. Gerald Schömbs und ich haben den Verein Freunde fürs Leben 2001 gegründet. Wir haben beide nahestehende Menschen durch Suizid in Folge einer Depression verloren. Im Gespräch damals stellten wir fest, dass viele Vorurteile, falsche Informationen und Stigmata rund um die Krankheit bestehen und dass Betroffene und Angehörige mit ihren Sorgen und Ängsten oft allein gelassen werden, da sich niemand traut, mit ihnen zu reden.

Da wir beide aus der PR-Branche kommen, wollten wir unsere Kommunikationsexpertise nutzen, um die Themen Suizid, Depression und seelische Gesundheit aus der Tabuzone zu holen. Mit einem sehr engagierten, kleinen Team betreiben wir seither Aufklärungsarbeit, damit Signale für eine Erkrankung und Hilferufe frühzeitig erkannt werden. Denn wir sind davon überzeugt, je mehr über seelische Gesundheit – vor allem auch in der Öffentlichkeit – gesprochen wird und je mehr Wissen darüber besteht, desto eher kann Betroffenen von Depression geholfen und damit auch Suizide verhindert werden. Dabei haben wir vor allem junge Menschen im Blick, denn sie brauchen das Rüstzeug, ihre manchmal widersprüchlichen Gefühle einzuordnen und zu verstehen, wann sie oder ihre Freunde Hilfe benötigen.

Seit 2001 klärt ihr über Depressionen und Suizid auf: Inwiefern haben diese Themen in all den vergangenen Jahren an Beachtung und Bedeutung gewonnen? Wo seht ihr positive Entwicklungen und an was muss weiterhin gearbeitet werden?

Generell wird mentale Gesundheit heute viel offener in unserer Gesellschaft thematisiert. Das sieht man zum Beispiel auf Social Media gut: Es gibt mittlerweile viele Accounts, die sich dem Thema annehmen, Informationen verbreiten und aufklären. Auch Influencer*innen und Prominente sprechen häufiger über den psychischen Druck, den sie erfahren, oder ihre Erkrankungen. Und auch dieses Interview hier zeigt: Es ist ein Interesse für das Thema da. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei Depression und Suizid immer noch um Tabuthemen. Die Stigmatisierung erschwert es Betroffenen nach wie vor, über ihre Erkrankung zu sprechen und sich Hilfe zu holen.

Und auch die Zahlen sind weiterhin alarmierend: Jährlich sterben in Deutschland etwa 10.000 Menschen durch Suizid. Das sind mehr Tote als durch Verkehrsunfälle, Drogen- oder Alkoholmissbrauch und AIDS zusammen. Bei jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren ist Suizid sogar die zweithäufigste Todesursache weltweit. Auch wenn es mittlerweile viele aufklärende und beratende Initiativen gibt, fehlt die Unterstützung aus der Politik. Freunde fürs Leben kämpfen daher seit Jahren dafür, dass seelische Gesundheit auch auf die gesundheitspolitische Agenda der Bundesregierung kommt. Würde Suizidprävention von staatlicher Seite ernst genommen und gefördert werden, wäre eine deutschlandweite Aufklärungskampagne, wie es sie bereits für AIDS und Verkehrssicherheit gibt, möglich. Gerade am Beispiel von AIDS zeigt sich, wie man ein tabuisiertes Thema in der breiten Öffentlichkeit normalisieren, Ängste und Unwissen abbauen und präventiv über eine Erkrankung aufklären kann. Eine bundesweite Aufklärungskampagne über Depression könnte die Krankheit aus der Tabuzone holen und helfen, Betroffene zu entstigmatisieren.

Viele Menschen, die sich bisher nicht richtig mit dieser Krankheit auseinandergesetzt haben, haben Vorurteile im Kopf. Wie und mit welchen Mitteln könnte man diese Menschen mehr sensibilisieren und aufklären?

Wir im Verein sind davon überzeugt: Je niedrigschwelliger ein Angebot ist, desto leichter erreicht man die Menschen – ob sie selbst betroffen sind oder nicht. Bei Freunde fürs Leben arbeiten wir oft mit Prominenten zusammen, die zum Beispiel auf unserem YouTube-Kanal frnd.tv über ihre persönlichen Höhen und Tiefen sprechen.

Dadurch erreichen wir auch Menschen, die bisher nicht mit dem Themenkomplex seelische Gesundheit in Berührung gekommen sind. Wenn du zum Beispiel die Musik von Samy Deluxe super findest und dann in einem Interview hörst, dass er über seine „Kopfstruggles“ spricht und sich Hilfe geholt hat, kann das helfen, Vorurteile abzubauen. Es zeigt nämlich, dass seelische Probleme jede*n treffen können und dass es wichtig ist, darüber zu sprechen und sich anderen anzuvertrauen.

Auch Podcasts können ein super Werkzeug sein, um Menschen für das Thema zu sensibilisieren und aufzuklären. Deswegen haben wir im letzten Jahr unseren Podcast “Kopfsalat” gestartet. Unsere Moderatorinnen sind selbst betroffen und laden einmal im Monat einen prominenten Gast oder eine Expertin bzw. einen Experten aus dem psychologischen Bereich ein, um über verschiedene Aspekte einer Depression zu sprechen.

Dabei räumen sie mit vielen Vorurteilen auf – einfach und ohne Berührungsängste. Ich glaube viele Menschen scheuen sich vor der vermeintlichen Schwere des Themas. Wenn sie dann aber die erste Hürde überwunden haben und beginnen, sich damit auseinanderzusetzen, stellen sie schnell fest, dass diese Angst unbegründet ist. Freunde fürs Leben verfolgen beispielsweise immer einen verantwortungsvollen und bestärkenden Ansatz, in dem gesundheitsfördernde Impulse gegeben werden und Hilfe aufgezeigt wird.

Ganz nach dem Motto: Redet darüber. Ihr seid nicht allein und ihr seid es wert. Es gibt Hilfe.

Als Betroffene bekam ich in der Vergangenheit immer einiges an den Kopf geworfen, worauf ich leider gar nicht so schnell reagieren konnte. Wenn ihr die folgenden Aussagen lest: Wie würdet ihr diese aus dem Weg räumen/entkräftigen/entgegentreten?

a.) ‚Du hast ein Dach über dem Kopf, Essen im Kühlschrank und ein Job. Also reiß dich mal zusammen, anderen geht es definitiv schlechter als dir /du hast keinen Grund, um dich zu beklagen!‘
b.) ‚Mach einfach mehr Sport, dann geht’s dir wieder besser.‘
c.) ‚Ach was! Schlechte Laune habe ich auch ab und an, das ist in wenigen Tagen
wieder vorbei! Kopf hoch!‘
d.) ‚Du musst nur positiv denken!‘

Ich glaube, das Schwierigste ist, sich als Betroffene*r bei solchen Aussagen nicht in eine Rechtfertigungs- und Legitimationshaltung drängen zu lassen. Die Aussagen, die du da aufzählst, zeigen sehr gut, wieviele Vorurteile über Depression existieren, die wie ein schlechter Witz klingen, aber auch Bauchschmerzen machen.

So ist zum Beispiel für viele eine Depression keine “richtige Krankheit” und Betroffene werden mit dem Ratschlag, sich einfach wieder aufzuraffen abgespeist. Genauso ist der Tipp, einfach mal zum Sport zu gehen, für eine*n Betroffene*n nicht umsetzbar. Hat eine Person mit Depressionen zu kämpfen, fühlt sie sich niedergeschlagen, unmotiviert und antriebslos. Um Sport als Stütze in den Alltag zu integrieren und als Wohlfühlaktivität wahrzunehmen, muss das größte Tief erst einmal überwunden sein.

Deswegen ist es umso wichtiger, seinem Gegenüber als allererstes zu vermitteln, dass Depression eine ernstzunehmende Krankheit ist und dass solche Aussagen sehr verletzend sein können.

Depressionen bei Frauen und Männern: Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es?

Frauen sind tatsächlich häufiger betroffen als Männer, was auf hormonellen Veranlagungen, soziale Faktoren und einen anderen Umgang mit Problemen zurückzuführen ist. Zudem können sie unter Umständen an einer prämenstruellen Dysmorphie leiden. Dabei handelt es sich um ein sehr intensives prämenstruelles Syndrom (PMS). Wenn sich Frauen etwa zehn Tage vor dem Ende ihrer Periode niedergeschlagen, traurig und empfindlicher fühlen, ist dies ein ganz normaler Teil des weiblichen Monatszyklus. Aber prämenstruelle dysmorphe Störungen können so schwerwiegend sein, dass das tägliche Leben, Beziehungen, Schule und Arbeitsleistung von Frauen beeinträchtigt werden. Betroffene Frauen fühlen sich oft deprimiert, hoffnungslos, ängstlich, wütend und außer Kontrolle. Sie leiden unter Schlafproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten.

Statistisch sind jedoch depressive Männer mehr gefährdet sich das Leben zu nehmen als Frauen, da Männer eher Methoden wählen, die gewalttätiger und tödlich sind und daher seltener gerettet werden können. Frauen hingegen wählen Methoden, von denen man eher gerettet werden kann – weswegen die Zahl an Suizidversuchen bei ihnen höher ist.

Früh die Anzeichen erkennen ist das A und O, um schnell professionelle Hilfe in Anspruch nehmen zu können: Depressionen verlaufen aber oft unbemerkt, gerade im jungen Alter. Ab wann sollten die Alarmglocken bei Eltern/Familie und Freunden klingeln? Und wie würden/sollten die ersten Schritte aussehen?

Wenn man das Gefühl hat, dass sich eine Person zurückzieht, sich für nichts mehr interessiert und „ganz anders“ ist als sonst, können dies bereits erste Anzeichen sein. Insgesamt gibt es drei Hauptsymptome für Depression:

– gedrückte Grundstimmung, tiefe Traurigkeit und Niedergeschlagenheit
– Interessenverlust und Freudlosigkeit
– Antriebslosigkeit und Energielosigkeit, oft schon nach kleinen Anstrengungen

Treten mindestens zwei dieser Hauptsymptome gleichzeitig und durchgehend länger als zwei Woche auf, sollten Freund*innen und Familie aufmerksam werden. Oft wissen die Betroffenen selbst gar nicht, dass sie unter einer Krankheit leiden. Denn die Beschwerden und Symptome sind nicht immer leicht zu erkennen. Depressive Menschen haben Mühe, sich zu konzentrieren, fühlen sich leer und erschöpft, sind gereizt oder sehr sensibel, sind emotionslos, fühlen sich körperlich unwohl oder verlieren ihren Appetit. Bei dem Verdacht, dass ein*e Freund*in an einer Depression leidet, ist es ganz wichtig, nicht wegzusehen, sondern auf die Person zuzugehen und das Gespräch zu suchen. Dabei sollten man ihn oder sie erst einmal sprechen lassen und vor allem zuhören. Wichtig ist – auch wenn es nicht einfach ist – konkret nach Suizidgedanken zu fragen.

Man sollte sich dabei auch immer klar machen, dass ein Problem, mit dem man selbst gut zurechtkommt, für eine*n Freund*in nicht genauso leicht zu lösen ist. Stattdessen ist es besser, im Gespräch zu bleiben und den Freund/die Freundin bei der Suche nach professioneller Hilfe zu begleiten, z.B. indem man einen Arzttermin macht oder gemeinsam einen Therapieplatz sucht.

In scheinbar ausweglosen Situationen wird oft angeraten, sich bei einer Telefonseelsorge zu melden. Aber wenn Personen – wie ich, zum Beispiel – im Alltag bereits starke Probleme mit dem Telefonieren haben: Welche andere Alternativen gäbe es in einer akuten Krisensituation, um nicht ganz alleine dazustehen?

Wünschenswert wäre es natürlich, wenn man sich in so einer Situation Freund*innen oder der Familie anvertrauen kann. Mittlerweile gibt es aber auch viele telemedizinische Angebote: Online-Therapien oder -trainings und Apps, die im Alltag unterstützen können. Auf unserer Homepage haben wir eine Sammlung an Angeboten zusammengestellt, die in Krisensituation helfen können.

Was mir immer negativ auffiel, als ich beim Hausarzt, Psychiaterin und in einer Tagesklinik war: Alles dreht sich immer wieder um die Einnahme von Medikamenten, die einen auch bei einem ‚Nein‘ immer wieder aufs Neue regelrecht aufgedrängt werden. Wie seht ihr das? Wird zu oft und zu voreilig direkt zur Medikamenteneinnahme geraten, ohne erstmal andere Wege zu gehen?

Ich möchte hier einmal betonen, dass ich keine Psychologin, Psychotherapeutin oder Psychiaterin bin. Ob Medikamente zu oft oder zu früh verschrieben werden, kann ich deshalb nicht beurteilen. Letztendlich muss eine Therapie immer sehr individuell an die betroffene Person angepasst werden – Gesprächstherapie, Ergo und Psychopharmaka brauchen Zeit, um zu wirken.

Welche Antidepressiva in Kombination mit einer Verhaltens- oder tiefenpsychologischen Therapie angesetzt werden, wird mit einem Psychologen und einem Psychiater zu Beginn einer Therapie besprochen. Psychopharmaka unterstützen dabei, das Ungleichgewicht von Neurotransmittern im Gehirn auszugleichen und werden bei Erfolg langsam wieder abgesetzt. Sie sind häufig dann eine Hilfe, wenn eine Gesprächstherapie aufgrund der Schwere der Erkrankung noch nicht möglich ist.

Durch diese Stoffe kann es aber auch zu Nebenwirkungen während und nach der Einnahme kommen. Eine individuelle Einstellung ist in Absprache mit einem Psychiater deswegen unabdingbar. Was jedoch ein weit verbreiteter Irrglaube ist: Psychopharmaka machen nicht abhängig. Wir haben eine ganze Folge zu Antidepressiva für unseren Podcast “Kopfsalat” gemacht, in dem die wichtigsten Fragen und Mythen mit einem Psychiater besprochen werden.

Suizide werden in der Gesellschaft schnell als ein ‚feiger Akt egoistischer Menschen‘ abgestempelt – eure Gedanken zu solch einer Aussage?

Puh, das ist natürlich eine harte Aussage. Oft spricht daraus Wut, Verzweiflung, Unwissen und Unverständnis. Ein Mensch, der offensichtlich keinen anderen Ausweg mehr als den Suizid sieht, muss so verzweifelt sein. Es gibt leider wenig Verständnis für deren Hilflosigkeit.

Deswegen ist uns die Aufklärungsarbeit so wichtig. Depression ist eine Krankheit, die heilbar ist. Und auch Suizidgedanken können mit professioneller Hilfe überwunden werden. Der Schwerpunkt effektiver Aufklärungsarbeit muss darauf liegen, den Betroffenen Hoffnung zu machen, Hilfe aufzuzeigen und gesamtgesellschaftlich einen offenen Umgang mit psychischen Krisen zu erlernen.

Die Band Be Well bringt am 21. August ihr Album The Weight and The Cost raus, indem es von Anfang bis Ende um die Kämpfe mit den Depressionen und Ängsten des Sängers Brian McTernan geht. Inwiefern findet ihr es wichtig, dass psychische Krankheiten auch in der Musik thematisiert werden und somit offen und ungeschminkt ein Einblick gegeben wird?

Musik ist ein super Medium, um die eigenen Gefühle auszudrücken und zu verarbeiten – nicht nur für die Künstler*innen, sondern auch deren Fans. Deswegen arbeiten wir immer wieder mit Musiker*innen aus den verschiedensten Genres zusammen, die davon berichten, wie ihnen die Musik Kraft gibt und ein Ventil sein kann. Musik gibt ihnen die Möglichkeit persönliche Krisen zu thematisieren, auch wenn der Beat unter den Lyrics vielleicht ganz anders klingt. Für die Fans kann es bestärkend sein, wenn ihr Vorbild offen über seine oder ihre seelischen Probleme spricht. Sie fühlen sich weniger allein, mehr verstanden, und lernen auch, dass es okay ist, darüber zu reden. Und: Die Öffentlichkeit wird gleichzeitig sensibler für das Thema.

Möchtet ihr an dieser Stelle noch etwas loswerden?

Wir haben die Vision von einer aufgeklärten Gesellschaft, in der offen über psychische Krisen gesprochen wird, Betroffene auf ein gutes Netzwerk und schnelle Hilfe zurückgreifen können und junge Menschen über gesundheitsfördernde Faktoren wie Resilienz, soziale Kompetenz und Bewältigungsstrategien verfügen. Wenn wir alle zusammen daran arbeiten, können wir Suizide verhindern.

Also achtet auf euer Umfeld – im Freundeskreis, der Familie und bei der Arbeit. Seid füreinander da. Und vor allem: Redet miteinander.